Drei beste Freunde, mehr als die Summe der Teile

Scurf sind (v.l.n.r.) Felix „Felice“ Schnabl (voc./ guit.), Constantin „CJ“ Jacobs (b.) und Laurenz „Kofi“ Köfler (dr.). Foto © Marlene Vallaster, z.V.g.

PRINT: Als Scurf im März dieses Jahres ihr erstes Konzert im Warehouse gaben, rannten sie mit ihrem 60er-Jahre inspirierten Garage Surf Punk offene Türen ein (siehe Fotos). Nach einem Schlagzeuger-Wechsel ist das Trio bereit, erneut die Bühnen unsicher zu machen. Mit dabei die brandneue EP „Songs we recorded drunk on CJ‘s phone“.

Interview: Werner Harauer
Foto: Marlene Vallaster

City-Flyer: Frei nach Blaise Pascal: Woher kommt ihr, wohin geht ihr und was dürft ihr hoffen?

CJ: Who the fuck is Blaise Pascal? (Gelächter). Wir kommen aus St. Pölten und uns gibts seit Sommer 2017.

C-F: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, in stp eine Garagen-Rock-Band zu gründen?

Felice: Uns gefällt ganz einfach die Musik.
Kofi: Außerdem gibts diese Art von Musik in St. Pölten nicht.
CJ: Eigentlich haben wir als klassische Surf-Band angefangen. Mit der Zeit und den verschiedenen Interessen sind die Garage-Rock-Einflüsse dazu gekommen.

C-F: Wenn ihr mit einer St. Pöltner Band eine Split-Single rausbringen müsstet, mit wem würdet ihr die machen?

Felice: Derzeit gibts leider keine, aber wenn’s mal eine geben würde, die Musik macht, die uns persönlich anspricht …
CJ: Skeptic Eleptic, weil die Musik fetzig ist und das chillige Typen sind. Aber die gibt’s ja leider nicht mehr.

C-F: Die Vorbilder aus der Vergangenheit lassen sich unschwer erraten. Gibt es erfolgreiche aktuelle Bands, die in eure Richtung gehen?

Felice: Zum Beispiel Los Tones, Los Scallywaggs, Crocodylus, Wild Evel & The Trashbones …
Kofi: Die größte und aktivste Surf Punk Szene ist derzeit in Australien vorhanden
CJ: Es ist halt nicht genau die Musikrichtung so wie wir sie spielen aber Bands wie Skeggs oder auch Bass Drum of Death zählen zu unseren Inspirationen.

C-F: Was macht die Faszination eines künstlerischen Konzepts aus, das fast 60 Jahre überdauert hat?
Kofi: Die Unbeschwertheit und Freiheit an der Musik.

C-F: Was ist für euch Musiker heute besser als in der „guten alten Zeit“?

Felice: Durchs Internet kann man sich viele Inspirationen suchen und so wieder auf etwas neues kommen. Und Vintage-Instrumente erjagen (allgemeines Gelächter)
CJ: … und man kann den Leuten viel schneller mitteilen wo wir spielen.

C-F: Bei den klassischen Rockbands hatte jeder Musiker ein eigenes Image. Bei The Who war der Schlagzeuger der Freak, der Bassist der Stoiker, der Gitarrist der wilde Hund und der Sänger der Schönling. Wenn man das auf Scurf umlegt, wer würde welche Rolle einnehmen?

Felice: Wir sind alle drei schiach … also sind wir alle drei „die Schiachen“ (allgemeines Gelächter).

C-F: Wo habt ihr eure EP „Songs we recorded drunk on CJ‘s phone“ aufgenommen?

Kofi: In unserem Proberaum.

C-F: Habt ihr die EP selbst produziert?

Kofi: Jawohl!

C-F: Habt ihr auch einen physikalischen Tonträger?

Felice: Den haben wir ja schon.
CJ: Vor ca. einem Monat haben wir die EP sowohl digital als auch auf CD rausgebracht.

C-F: Welchen Vorteil seht ihr darin, in einer Dreierbesetzung statt einer klassischen Viererbesetzung zu spielen?

CJ: Wir sind drei beste Freunde und so funktionierts. Daher sehen wir nicht wirklich einen Grund noch jemanden ins Boot zu holen.

C-F: Warum ist euch Schlagzeuger Markus Fanninger abhanden gekommen und woher habt ihr den neuen Schlagzeuger?

Felice: Weil unser alter Drummer ins weit entfernte Wien gezogen ist, wurde es immer schwieriger zu proben bis er schlussendlich meinte, wir sollten uns nach einem neuen umschauen.
CJ: Also haben wir uns dann nach einem neuen Schlagzeuger umgeschaut, Kofis Nummer von einem Bekannten zugeschickt bekommen und bei der ersten Probe hats einfach gepasst.

C-F: Spielt jemand von euch auch in einer anderen Band?

Kofi: Ja ich! Ich komme musikalisch ja eigentlich aus dem Metal-Bereich und lebe mich in dem Bereich auch mit einer Band aus.
Felice: Ich mach derzeit ein Frenchcore-Projekt, wenn ich in der Früh meine Flatulenzen von mir gebe. (allgemeines Gelächter)

C-F: Wie unterscheidet sich der Backstage-Bereich einer Rockband von dem eines Djs?

Felice: DJs haben einen Backstage Bereich? (schelmischer Grinser)

C-F: Das Konzept einer Surfband ist nur schwer erweiterbar. Kommt irgendwann ein Keyboard dazu?

CJ: Nein. Wenn mal was dazukommen sollte, dann eventuell eine Orgel.

C-F: Wie wär’s mit einer Frau als viertes Mitglied?

alle: Für uns machts keinen Unterschied, ob Frau oder Mann. Wir sind derzeit aber recht zufrieden mit der Situation.

C-F: Gibt es schon Konzerttermine?

CJ: Wir spielen am 23.11 im Röda (Steyr) und am 30.11. im Freiraum STP.

www.facebook.com/scurftheband
https://scurf.bandcamp.com/releases
www.instagram.com/scurf_band

Der City-Flyer verlost 2×2 Freikarten für ein Konzert der Bands Scurf, Reverend Backflash und Death Before Digital am 30. November 2018 im Freiraum.

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Werner Harauer

Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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