The Zsa Zsa Gabor’s und Scurf im Warehouse

The Zsa Zsa Gabor’s gaben alles auf der Bühne im Warehouse. Foto © Claudia Zawadil

Das Veranstalterkollektiv der Rock’n’Roll Highschool hat sich für den St. Patrick’s Day ein besonderes Band-Package einfallen lassen: erstens lokalpatriotisch ausgerichtet, nämlich zwei St. Pöltner Bands on stage und zweitens traten beide Formationen in Dreierbesetzung Gitarre / Bass / Schlagzeug an, was in der Regel  „wild“, „auf’s Wesentliche reduziert“ und „Party pur“ bedeutet. Schauplatz war das Warehouse.

Scurf – erstmals live

Sänger und Gitarrist Felix, Constantin am Bass und Markus am Schlagzeug haben sich erst kürzlich zusammengeschlossen und machen seither die Gegend unter dem Bandnamen Scurf unsicher. Auf der Bühne standen die drei Musiker an diesem Abend zum ersten Mal. Anmerken tat man es den Debutanten nicht – weder am Bühnengebaren, noch musikalisch. Scurf wissen um ihre technischen Grenzen und verbuchen diese einfach auf der Haben-Seite. Das heißt: sich auf’s Wesentliche beschränken  und das dafür umso inbrünstiger und mit viel Haltung rüberbringen.
Vergleich gefällig? Die gottgleichen Ramones haben dieses Erfolgsrezept am reinsten destilliert. Aber auch The Sonics, The Groupies oder Link Wray & His Ray Men, allesamt frühsechziger Garage Rock Bands, waren aus demselben Holz geschnitzt.
Ein Riesenspaß also, dem Bum-Tschak zuzuhören und ordentlich mit dem Arsch zu wackeln, was die Leute in der gut gefüllten kleinen Halle auch ausgiebig taten.
Und überhaupt die Leute! Ein eigenartiges Völkchen aus 16- bis 56-Jährigen versammelte sich vor der Bühne, um dem ersten Auftritt von Scurf beizuwohnen. Und der allgemeine Tenor war: Daumen hoch!

The Zsa Zsa Gabor’s – 5 Jahre und kein bisschen leise

Gegründet im 2013er Jahr gehören The Zsa Zsa Gabor’s schon zu den alten Hasen in stp. Ihr Metier ist der straighte Punk aus der Frühphase des Punkrocks. Musikalisch lehnen sie sich also nicht an die melodischen 77er-Klassiker an, die jeder kennt, sondern schreien den Zuhörern wütende Punk-Songs mit politischen Inhalten entgegen.
Als der Alkoholpegel der meisten Zuhörer zur vorgerückten Stunde schon weit über dem Fahrtauglichkeitslimit lag, konnten Mots T. Sux am Bass, Hurrican Harry an der Gitarre und am Mikrophon und ZZ Gabor an den Drums ihre Stärken voll ausspielen. Zu einem ordentlichen Mosh reicht es zwar nicht mehr, weil das Publikum auszudünnen begann, aber die Standhaften – hauptsächlich Männer im besten Alter – feuerten den Dreier auf der Bühne immer wieder auf’s neue an.
Die bierselige Stimmung muss man mögen. Aber was erwarte ich mir am St. Patrick’s Day? Und ist ein guter Rausch bei einem Auftritt von The Zsa Zsa Gabor’s nicht sowieso fast Pflicht?

Galerie mit 40 Pics (c) Claudia Zawadil Du musst eingeloggt sein, um die Bilder sehen zu können!

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    Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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