Patrick Rauch stellt sich (endlich) ins Rampenlicht

„Ich wollte mit niemandem lieber meine Musik spielen als mit Gerald und Johannes“. Patrick Rauch mit seinen Mitmusikern Gerald Schaffhauser und Johannes Forstreiter. Foto: Markus Marouschek, z.V.g.

Der St. Pöltner Musiker Patrick Rauch hat mit „soup, sweet and sour“ einen formidablen Indie-Pop Song geschrieben. Er und seine kongenialen Musikerkollegen Gerald Schaffhauser und Johannes Forstreiter spielten diesen im Studio ein und beauftragten Stephan Eders Pixelschmiede mit dem Erstellen eines professionellen Videos. Der Reise durch’s www stand nun nichts mehr im Wege. Und was folgt als Nächstes? Wir fragen einfach mal nach:

 

City-Flyer: Du hast mit „Soup, Sweet and Sour“ einen formidablen Indie-Pop Song eingespielt und ihn mit einem professionell gemachten Video auf die Reise durch’s www geschickt. Was bleibt noch zu tun, damit der Song ein Hit wird?

Patrick Rauch: Danke vielmals, dass du der Nummer Hitpotenzial zuordnest. Ich sehe meine Stärken nicht unbedingt im Marketing, aber versuche mein Bestes, als ersten Schritt im Netz auf den Song bzw. auf uns aufmerksam zu machen. Durch das Label Electric Fire Records haben wir was das Thema betrifft Unterstützung von jemandem, der das sicherlich etwas besser kann.

C-F: Du hast dich bisher als Musiker in verschiedenen Formationen im Hintergrund gehalten. Mit dem neuen Projekt „Rauch“ stehst du plötzlich im Mittelpunkt. Wie gehst du damit um?

Patrick: Seit ich Musik mache, hab ich an eigenen Songs gearbeitet. Schon in meinen frühen Teenager-Jahren hab ich den Großteil meiner Sommerferien in meinem Zimmer verbracht und meine Lieder mit Kassettenrecordern aufgenommen. Witzig, dass erst jetzt die erste Single rausgekommen ist. Wahrscheinlich hat mir mein Perfektionismus da einige Hürden in den Weg gestellt. Dass da jetzt endlich was da ist, tut sehr gut!

C-F: Die Zusammenarbeit mit deinen beiden Mitmusikern Gerald Schaffhauser und Johannes Forstreiter geht weit über die aktuelle Band hinaus. Ich denke da nur an die Metalband Exarch. Wie ist die Aufgabenverteilung bei Rauch?

Patrick: Obwohl mir sehr bald klar war, dass ich mit niemandem lieber meine Musik spielen möchte, als mit den beiden, war ich anfangs schon etwas nervös. Gerade weil wir schon wirklich sehr viel miteinander gespielt haben, aber eben noch nie meine Sachen. Bei der ersten Probe war ich dann allerdings beeindruckt wie gut alles funktioniert hat. Eine Mischung aus Vertrautheit, aber auch Offenheit für Neues und eben auch einer neuen Aufgabenverteilung.
Bis jetzt war es so, dass ich mit vorproduzie­rten Songs zur Probe gekommen bin und wir dann gemeinsam daran gearbeitet haben. Hannes und Gerald bringen sich aber immer mehr in die Kompositionen ein, was großartig ist.

C-F: Du spielst in vielen Formationen, die ein weites musikalisches Spektrum abdecken. Das reicht von Soul über Rock’n’Roll, Dixieland bis Blues und Metal. Liegt im Indie-Pop à la Rauch deine wahre Berufung?

Patrick: Ich habe, glaube ich, einen wirklich sehr breit gefächerten Musikgeschmack. Natürlich gibt’s da auch viele Indie-Bands und Songs die mich begeistern, aber eigentlich höre ich selber gar nicht so viel Indie-Pop. Ich geb dir schon recht, der Song und auch einige andere von mir, haben sich in die Rich­tung entwickelt. Der Sound passt gut, beziehungsweise ergibt sich anscheinend in der Besetzung bei meiner Musik. Wir haben aber auch einige rauere, härtere Songs in der Werkstatt. Ich sehe schon einen musikalischen roten Faden in meinen Kompositionen, aber es wird sich sicherlich nicht alles in eine ganz bestimmte Genre einordnen lassen.

C-F: Der Song wirkt wie auf das FM4-Publikum zugeschnitten. Wolltet ihr einmal etwas komplett anderes machen? Etwas, das mehr Menschen anspricht?

Patrick: Die Songs von RAUCH kommen wirklich tief aus meinem Inneren. Die Lieder werden sicher nicht nach bestimmten Schablonen zusammengebastelt. Ich stelle mir beim Komponieren allerdings schon hin und wieder die Frage: „Wie würde ich auf den Song reagieren, würde ich ihn zum ersten Mal im Radio oder sonst wo hören?“ Glaub, das tut den Nummern ganz gut. Wenn ein Song passiert, der ein breiteres Publikum anspricht, freut uns das natürlich.

C-F: Stephan Eder ist ein erfahrener Filmer. Wie lief der Videodreh ab? Gab er euch Tipps, wie ihr euch am besten in Szene setzen könnt?

Patrick: Stephan hatte sehr schnell die Idee zum Video. Ich hatte mir im Vorfeld auch einige Gedanken gemacht. Als ich Stephan meine Ideen schickte, bekam ich die Antwort, dass wir das gerne so machen können, aber wenn wir das Video mit ihm machen wollen, hätte er sich da ein bisschen was anderes überlegt. Gut, dass wir uns dafür entschieden haben.
War ein super Dreh, auch Matthias Meissl und Jakob Klingebiel an der Kamera haben einen tollen Job gemacht. Es war so richtig kalt, aber das passt möglicherweise auch ganz gut zum Song. Stephan gab als Regisseur natürlich Anweisungen, wann, wo, was, im Detail ließ er uns allerdings größten Teils einfach tun.

C-F: Wie kam die Zusammenarbeit mit dem Wiener Label Electric Fire Records zustande? Und welche Aufgaben übernimmt das Label?

Patrick: Ich lernte Thomas Ranosz, dem das Label gehört, bei einem Auftritt kennen. Da haben wir über Musik gequatscht und bemerkt, dass wir einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Thomas hat „Soup, Sweet and Sour“ mit uns produziert und aufgenommen. Hat er sehr gut gemacht! Als ich ihm die Demo von der Nummer geschickt habe, wusste er gleich wie der Song klingen soll, und das stimmte eben von Anfang an mit meinen Klangvorstellungen überein. Ähnlich auch bei den anderen Songs. Im Studio war’s sehr arbeitsintensiv, aber in gelassener Atmosphäre. Eine gute Kombination. Schaun wir mal, was das Label jetzt so macht …

C-F: Gibt es außer der Single schon anderes Material, welches wir uns anhören können? Hast du vielleicht sogar vor, ein Album zu veröffentlichen?

Patrick: Ja, wir haben schon weitere Songs aufgenommen, die gerade finalisiert werden. Wir proben auch schon an neuem Material und ich habe sehr viele Ideen und Entwürfe, die ich gerne aufgreifen will. Mein Rechner ist voll mit Skizzen und unfertigen Songs der letzten 10 Jahre. Hin und wieder zwinge ich mich dazu, in diesen zu wühlen und Sachen die mir gefallen wieder auszugraben. Wann und in welcher Form (Album, EPs…) die nächsten Songs rauskommen, kann ich leider noch nicht sagen. Aber ich gehe davon aus, dass bald etwas neues zu hören sein wird. Im Moment arbeiten wir daran, ein Live-Set zusammenzustellen und freuen uns schon sehr auf die ersten Shows.

C-F: Könnt ihr schon ein paar Konzerttermine nennen?

Patrick: Da bitte ich noch um etwas Geduld. Noch gibt es keine fixen Termine, aber bald! Auf fb.me/rauchthemusic werdet ihr am Laufenden gehalten.

Werner Harauer
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Werner Harauer

Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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