SeeSea Jacobs: Vom Bauch in den Recorder

SeeSea Jacobs Foto © Maximilian Brustbauer, z.V.g.

CJ, der Bassist des St. Pöltner Surfpunk-Trios Scurf, verlässt die Band und reist für längere Zeit nach Spanien. Nach seiner Rückkehr geht er über vor Ideen und liefert binnen zwei Wochen ein Debut-Album mit zehn ungeschliffenen Diamanten ab. Wie es scheint, ist das Pulver lang noch nicht verschossen – weitere Songs von SeeSea Jacobs, wie er sich neuerdings nennt, sollen in Kürze folgen.

Interview: Werner Harauer
Foto: Maximilian Brustbauer

City-Flyer: Dein erstes Album „Splitscreen Pop“ hast du unter dem Künstlernamen SeeSea Jacobs veröffentlicht. Was steckt hinter dem Künstlernamen?

Constantin Jacobs: Meine zwei Vornamen beginnen mit C und auf englisch ausgesprochen hört es sich ähnlich an wie „See“ oder „Sea“ und da ich jetzt längere Zeit am Meer gewohnt hab, hat mich das dazu inspiriert.

CF: Du warst Bassist bei der Band Scurf. Was war der Grund für deinen Ausstieg?

CJ: Ich hab mir eine Auszeit genommen und bin für eine Zeit in Spanien gewesen. Ebenfalls hatte ich auch das Gefühl, ich könnte mich alleine kreativer und intensiver mit der Musik befassen.

CF: Auf der Bandcamp-Seite gibst du Wien als deine Homebase an. Bist du nicht aus dem Bezirk St. Pölten?

CJ: Ich wohne in St. Pölten, aber auf Bandcamp konnte ich nur Wien auswählen.

CF: Worauf spielt der Titel des Albums an?

CJ: Der Titel soll eine Anspielung darauf sein, dass das Leben und Menschen mehrere unterschiedliche Gesichter gleichzeitig haben können.

CF: Die zehn Songs auf dem Album wurden von dir geschrieben, alle Instrumente von dir eingespielt und gemixt. Selbst das Cover des Albums hast du selbst gefertigt. Ist diese DIY-Attitüde Philosophie, oder machst du aus der Not eine Tugend?

CJ: Das ist eher Philosophie, alleine kann ich die Musik und das Erscheinungsbild gezielter in die Richtung lenken in die ich sie haben möchte und bin schneller, einen gesamten Song zu schreiben. Außerdem kann ich mich in jeder Hinsicht künstlerisch entfalten.
Natürlich spricht nichts dagegen meine Aufnahmen auch mal in einem Studio aufzunehmen, die Instrumente würde ich klarerweise auch dann selber einspielen.

CF: Zwei Wochen für eine komplette Albumproduktion ist nicht schlecht. Beabsichtigst du, in diesem Tempo fortzufahren?

CJ: Ich hab auf jeden Fall vor, in regelmäßigen Abständen weitere Musik zu releasen und bin auch dauerhaft am Songs schreiben.

CF: Stimme und Instrumente sind verhallt, die Gitarre und die Stimme stehen im Vordergrund. Könnte auch das Konzept einer Shoegazer Band sein. In welcher musikalischen Nische siehst du dich?

CJ: Schwierig zu sagen, die Frage hab ich mir auch schon des Öfteren gestellt.
Das Album ist ziemlich vielseitig und vermischt mehrere Genres z.B. Surfpop, Dreampop, Powerpop und Punk aber da soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.

CF: Hast du vor, auch live aufzutreten? Wirst du dir dafür Gastmusiker einladen?

CJ: Derzeit hab ich noch keinen Plan und möchte abwarten in welche Richtung sich das Projekt entwickelt.
Bei Liveauftritten würde ich dann wahrscheinlich mit Musikerfreunden spielen.

CF: Auf „I’m sorry“ klingt die Gitarre wie bei einem Song von New Order. Magst du die Band?

CJ: Der Name der Band ist mir bekannt aber ich kenne keines ihrer Lieder.

CF: Welche internationalen Bands würdest du jemanden empfehlen, der auf die Musik von SeeSea Jacobs steht?

CJ: Es ist schwierig eine Empfehlung zu geben, da ich mich selber von allen möglichen Richtungen inspirieren lasse.

CF: Du bedankst dich auf der Bandcamp-Seite für den support. Welche Supporter meinst du da?

CJ: Meine Familie, meine Freunde und jeder, der mich motiviert hat eigene Musik zu veröffentlichen.
Und natürlich auch jeder, der mich zukünftig unterstützt.

CF: Die Lyrics beschäftigen sich mit den Alltagsproblemen Jugendlicher. Es geht um die Liebe, die Clique, den Job usw. Wie wichtig nimmst du die Lyrics?

CJ: Englisch ist nicht meine Muttersprache, deshalb steh ich den Lyrics immer kritischer gegenüber als dem Instrumentalen.
Ich versuche hauptsächlich meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse so wie sie sich in meinem Kopf abspielen in Worte zu fassen ohne groß drum herum zu reden.
Einfach straight so wie ich es fühle.

CF: Wie schaut dein Plan für das restliche Jahr aus? Wirst du ein weiteres Album aufnehmen? Ein Video zu einem deiner Songs drehen? Eine Band gründen?

CJ: Mein Plan für das restliche Jahr ist in erster Linie so viel Musik wie möglich aufzunehmen und regelmäßig zu veröffentlichen. Ob das in Form eines weiteren Albums, einer EP oder Singles geschieht entscheide ich spontan. Auch möchte ich mehr auf den Sozialen Medien aktiv sein, momentan ist das ganze ja noch etwas leer und im Aufbau, aber das kommt alles noch.

http://instagram.com/con.jac/

Werner Harauer
Folge mir

Werner Harauer

Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
Werner Harauer
Folge mir

Letzte Artikel von Werner Harauer (Alle anzeigen)

Erzähl's weiter

Über den Autor

Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

Einen Kommentar hinterlassen