Senioren, ab auf den Seniorenfloor !

Geburtstagsfest zum 15-jährigen Bestehen des Seniorenfloor. Foto © Elias Kaltenberger, z.V.g.

Obergrafendorf: Am Samstag, den 4. Mai findet in der Pielachtalhalle in Obergrafendorf ein weiterer Seniorenfloor statt (zum fb-event). Julita Sporidis, Projektleiterin der Firma Fair Enough Veranstaltungs GmbH, welche neben dem Warehouse auch den Seniorenfloor betreibt, erzählt uns im Vorfeld über den ältesten regelmäßig stattfindenden Club in St. Pölten.

Ein Portrait von St. Pöltens wahrscheinlich ältester, noch existierender Partyreihe – dem Seniorenfloor

Die Entstehungsgeschichte des Seniorenfloor reicht bis ins Jahr 2003 zurück. Im Rahmen des zweiten „Melting Pot“-Festivals im VAZ St. Pölten wollten die Veranstalter einen „geschützten Bereich“ für die über 20-Jährigen Besucher innerhalb der Großveranstaltung schaffen. In Anlehnung an den VIP-Club in der ehemaligen Tanzfabrik in Radlberg, der damals größten Disco Österreichs, sollte dort spezielle Musik gespielt und ein spezielles Service geboten werden.
Richard Zuser hat den Seniorenfloor einige Jahre später aus dem Konnex des Melting-Pot-Festivals herausgelöst und mit Warehouse-Betreiber Norbert Bauer quasi als eigenständige Marke vermarktet. Inzwischen hat sich Zuser aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückgezogen und fungiert nurmehr als Berater. „Er hat immer ein gutes Motto und tolle Ideen parat wenn wir nicht mehr weiter wissen“, beschreibt Projektleiterin Julita Sporidis die Zusammenarbeit mit Zuser.
Der Seniorenfloor findet 4 bis 6 Mal im Jahr in besonderen Locations statt. „Die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Je nach Veranstaltungsort heizen die Residents DJane Sims, Soundchamelon, Marty McFly, DJ Bubikocho, DJ Ro, und DJ Not Quite zwischen 200-1500 begeisterten TänzerInnen mit 80er, 90er Hits und aktuellen Charts ein“, so Sporidis. „Aber die Suche nach geeigneten Locations gestaltet sich aufgrund des Veranstaltungsgesetzes als immer schwieriger.“

 

City-Flyer: Welche Funktion hast du im Warehouse inne? Welche Funktion übernimmst du beim Seniorenfloor?

Julita Sporidis: Ich arbeite in der Firma Fair Enough Veranstaltung GmbH welche das Warehouse betreibt und größere Events in St.Pölten und Wien veranstaltet.
Zu diesen Events gehören unter anderem das Marx Project in Wien, Beatpatrol Festival, Holi Festival sowie die Veranstaltungsreihe Seniorenfloor.
Ich bin in dieser Firma als Projektleiterin tätig und der Seniorenfloor ist meine „Lieblings-Veranstaltung“ 🙂 Da kann man sich so schön mit Motto und Dekoration ausleben.

CF: Richard Zuser hat den Seniorenfloor aus dem Konnex des Melting-Pot-Festivals im VAZ herausgelöst und quasi als eigenständige Marke vermarktet. Welche Funktion hat er heute inne?

Julita: Richard steht uns als Berater zur Seite. Er hat immer ein gutes Motto und tolle Ideen parat wenn wir nicht mehr weiter wissen 😀

CF: Den Seniorenfloor gibt es seit dem Jahr 2003. Kann es sein, dass er der längste regelmäßig veranstaltete Club im Warehouse ist?

Julita: Ja das könnte man schon so sagen. Wir sehen den Seniorenfloor aber als eine externe Veranstaltung zum Warehouse Club.

CF: Genießt der Seniorenfloor von eurer Seite besondere Aufmerksamkeit was die Vorbereitungen anbelangt?

Julita: Ja total! Es ist einfach aufwändiger eine neue Location zu suchen, diese dann auch zu bekommen, Motto und Dekoration abzustimmen. Aber es macht auch sehr viel Spaß, da es so gut angenommen wird und unsere BesucherInnen die viele Arbeit wertschätzen.

CF: Du hast es schon angesprochen: Der Seniorenfloor steht immer unter einem bestimmten Motto. Wie einfallsreich setzt das St. Pöltner Publikum das Motto in der Regel um? 

Julita: Da muss man ein großes Lob an unser Publikum aussprechen, die sind sehr einfallsreich! 🙂 Wir hatten schon einige Seniorenfloors wo das Motto zu 95% eingehalten worden ist.

CF: Wie oft im Jahr findet der Seniorenfloor in der Regel statt?

Julita: Wir versuchen meistens den Seniorenfloor 4-6 mal im Jahr zu veranstalten, leider gelingt das aufgrund der Schwierigkeiten mit dem „neuen“ Veranstaltungsgesetz nicht immer.

CF: Der letzte Seniorenfloor musste aufgrund fehlender Betriebsstättengenehmigung kurzfristig verschoben werden. Warum ist es so schwer, geeignete Locations zu finden? 

Julita: Es wird mit dem Auflagen seitens Behörden immer schwieriger neue und besondere Locations zu finden und dann auch umzusetzen.

CF: Was steckt hinter der Idee, den Seniorenfloor in abwechselnden Locations stattfinden zu lassen?

Julita: Veranstaltungen sollen für ein paar Stunden die Gäste aus dem Alltag raus holen, da sind natürlich abwechslungsreiche Locations die perfekte Möglichkeit dazu.

CF: Wie heißen die Resident-DJs?

Julita: Zu unseren treuen und großartigen Resident-DJs zählen: DJane Sims, Soundchamelon, Marty McFly, DJ Bubikocho, DJ Ro,  DJ Not Quite,

CF: Aus welchem Jahrzehnt stammen die meisten Hits, die am Seniorenfloor gespielt werden? Ich tippe auf die 90er, weil der Durchschnitts-Besucher damals ein Teenager war.

Julita: Also zur tanzbaren Musik für unsere Gäste zählen auf alle Fälle die 80er, 90er und die aktuellen Charts.

CF: Böse Zungen behaupten, die Kremser Veranstalter haben das Konzept des Seniorenfloor kopiert. Wie siehst du das?

Julita: Ich bin der Meinung das Seniorenfloor nach wie vor einzigartig ist und es freut mich, dass das Konzept so gut angenommen wird.
Es ist schön zu sehen das die „Senioren“ nach wie vor in Partylaune sind, egal ob in St.Pölten oder Krems.

CF: Der nächste Seniorenfloor findet am 4. Mai in der Pielachtalhalle in Obergrafendorf statt. Sind irgendwelche specials geplant?

Julita: Jeder Seniorenfloor ist ein besonders Special, jedoch wollen wir die BesucherInnen überraschen und nicht schon im Voraus alles verraten.

CF: Man darf erst mit 23 Jahren am Clubbing teilnehmen. Ist man mit 23 schon ein Senior?

Julita: Ursprünglich zählte man in der St.Pöltner Veranstaltungsszene mit 23 Jahren zu den Senioren, daher auch der Name. Jedoch hat sich das in den letzten Jahren deutlich gewandelt und es gibt für Partyfreunde über 23 Jahren ein immer größeres Angebot, da die Nachfrage danach gestiegen ist.

CF: Die Besucherzahlen bewegen sich durchschnittlich von bis?

Julita: Es kommt immer auf die Location an, aber wir haben zwischen 200-1500 begeisterte TänzerInnen auf den Seniorenfloors.

CF: Wenn du dir den perfekten Seniorfloor-Besucher „zusammenbauen“ könntest, wie würde er aussehen? Wie alt wäre er? Welche Kleidung würde er tragen? Welche Musik hören?

Julita: Der/Die perfekte BesucherInn ist immer dem Motto getreu gekleidet, tanzt die ganze Nacht und hat genauso viel Spaß an der Veranstaltung wie wir bei der Vorbereitung und der Durchführung 🙂

Infos zum Seniorenfloor findet ihr auf
www.facebook.com/seniorenfloor

Werner Harauer
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Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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