Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste

Judith Schalansky erzählt in ihrem faszinierenden Buch von Verschwundenem, dass es einst tatsächlich gegeben hat. Jede ihrer wundersamen Erzählungen öffnet der Leserschaft eine verzauberte Welt, die einem Wissenswertes offenbart, von dessen Existenz man zuvor meist nichts wusste. Surreales wird gekonnt mit tatsächlich Geschehenen verwoben.

So lernt man unter anderem Guerickes Einhorn, die sieben Bücher des Religionsstifters Mani, die Selenografien von Kinaus oder die “Enzyklopädie im Walde” von Armand Schulthess kennen. Nach dem Tod des Schweizer Künstlers wurde die einmalige und sehr umfangreiche “Bibliothek des Wissens” in seinem Kastanienwald von den Erben fast vollständig vernichtet. Aber auch den fiktiven inneren Monolog der alternden Greta Garbo, die durch Manhattan streift und der nicht so rosigen Vergangenheit nachtrauert, liest man begeistert.

Eine jede der Erzählungen wird von einer auf schwarzem Papier schwarz gedruckten Illustration eingeleitet.

Schalansky, die ihre Bücher auch immer selbst gestaltet, ist einmal mehr ein ganz besonderes Buch gelungen. Für „Verzeichnis einiger Verluste“ wurde sie daher sehr verdient mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018 ausgezeichnet. Von ihr ebenfalls sehr empfehlenswert ist u.a. „Der Hals der Giraffe“ (2011).

Judith Schalansky „Verzeichnis einiger Verluste“, 2018
Suhrkamp | Roman
252 Seiten Seiten | € 24,70

 

Claudia Zawadil

Claudia Zawadil

Dipl. Ing. (FH); beim City-Flyer seit März 2002, schreibt Buchrezensionen und Ankündigungen und fotografiert gelegentlich bei diversen Events. Ebenso ist sie Radiomoderatorin (BlackXplosion), Bücherwurm, Vinyl-Lover und Gartenfee.
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Über den Autor

Claudia Zawadil
Dipl. Ing. (FH); beim City-Flyer seit März 2002, schreibt Buchrezensionen und Ankündigungen und fotografiert gelegentlich bei diversen Events. Ebenso ist sie Radiomoderatorin (BlackXplosion), Bücherwurm, Vinyl-Lover und Gartenfee.

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