Bambi Died In Fire: Harter Stoff für Metalheads

Bambi Died In Fire Foto: Anja Benedetter, z.V.g.
Bambi Died In Fire; Foto: Anja Benedetter, z.V.g.

Kaum jemand weiß von den Plänen der drei Musiker*, als sie während der Pandemie in den Proberaum steigen. Drei Jahre später treten Bambi Died In Fire als offizielle Band und mit einem fertigen Konzeptalbum an die Öffentlichkeit.

Fragen: Werner Harauer
Foto: Anja Benedetter, z.V.g.

City-Flyer: Als Musiker kennt man euch von den Bands Slooga, The Attic und Anti-Kontra. Welche Motivation stand dahinter, euch zusammenzuschließen und die Band Bambi Died In Fire zu gründen?

Mario Sluga: Ich kannte Andi von einem Jam im Musikgeschäft. Ich hab ihn gefragt und mit ihm begonnen im Proberaum zu jammen um zu sehen, ob’s passt zwischen uns und hab schon eine Basis an unfertigen Songs mitgebracht. Unser gemeinsamer Nenner für den Bass war der Felix, den wir dann auch gleich besucht haben. Felix kannte ich von der Guitar Night 2019.
Felix war sehr angetan von der Idee und es hat auch zu dritt gleich gepasst. Es war kurz vorm ersten Lockdown und wir hatten dann sehr viel Zeit, um heimlich im Proberaum zu jammen, zu proben, Songs fertig zu machen, ein Konzeptalbum auszuarbeiten und zu recorden.

Felix Buchner: Begonnen hat alles – wie so viele gute Geschichten – im Nårrnkastl. Mario und Andreas haben mich, wenn ich mich richtig erinnere, im September 2020 nach dem ersten Corona- Lockdown gefragt, ob ich Interesse hab Bass zu spielen und in die Band einzusteigen. Nachdem zu der Zeit eh noch nicht so viel möglich war, hatte ich zur Abwechslung mal ausreichend Zeit, um mich in ein neues Projekt zu stürzen. Bald stand der Plan, gemeinsam ein Album zu produzieren.

CF: Wer hatte die Idee für die Band? Und wer bestimmt die Ausrichtung der Band?

Mario: Ich hatte die Idee und habe den musikalischen Grundstock mitgebracht, aber wir bestimmen zu dritt – soll heissen wir sind sehr demokratisch. Wir machen uns das hart mit unseren Geweihen aus und wenn das nichts hilft betrinken wir uns einfach.

Felix: Das Konzept und die Songideen stammen von Mario, ich war dann eher mit dem Feinschliff der Songs und mit der Produktion beschäftigt. Die Ausrichtung war da sehr schnell gefunden.

CF: Habt ihr schon in einer anderen Formation zusammengespielt?

Mario: Nein.

CF: Ihr habt eben die beiden Singles „Save Yourself“ und „Celtic Spin“ veröffentlicht. Die krachen gewaltig und erinnern mich an den frühen Grunge. Wo würdet ihr die Songs musikalisch verorten?

Mario: Schubladen sind immer eine schwierige Sache und auch sehr am Erfolg beteiligt. Unsere Musik ist sehr breit gefächert: von links nach rechts absteigend in Wichtigkeit und Menge: Rock, Hardrock, Metal, Punk, Hardcore was auch immer … Möglicherweise auch Grunge und Stoner aber wer kann das schon sagen? ☺

Felix: Für mich ist es ein Mix aus Grunge und NuMetal.

CF: Während der Recherche zu diesem Artikel habe ich die Lieblingssongs aus meinen Twens – von Soundgarden, den Melvins, Tad und Mudhoney – gehört und finde sie noch immer groß. Ist es nach 35 Jahren an der Zeit, ein Grunge-Revival zu starten?

Mario: Ich glaube, Revivals sind überflüssig. Man könnte der breiten Masse auch die Sixties als neu verkaufen, ausser wir würden berühmt werden und auf Tour gehen wollen. Dann ganz klar: Revival – wichtig ☺
Ich sehe uns jetzt nicht als Grungeband und für mich sollte das auch jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Ausserdem kommen noch die restlichen Songs des Konzeptalbums. Die nächsten drei starten im März und das ganze Album kommt im Mai, da kann sich dann jeder ein besseres Bild machen.

CF: Kurt Cobain und Co. waren bekannt für ihre lamoyanten Texte. In den 90er-Jahren, als Grunge groß wurde, herrschten im Vergleich zu heute paradiesische Zustände. Worum geht es in euren Texten? Problematisiert ihr euer Innenleben? Oder erzählt ihr von der Scheisse zum Quadrat, die euch vor der Haustür erwartet?

Mario: Beides ☺ Aber verpackt in ein Konzeptalbum mit einer mit Monologen und Dialogen unterlegten Spielgeschichte, in der es um einen fiktiven Typen geht, der natürlich auch eine Frau sein könnte, der/die in den zwölf Tacks so gut wie alles durchlebt, was man nicht braucht oder vielleicht doch – wer weiss …

CF: Als Grunge-Musik definierte man Bands, die Metal mit Punk verschmolzen. Bei Bambi Died In Fire sind die Metal-Einflüsse unüberhörbar. An welchen Metal-Bands lehnt ihr euch an?

Mario: Pantera, Life of Agony, Type O Negative, …

Felix: Die erste Amtshandlung nach der Bandgründung war tatsächlich eine geteilte Playlist, um die Einflüsse der anderen und damit ihr musikalisches Schaffen auch besser verstehen zu können. Für mich gehören da auch Alter Bridge und Limp Bizkit dazu.

CF: Kommt der Metal von Mario und der Punk von Felix und Andreas?

Felix: Kann man so schwer sagen, wir bewegen uns ja alle musikalisch in mehreren Genres. Hier war schnell klar, dass härtere Geschütze aufgefahren werden, und damit hab ich mich sehr schnell anfreunden können. Mario’s Arbeitstitel zu seinem Song „Candice“ war zum Beispiel „Fast Punk“. Der Name ist Programm.

CF: Welchen Sinn macht es, seine verschiedenen musikalischen Interessen in verschiedenen Bands auszuleben?

Mario: Ausgleich. Expression. More. Und verschiedene Stilrichtungen brauchen verschiedene Bands.

CF: Ihr seid als Bambi Died in Fire im Herbst das erste Mal auf der Bühne gestanden und zwar beim „Planet Festival Tour Qualifying“ in der Szene Wien. Ich glaube, das Publikum dort ist sehr aufgeschlossen. Wie verlief der Auftritt?

Felix: Das war unsere erste Feuer-Probe, da niemand von uns genau wusste, wie der andere so auf der Bühne performt oder reagiert. Das Feedback von den anwesenden Metalheads war sehr gut.

CF: Hattet ihr euch auch die Hirschgeweihe übergezogen, wie auf den Promofotos? Stylemäßig hat euer Outfit auf den Fotos kaum was mit Grunge zu tun.

Felix: Wenn uns live nach Hirschgeweih ist, dann eher flüssig in Verbindung mit 56 Kräutern, das Flanellhemd war beim Fotoshooting grade in der Wäsche 😉

CF: Wie seid ihr auf den exotischen Namen gekommen? Nimmt er Bezug auf euch, auf eure Musik?

Felix: Der Name kam von Mario, und nimmt schon Bezug auf die Themen die im Album behandelt werden. Es geht um das Erwachsenwerden und mit Problemen, Erwartungen, Enttäuschungen und der eigenen Psyche umzugehen. Zwischen „sich die Finger verbrennen“ und gleich ganz ausbrennen ist da heute nicht mehr viel Platz.

CF: Wären Nirvana berühmt geworden, hätten sie sich „Bambi Died In Fire“ genannt?

Mario: Nein, Nirvana ist Nirvana und die Bambis sind die Bambis!

CF: Ihr habt zwei Singles veröffentlicht und von einem kommenden Album gesprochen. Gibt es die restlichen Songs für das Album schon? Wie viele werden es sein? Sind es laute Kracher oder schlagt ihr auch sanftere Töne an?

Mario: Die Songs sind alle längst fertig, es sind 12 Tracks – ein Konzeptalbum mit eingearbeiteten dramatischen Monologen und Dialogen.
Es gibt da und dort Blumenwiesenstellen aber im großen und ganzen haben wir die Rasenmähermentality angesetzt!

CF: Habt ihr schon einen Namen für das Baby? Und habt ihr schon einen Zeitplan, wann und auf welchem Label dieses Album erscheinen wird? Wieder auf Bloombox Records?

Mario: Das Album heisst „SAVE YOURSELF“. Also zwei Singles sind jetzt draußen im März kommen die nächsten drei und im Mai das ganze Album! Video zu „Celtic Spin“ ist auch draussen. Das Video und die Audios sind auf allen Plattformen.
Und ja, zurzeit sind wir bei Bloombox Records.

CF: Habt ihr genug Material für einen abendfüllenden Live Auftritt? Wann werden wir euch das erste Mal live sehen können?

Mario: Unsere Shows dauern zur Zeit eine knappe Stunde dann brauchen wir das Sauerstoffzelt ☺
Erste erfolgreiche Auftritte 2023 gab es schon, zurzeit arbeiten wir hart an der „ROADKILL TOUR“ für 2024 – don’t miss it ☺

CF: Vielen Danke, dass ihr euch Zeit für das Interview genommen habt.

*Besetzung:
Mario Sluga (guitar/vocals)
Felix Buchner (bass/backing vocals)
Andreas Özelt (drums)

 

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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      Werner
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