Christopher Just – Der Moddetektiv

Der Musik-Produzent Christopher Just aka Ilsa Gold versucht sich als Schreibender und liefert dem Publikum einen durchgeknallten Roman, der teilweise amüsiert, aber auch seine Längen hat.

Zwei Hauptarten von LeserInnen werden sich für dieses Buch interessieren. Die Einen, weil sie die Mod-Kultur mögen und/oder selbst zu den Mods gehör(t)en. Die Anderen, weil sie gerne Krimis lesen. Im Laufe der 500 Seiten werden wohl beide immer wieder einmal weniger glücklich sein. Denn das Buch beinhaltet zwar einige sehr gute und humorvolle Ideen, aber enttäuscht zwischendurch auch immer wieder mit unreifer, nervender Schreibweise. Und von einer wirklich spannenden Kriminalgeschichte kann auch nicht die Rede sein.

Hauptprotagonist ist der amphetaminsüchtige Privatermittler Augustin Johnny Sandemann, genannt „Moddetektiv“. Sein fahrbarer Untersatz ist eine „komplett verchromte Vespa GS 160“ mit 16 Rückspiegeln und zwölf Scheinwerfern. Während dem „Lesetrip“ wird man häufig Zeuge davon, wie sich der Ermittler seine „Purple Hearts“ einwirft.

Colombo lässt grüßen

An seiner Seite sind Inspector Krambambo (der sich verhält wie der Kult-Detektiv Colombo) und der nerdige, Speedmetalska hörende, Forensiker Thompson. Mit ihnen soll er den Mord von einem Mod, mehreren Hundert Toten der Immobilienbranche und an seinem Freund Jerry klären. Frauen fehlen natürlich auch nicht, in diesem Fall sind das Gaby (Femme Fatale & Freundin von Jerry) und Birgit. Beide sind wesentlich erträglicher als der ständig besoffene Vater des Moddetektivs, der unerwartet ins Leben seines Sohnes tritt.

Just nimmt in seinem Buch Vieles auf die Schaufel, auch sich selbst, denn er tritt kurz als koksender Ex-Musikproducer in dem total angesagten Club „Schicke Garnele“ (namentlich inspiriert durch die „Grelle Forelle“) in Erscheinung.

„Sicher, das ist Christopher Just, ein Elektromusiker, der sein Geld in den Neunzigern
mit irgendeinem Clowntechnoprojekt gemacht hat. Inzwischen ist er nur mehr
durchgeknallt und verpulvert sein Geld für Koks und Schlampen.“

Für „Der Moddetektiv“ gilt: das Buch lässt sich in keine Schublade stecken, zu viele Genres und auch Sprachstile werden durcheinander gewirbelt, wobei Letzteres und die sperrigen „Schachtelsätze“ den Lesefluss zum Teil empfindlich stören. Es gibt aber auch Einiges, über das sich Lachen lässt und die geheimnisvolle Waffe, mit der die Immobilienhaie ermordet wurden, hat es in sich.

Claudia Zawadil

Claudia Zawadil

Dipl. Ing. (FH); beim City-Flyer seit März 2002, schreibt Buchrezensionen und Ankündigungen und fotografiert gelegentlich bei diversen Events. Ebenso ist sie Radiomoderatorin (BlackXplosion), Bücherwurm, Vinyl-Lover und Gartenfee.
Claudia Zawadil

Letzte Artikel von Claudia Zawadil (Alle anzeigen)

Erzähl's weiter

Über den Autor

Claudia Zawadil

Dipl. Ing. (FH); beim City-Flyer seit März 2002, schreibt Buchrezensionen und Ankündigungen und fotografiert gelegentlich bei diversen Events. Ebenso ist sie Radiomoderatorin (BlackXplosion), Bücherwurm, Vinyl-Lover und Gartenfee.

Kommentar hinterlassen zu "Christopher Just – Der Moddetektiv"

Hinterlasse einen Kommentar