One Million, Garant für die perfekte Party

One Million aka Alban Pashkaj. Foto © Andreas Winter, z.V.g.

One Million aka Alban Pashkaj! An diesem Namen kommt man in der Stadt nicht vorbei. Zehn Jahre in Sachen Hip Hop im Game, hat er sein Feuer nicht verloren und versteht sein Handwerk wie kaum ein Anderer der Szene. Als Veranstalter überrascht er mit tollen line ups und ungewöhnlichen Kombinationen. Als DJ weiß Alban, wie Party geht. Es gibt kaum einen Besseren, wenn es darum geht, auf die Crowd einzugehen und sie dorthin zu führen, wo er sie haben will.

Interview: Jörg Bichler
Foto: Andreas Winter

City-Flyer: Du bist schon sehr lange im Geschäft. Merkst du beim Auflegen und Veranstalten die Generationssprünge von deinen Anfängen bis heute?

One Million: Im Laufe meiner Dj-Karriere hat sich einiges verändert. Die Hip Hop Szene ist in St. Pölten um einiges kleiner geworden, dafür sind andere Musikrichtungen beliebter geworden. Ich persönlich finde das schade.

C-F: Hat sich das Publikum während deiner aktiven Zeit als DJ und Veranstalter verändert?

One Million: Ich habe den Eindruck, die Leute wollen heute nur noch weggehen, um nicht zuhause sein zu müssen. Früher war das nicht so. Da sind die Leute oft nur wegen der Musik auf eine Veranstaltung gekommen. Die Freude am Auflegen habe ich deswegen aber nicht verloren.

C-F: Welcher Auftritt war in deiner bisherigen Karriere am prägendsten?

One Million: Als ich das erste Mal vor ca. 2000 Leuten spielte. Ich war so nervös und hoffte, dass jeder meine Musik feiert. Als ich das erste Lied abspielte und sah, wie alle abgingen, war die Aufregung verschwunden. Es gibt kein schöneres Gefühl für mich als Hunderte Leute auf der Tanzfläche, die Spaß haben und mich und meine Musik feiern.

C-F: Wie bist du zum Veranstalten und Auflegen gekommen? Und wohin willst du dich damit entwickeln?

One Million: Ich mache schon seit 14 Jahren Musik und habe früher auch gerappt und produziert. Vor zehn Jahren bin ich zufällig zum Auflegen und Veranstalten gekommen, als ein Bekannter einen Club in St. Pölten eröffnete und wir ihn fragten, ob wir bei ihn eine Veranstaltung machen könnten. Eine Woche später hatten wir unsere erste Veranstaltung und es waren über 300 Gäste da. Wir hatten aufgelegt und auch live performt. Ich hatte danach monatelang unzählige Veranstaltungen in dieser Location, bis sie dicht gemacht hat.
Danach legte ich jahrelang im Club Maquie und im Warehouse auf. Auch in anderen Städten wie Wien, Linz und Krems hatte ich schon das Vergnügen, die Partygäste zum Tanzen zu bringen.

C-F: Und was machst du momentan?

One Million: Seit gut einem Jahr haben DJ Nephew (Black Planet) und ich eine Veranstaltung namens BendOver im Warehouse/STP. Am 20. Mai ist es wieder soweit und ich hoffe, dass wieder zahlreiche Gäste am Start sein werden.

C-F: Was hörst du privat? Hörst du österreichischen Hip Hop? Gibt es Potential?

One Million: Ja, natürlich höre ich österreichischen Hip Hop. Es gibt einige österreichische Rapper, die es schon in die Charts geschafft haben und ich hoffe, dass es noch viel mehr werden.
Privat höre ich zur Zeit sehr viel Deutschrap wie Raf Camora, 187 Strassenbande, Fler usw., aber auch sehr viel Dancehall und Reggae. Und wenn ich amerikanischen Rap höre, dann nur Oldschool wie Dr.Dre, Nate Dog, 2Pac, …

C-F: Ist es gut für die Entwicklung der Szene, wenn kleine Länder wie Österreich zwar viele acts haben, diese aber nur national arbeiten?

One Million: Es gibt auch einige österreichische acts, die international mithalten können. Man sollte die heimischen Künstler in jeder Hinsicht unterstützen, ihre Alben kaufen und auf ihre Konzerte gehen und ihre Alben oder Songs nicht illegal downloaden.

C-F: Deine Wünsche an die Zukunft?

One Million: In Zukunft erhoffe ich mir, dass St. Pölten wieder eine richtig große Hip Hop Szene bekommt, damit wir gemeinsam richtig krass feiern können. Außerdem hoffe ich, dass ich meine Arbeit noch sehr lange machen kann und unseren Gästen mit unseren Veranstaltungen und Partys noch jahrelang Freude bereite.
Im Oktober werden es 10 Jahre, dass ich auflege und veranstalte. Deshalb plane ich eine fette Veranstaltung mit krassen bookings und krassen acts. Wann und wo es sein wir wird noch auf meiner Facebook Fanpage bekannt gegeben.

C-F: Soll stp Kulturhauptstadt werden? Pro? Contra? Wie weit ist die Stadt?

One Million: Ich denke, St. Pölten hätte das Potential zur Kulturhauptstadt. Die Ernennung würde unserer Stadt weiter helfen. Einige Verbesserungen wären schon nötig, zum Beispiel mehr Möglichkeiten zu Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche.

Werner Harauer
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Werner Harauer

Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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Über den Autor

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