Über eine Million Mal auf spotify gehört

Roman Müller © Ines Androsevic, z.V.g.

INTERVIEW: Mit über einer Million Spotify-Zugriffen auf seine Tracks hat Roman Müller allen Grund zu feiern. Der Musiker und Produzent aus Hafnerbach, der früher als MC Flax die internationalen Drum’n’Bass-Bühnen unsicher machte, liefert seiner Fanbase regelmäßig Wohlfühl-Elektronik mit samtigen Vocals und eingängiger Gitarrenmelodie.

Interview: Werner Harauer
Foto: Ines Androsevic

 

C-F: Erkläre bitte unseren LeserInnen am Beispiel deines Tracks „Touch & Go“, wie der Produktionsprozess über die Bühne lief.

Roman Müller: Nach dem ich bereits einen Remix für Laurentius‚ track „Home“ gemacht habe, war für uns beide klar einen gemeinsamen Song zu produzieren. Dadurch wir beide jeweils mit einem anderen Musikprogramm arbeiten, war der Produktionsprozess sehr mühsam, da wir uns die Wav-Files hin und her senden mussten. Meine Hauptaufgabe bei „Touch&Go“ war es an der Melodie (Gitarre) zu arbeiten, Laurentius part war es, die Drums und Percussions zu produzieren. Um den Track noch mehr Gefühl zu geben, arbeiteten wir zusätzlich noch mit der großartigen holländischen Sängerin Hannah Young, die für die Lyrics und Vocals verantwortlich war.

C-F: Wo hast du dein Studio eingerichtet?

Müller: Mein kleines aber feines Studio habe ich zu Hause eingerichtet, es erweitert sich regelmäßig mit neuen Stuff. Deshalb wird es auch in Zukunft etwas zu klein werden,weshalb ich mich um eine neue Bleibe umschauen werde.

C-F: Wie viel hast du ungefähr in das Studio investiert?

Müller: Über das habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht. Ich denke der Gesamtwert wird bei überschaubaren 2.000 Euro liegen. Plug In´s und Software Instrumente werden dazu noch ein paar Hundert Euro sein.

C-F: Seit wann produzierst du Musik am Computer?

Müller: Ich habe bereits in meiner Jugendzeit begonnen immer wieder mit Musikprogrammen zu arbeiten, seit Anfang 2015 allerdings mache ich unter meinem Namen „Roman Müller“ Musik. Mittlerweile habe ich den Sound den ich fühle und liebe gefunden, worauf ich stolz bin.

C-F: Wie verlief dein musikalischer Werdegang?

Müller: In meiner Volksschulzeit habe ich begonnen Gitarre zu spielen und ging ca. 6 Jahre lang regelmäßig in den Gitarrenunterricht. Mit 15 ging ich auf meine ersten Drum and Bass Partys und kurz darauf legte ich auch schon unter meinen damaligen Künstlernamen MC Flax los auf Drum and Bass Veranstalltungen zu MC´n. Nach ca. 10 Jahre als MC wollte ich wieder etwas langsameren und Gitarrenlastigen Sound machen und entschied mich unter meinen Namen Roman Müller Musik zu machen.

C-F: Wie kommst du zu den Vocals?

Müller: Ich bin ständig auf der Suche nach guten Vocals. Meistens aber singen die Künstler speziell für meine Tracks im Studio ein. Teilweise schreiben die Sänger/innen die Lyrics, manchmal schreibe ich sie selbst. Mittlerweile gibt es schon einige Sänger/innen mit denen ich gerne zusammenarbeite.

C-F: Hast du bereits Remix-Aufträge bekommen?

Müller: Ich habe bereits einige Remix-Aufträge bekommen, die ich aber nicht immer annehme. Wenn ich für einen Remix keine Vision oder Idee habe, kann ich nur schwer etwas aus einem Original verändern.

C-F: Lassen sich über 1.000.000 Spotify-Aufrufe bereits in bare Münze umwandeln?

Müller: Naja, ja 😀 Rein Theoretisch schon. Es ist etwas mühsam, da nicht nur das Label sondern auch der Distributor mitspielen muss. Es kommt teilweise auf das Label an und dessen Professionalität. 
Ich habe bereits einige Abrechnungen bekommen. Reich bin ich noch nicht geworden . Haha!

C-F: Wirst du auch im Radio gespielt?

Müller: Nein, ich denke nicht. Mich erreichen manchmal Videos von Strandbars am Meer wo einige meiner Songs gespielt werden. Airplay in Österreich noch nicht.

C-F: Macht es für dich Sinn, einen physikalischen Tonträger auf den Markt zu bringen?

Müller: Ja, auf jeden Fall. Ich persönlich bin zwar Fan von Spotify und co., was aber mit dem Wert von einer Vinyl-Platte oder CD nicht gleichzustellen ist. I
ch habe noch einige Platten und CD´s von Künstlern die ich mag zu Hause, Itunes Downloads hingegen nicht mehr 😀

C-F: Du hast im August dieses Jahres deine Tracks live auf der Bühne präsentiert. Wie bist du mit dem Ergebnis zufrieden?

Müller: Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Der Gig im August war für mich auch gleich ein Testlauf für die weiteren Auftritte. Ich weiß jetzt was ich zu tun habe, da es während des Probens doch ein anderes Setting war. Ich habe aus dem Auftritt viel gelernt und auch viele „Aha“ Erlebnisse gehabt. Das Feedback vom Publikum war sehr positiv, was mich unglaublich freut.

C-F: Hast du auch auf den Bühnen außerhalb St. Pöltens auch Erfahrungen sammeln können?

Müller: Bühnenerfahrungen habe ich im Laufe des letzten Jahrzehnts genug sammeln können.
Mit meiner eigenen Musik werde ich ab nächsten Jahr in regelmäßigen Abständen live zu sehen sein. Heuer spiele ich ebenfalls noch zwei Shows, wozu es in Kürze auch mehr Informationen geben wird.

C-F: Worin liegt für dich der Sinn auf die Bühne zu gehen?

Müller: Es ist ein sehr schönes und erfüllendes Gefühl wenn man mit seiner eigenen Musik, an der man monatelang gearbeitet hat , auf die Bühne geht und diese dann live vor Publikum spielt. Ich könnte auch ein Dj Set spielen, worin ich aber meine Arbeit nicht so gut präsentieren könnte. Ich sehe mich eher als Musiker/Künstler.

C-F: Warst du solo auf der Bühne, oder hattest du Begleitmusiker?

Müller: Ich war alleine auf der Bühne. Es ist aber für die Zukunft geplant dass ich mir SängerInnen und Gastmusiker zu den Shows dazu hole.

C-F: Hast du eine Idee wie deine Spotify-Fans musikalisch ticken? Was glaubst du hören die noch?

Müller: Ich denke, dass die Spotify-User viel über Playlists Musik hören. Dadurch meine Musik oftmals von Spotify in größere Playlists aufgenommen wird, denke ich, dass die Hörer über solche Playlists auf meine Musik aufmerksam werden.

C-F: Du setzt auch eine Gitarre ein, mit der du einfache Melodien spielst, die du den elektronischen Sounds gegenüber stellst. Ist das dein Markenzeichen? Oder ist das momentan Trend?

Müller: Ich mache das, was aus mir raus kommt. Die Gitarrenriffs sind aber schon so etwas wie meine Sound Signature. Ob das Trend ist kann ich nicht sagen, ich denke aber eher Nein.

C-F: Deine Tracks der letzten Zeit hören sich für mich sehr easy listening an. In welcher Umgebung, in welchen Situationen können deine Tracks die beste Wirkung entfalten?

Müller: Ich denke meine Tracks sind für jede Umgebung oder Situation geeignet 😀 Egal ob zu Hause, auf der Couch oder im Auto. Mir wird häufig gesagt, dass mein Sound gut ins Ohr geht und man ihn immer hören kann, da er nicht aufdringlich oder störend ist.

C-F: Entspricht diese happy-feeling Musik deinem Wesen? Bist du ein bekennender Optimist? Oder versuchst du erfolgversprechende musikalische Trends herauszufiltern und setzt deshalb auf Gute-Laune-Musik?

Müller: Haha 😀 Naja jeder Track ist nicht „happy feeling“ mein nächster Release trägt immerhin den Namen „Sad People“. Aber ja, ich mache das was ich fühle und tatsächlich ist es so, dass ich oft gut gelaunt bin und dabei kommen dann solche Tracks raus. Ob das erfolgversprechend ist oder nicht ist mir während des Prozesses egal. Ich mach das weil ich muss.

C-F: Musik wird heute vorwiegend für kommerzielle Zwecke verwendet, z.B. um ein Einkaufserlebnis im Kaufhaus zu erzeugen, für Werbe-Jingles in Promotion-Videos usw. Hast du dir selbst eine Grenze gesetzt bei der du sagst: dafür gebe ich meine Musik nicht her?

Müller: Es kommt darauf an. Es gibt aber auf jeden Fall schon Dinge, die ich auf keinen Fall supporten würde. Insgesamt gesehen wäre es für mich Ok wenn meine Musik für Werbung und Promotion verwendet werden würde.

C-F: Was sind deine nächsten Pläne?

Müller:  Auf jeden Fall Musik machen 🙂 Ich arbeite gerade an einer EP die ich in den nächsten Wochen fertigstellen werde. Des weiteren kommen noch einige Releases in nächster Zeit und auch Live Shows.

C-F: Ich bedanke mich für das Interview.

http://www.facebook.com/romanmuellermusic/

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Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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