Dives Album-Releaseshow

22-11-05-Dives-wuk
Wann:
5. November 2022 um 20:00 – 22:00
2022-11-05T20:00:00+01:00
2022-11-05T22:00:00+01:00
Wo:
WUK
Währinger Straße 59
1090 Wien
Kontakt:
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WUK: Das Wiener Indie-Trio Dives präsentierte mit „Teenage Years Are Over“ ein großartiges Debütalbum – jetzt ist das ersehnte zweite Studioalbum in den Startlöchern und erste unveröffentlichte Songs daraus werden 2022 bereits live zu hören sein.
Als das Wiener Trio Dives 2017 Jahren mit seiner Debütsingle „Shrimp“ als frische Brise auf’s österreichische Indie-Pop-Parkett fegte, fühlte sich das an, als würde alles an seinen Platz fallen. Eine prominente Bassline, ein genau richtig rumpelndes Schlagzeug, dazu Surfgitarre und der Tanz von zwei Stimmen, die einander umspielen und ergänzen: Ein Song wie ein Sommertag, spontan und intensiv, leicht wehmütig und einen Tick zu kurz, und er legte den Grundstein für ein Füllhorn an weiteren guten Liedern, die Tamara Leichtfried, Viktoria Kirner und Dora de Goederen noch schreiben würden. Die tragen Titel wie „Drum“, „Waiting“ oder „Tomorrow“ und erzählen von Freundschaften und Sehnsüchten, von Self Care und Zusammenhalt gegen die Kälte von außen. „How can you feel when your hearts are made of stone?“, diese Frage richtet etwa „Tomorrow“ wieder und wieder an ein „Ihr“.
Musik als Antidot gegen die Verrohung: Dives-Songs geben Halt und haben Haltung. Mit dem erleichterten Ausruf „Teenage Years Are Over“ in Albumtitelform nahmen Dives im Herbst 2019 nach ihrer Debüt-EP auch die Langstrecke mit Stil. Wieder fügten sich Garagenrock und Surfpop, Breeders-Harmoniegesänge und Indie mit 90er-Schlagseite zu dem großen Kunststück der Band zusammen, das den Fall des Patriarchats mit Augenzwinkern und Nonchalance einläutet.
„Chico!“ wurde im gleichnamigen Album-Opener kurzerhand über die Straße zurückgepfiffen, später in „Nightdrive“ hieß es unbekümmert: „Don’t you know, I’m not falling for you“. Denn das Ende von Unsicherheiten und Teenage Angst aus dem Albumtitel geht auch einher mit den diversen Verantwortungen des Erwachsenseins, und dies ist möglicherweise die schlechte Nachricht für jene, die noch immer glauben, dass ihr – wenngleich naiver – Alltagssexismus als Kompliment zu gelten hat. „Er hat es nicht so gemeint“, diesen Ohrwurm von einem Satz aus dem Leben jeder Frau* griffen Dives auch in ihrer Single „Burger“ auf, eines der ersten Lebenszeichen der Band seit der Ehrenrunde ihres Albums durch zahlreiche Feuilletons und Jahresbestenlisten.
Zu „Burger“ gibt es ein einzigartiges Musikvideoprojekt inklusive eines eigens programmierten und auch außerhalb des Musikvideos (Regie & Realisation: Sarah Kreuz), in jedem Browser online spielbaren Games (Realisation: Kinaya Studios). Wir folgen darin einem sprechenden Burger durch diverse Stationen des im Song behandelten Alltagssexismus gegenüber Frauen*, dazu erklingt als eigenes Sound-Design zum 80er-Jahre Games-Stil ein Spezial-8-bit-Remix der Single. Dives arbeiteten dafür ausschließlich mit Frauen, jeweils aus den Bereichen 2D-/3D-Animation sowie Game Development, zusammen.
In ihrer aktuellen Single „Streets“ singen Dives über die Sehnsucht nach langen Nächten und lauen Sommerabenden, über das Nicht-Nachhause-Gehen-Wollen, die Zerstreuung und das Loslassen. Sie singen über jene besondere Abende, durch die man schwebt, schwerelos, frei vom Ballast und mit dem Kopf in den Wolken: Stell dir vor, der Sommer wäre noch nicht zu Ende, der Sprudel würde ewig fließen und jeder Sonnenaufgang wäre Vorbote des nächsten rauschenden Fests.
Und das Fest geht weiter – denn Dives wissen, was sie können, was sie zu dritt ausmacht und welche Songs sie schreiben wollen. Mit ihrem ersten Longplayer sind sie in die Riege der großen Indie-Bands Europas aufgestiegen und haben über 13 Länder bespielt. Das im Oktober 2022 erscheinende Album wird eine Fortsetzung der Bandgeschichte, ein Zeugnis musikalischen Zusammenwachsens und Ausdruck neu gelernter Arbeitsweisen während der Pandemie sein. Wie gewohnt abwechslungsreich aber dem unverwechselbarem Dives-Sound treu bleibend, leichtfüßig aber selbstbewusst.

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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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