Klanthu im Frei.raum – Kopfmusik für den Herbst

Klanthu sind von links nach rechts: Johannes Forstreiter, Christoph Hödl, Paul Schubert und Michael Willomitzer. Fotomontage privat, zV.g.

Bevor das frei.raum Team auf Sommer-Modus geschaltet hat, stellte es noch das Herbstprogramm zusammen. Gleich der erste Termin am 6. September mit den beiden Formationen Klanthu und The End Of Radio dürfte sehr interessant werden. Wir haben Klanthu einige Fragen gestellt.

Klanthu
Seit Herbst 2017 probt die stp-Formation, bestehend aus Paul Schubert (guit.), Michael Willomitzer (guit.), Christoph Hödl (bass) und Johannes Forstreiter (dr.) im Proberaum in Rassing. Alle Musiker von Klanthu können für sich reklamieren, irgendwann mal in einer St. Pöltner Kultband gespielt zu haben. Das Quartett hat sich der instrumentalen Musik verschieben, das heißt, es gibt keinen Sänger. Dennoch rechnet die Band mit einer kleinen Szene, die ihre anspruchsvolle Musik mit offenen Ohren empfängt. Im Moment werden selbst gemachte Demo-Aufnahmen gemischt, zwei davon erreichten bereits die Redaktion. Beim Reinhören werden Assoziationen zu einem Filmscore geweckt. Und die Prog-Rock-Einflüsse sind unüberhörbar.

The End Of Radio
Ähnlich verschroben, wenn auch in eine ganz andere Richtung, geht es bei der Loosdorfer Band The End Of Radio zu. Das Duo, bestehend aus Markus Gansberger (bass, voc.) und Niklas Lueger (dr.), gibt es seit 2017 und hat bereits seine erste EP veröffentlicht. Mit Klanthu teilt die Band ihre Vorliebe für dichte Soundlandschaften.

Beide Bands sind live am Freitag, den 6. September im frei.raum zu hören.

Interview: Werner Harauer
Fotomontage: Klanthu, z.V.g.

 

City-Flyer: Wie lange gibt es euch schon? Wie lange probt ihr gemeinsam?

Paul Schubert: In dieser Formation proben wir seit Herbst 2017.
Hödi und ich musizieren seit gut 10 Jahren gemeinsam, zusammengeführt hat uns Georg Domböck als musikalische Mitstreiter in seiner Band Tibor. Für einen Auftritt im Freiraum ließen wir im Herbst 2014 die 90er Jahre Band Contower für einen Abend auferstehen. In diesem Rahmen wurde der Michael Millowitzer ins Boot geholt.
Nach dem Split von Tibor standen Hödi, Willo und ich weiterhin im Proberaum und arbeiteten an neuen musikalischen Ideen. Ich wechselte an die Gitarre und seit Herbst 2017 ist die Formation mit Johannes Forstreiter am Schlagzeug komplett.

CF: Wo finden eure Proben statt?

Paul Schubert: Im wunderschönen Rassing.

CF: das ging mir zu schnell! Könnnt ihr das Lineup bitte nochmals zusammenfassen?

Paul Schubert: E-Gitarre
Michael Willomitzer: E-Gitarre
Christoph Hödl: E-Bass
Johannes Forstreiter: Schlagzeug

CF: Hat euer Bandname „Klanthu“ eine Bedeutung?

Paul Schubert: Nein, nicht wirklich. Wir haben den Namen aus einem Buch von Walter Moers,  dem Erfinder von Käpt’n Blaubär, aufgeschnappt.

CF: Wie bereits erwähnt, habt ihr in einigen kultigen St. Pöltner Formationen gespielt. Wollt ihr unseren Lesern kurz aufzählen, in welchen ehemaligen und aktuellen Bands ihr spielt/gespielt habt?

Paul: Local Splendid, Tibor, Perspective, Molotow die Bude brennt, Dixiefritz & the Hippolyt-Stompers
Hödi: Eulipions, Tibor, Flieda
Willo: Cosmic Croton Bugs, Contower, Tibor, Fresh Freddie, Francis Drake and the fucking Woijtylas
Forstl: Amy Goes Bananas, Rauch, Dixiefritz & Hippolyt Stompers, PCC & many more

CF: Willo, du hast sich vor langer Zeit von der Bühne verabschiedet. Was bewog dich, wieder in den Ring zu steigen?

Michael Willomitzer: Langeweile!

CF: Was ist so interessant am Prog-Rock, um an ihn über Jahrzehnte festzuhalten?

Michael: Das frag ich mich auch manchmal …

CF: Warum verzichtet ihr auf den Gesang?

Paul Schubert: Genauso könnte man die Frage stellen: Warum verzichtet ihr auf den Dudelsack? Wir verzichten nicht darauf, wir brauchen in unserer Musik einfach keinen Gesang.

CF: Was unterscheidet Klanthu von Tibor?

Paul Schubert: Georg Domböck verarbeitete in der Musik von Tibor viele persönliche Themen und Emotionen. Hödi und ich leisteten musikalische Unterstützung.
Klanthu macht instrumentale Musik. Es gibt kein spezielles Konzept und auch keine Inspirationsquellen. Emotionen und persönliche Erfahrungen werden in manchen Songs verarbeitet – aber genauso gibt man hier absoluter Musik – also Musik ohne außermusikalische Bindungen – ihren Platz.

CF: Tibor, Contower und Swoon – allesamt St. Pöltner Bands , die in ähnlichem Fahrwasser unterwegs waren – hatten zwar die Musikpresse auf ihrer Seite, eine große Fanbase hatten sie aber nie. Ist die Zeit reif für Klanthu?

Paul Schubert: Uns ist bewusst, dass wir uns sehr weit weg vom ,,Mainstream‘‘ bewegen und dass man sich weder kommerziellen Erfolg, noch immense Besucherströme erwarten darf. Dennoch gibt es eine kleine Szene, in der wir uns hoffentlich bemerkbar machen werden.

CF: Was erwartet ihr vom Publikum im Frei.raum? Tanzen wird bei den vielen Breaks nicht drin sein.

Paul Schubert: Erwarten tun wir uns nicht viel. Wir hoffen, dass wir ein Publium haben werden und dass es im Publikum Menschen gibt, die uns gerne zuhören.

CF: Die Songs scheinen eine Geschichte zu erzählen. Man kann sich gut Filmsequenzen dazu vorstellen. Die Kärntner Indie-Band Naked Lunch bewegt sich auch immer mehr weg von der Popbühne hin zum Konzertsaal. Ein gangbarer Weg für euch?

Paul Schubert: Wir machen uns wenig Gedanken um den Rahmen unserer Musik. Wir sind für kleine versiffte Bühnen genau so offen, wie für prunkvolle Konzertsäle.
Mit der Assoziation für Filmmusik wurden wir bereits öfter konfrontiert. Auch das wäre ein spannender Weg, wo wir für jede Kooperation ein offenes Ohr haben.

CF: Ist auch ein Tonträger angedacht?

Paul Schubert: Momentan lassen wir selbst gemachte Demo-Aufnahmen mischen, welche bald über soziale Medien zugänglich sein werden.

CF: Überregionale Live-Auftritte werden aufgrund eurer Jobs nicht leicht zu managen sein. Habt ihr dazu einen Plan?

Paul Schubert: Eine monatelange Tour wird schwer möglich sein, aber wir sind zuversichtlich, dass sich zukünftige Gigs neben unseren beruflichen Verpflichtungen vereinbaren lassen.

CF: Wir bedanken uns für das Interview und drücken euch die Daumen für zahlreichen Besuch bei eurem Konzert am 6. September im Frei.raum.

Der City-Flyer verlost 2×2 Freikarten für das Konzert mit Klanthu und The End Of Radio am 6. September im Frei.raum.

Werner Harauer
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Werner Harauer

Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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