Die Entstehungsgeschichte des Films ist wahrlich ein Kind unserer Zeit: Ausgangspunkt ist das einflussreiche Imageboard 4chan, wo 2019 zwei leere Räume, in ein eigenartiges Office Yellow getaucht, für Diskussionen sorgten – als Metapher für die Untiefen des Unterbewussten. Aus diesen Bildern entwickelte sich das Sub-Genre Creepypasta: viral verbreitete Horrorvisionen, die Kane Parsons ab 2022 auf YouTube als Videoserie mit dem Titel Backrooms aufgriff und weiterentwickelte. Unter Beteiligung des Kultstudios A24 entstand schließlich der Film. Die Hauptrollen übernahmen zwei bekannte Gesichter: Chiwetel Ejiofor (Clark) und Renate Reinsve (Dr. Mary Kline).
Praktisch der gesamte Film spielt im bzw. unter dem Möbelgeschäft The Ottoman Empire. Der Besitzer Clark hat eine unglückliche Scheidung hinter sich und befindet sich bei der Therapeutin Dr. Mary Kline in Behandlung. Im Untergeschoß des Ladens entdeckt er, dass man durch die Wand in eine andere Welt gelangt. Die sogenannten Backrooms sind in den Farbton Office Yellow getränkt: schier endlose Gänge und Räume, die bedrohlich wirken, in mehreren Ebenen zu verlaufen scheinen und von ihrer Architektur her an die rätselhaften Bildwelten von M. C. Escher erinnern. Die Spannung baut sich mit dem Erkunden des unterirdischen Labyrinths stetig auf – befeuert von einem passenden Soundtrack.
Der zweite Teil des Spannungsbogens sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Der noch sehr junge Regisseur Kane Parsons nimmt Anleihen an Brian De Palmas Horrormeisterwerk Carrie ebenso wie an David Lynchs Twin Peaks. Bei genauerem Hinsehen durchschreitet Backrooms das gesamte Œuvre des Horrorfilms. Gänsehaut ist somit garantiert.
Backrooms
Regie: Kane Parsons
Darsteller:innen: Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve
USA, 2026
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