Benjamin Skupien: Ballett Leidenschaft, Triumph

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Benjamin Skupien Foto © Antonio Detex, z.V.g.

#STPvonaußen – Benjamin Skupien erweckt mit 21 Jahren die Kunst des Balletts mit seiner leidenschaftlichen Ausdrucksweise zum Leben. Seine Reise begann unkonventionell: von einem Kind, das zunächst nicht tanzen wollte, zu einem begeisterten Tänzer. In einem exklusiven Gespräch gewährt er einen Blick hinter die Kulissen seiner faszinierenden Ballettwelt.

Benjamin Skupien startete seine Reise mit drei Jahren an der Ballettschule Evita Easton in Salzburg, wo seine Mutter sein Bewegungsbedürfnis weiter ausschöpfen wollte. Der Wechsel zum Schautanz an der Turn-Gym-Union-Salzburg, mit einer Verschmelzung von Ballett und Akrobatik, markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Durch seine alte Ballettlehrerin wurde er mit Peter Breuer, dem damaligen Chef des Salzburger Landestheaters, bekannt gemacht. Anschließend bekam er von diesem eine Einladung zum Summer-Workshop. Diese einzigartige Gelegenheit führte zu intensivem Balletttraining und weckte Benjamins Hingabe für diese Kunstform.

Der junge Tänzer gibt offen zu, nicht die idealen Voraussetzungen zu haben. „Meine Beine sind nicht besonders lang, die Füße nicht perfekt, und die Auswärtsdrehung der Hüfte ist begrenzt.“ Trotzdem überwindet Benjamin Herausforderungen durch Kraft, musikalisches Talent und Konsistenz im Training. Die Komplexität besteht darin, seine Grenzen zu überwinden, sei es bei der Dehnung oder der Streckung der Füße. Für Benjamin bedeutet Ballett, nie aufzuhören zu lernen und immer 100% zu geben. Konsistenz ist der Schlüssel, und er betont, dass „ein Tag ohne Fortschritt den Rückstand deutlich macht“.

Stolz blickt Benjamin auf Meilensteine seiner Karriere zurück: Eine Tageshöchstwertung im Schautanz beim Europacup 2015 mit seinem Solo als Gollum, zweifacher Vize-Europameister im Schautanz und die vierte Platzierung unter den Erwachsenen bei der Weltmeisterschaft mit 15 Jahren. 2023 erhielt er seine erste leitende Hauptrolle als Michael Jackson in “Moonwalk” von Peter Breuer. „Dieses Erlebnis, zwei Stunden lang die Hauptrolle zu verkörpern, ist schon überwältigend“, beschreibt er.

Die Welt des Balletts ist niveauvoll, und der Druck, perfekt zu sein, allgegenwärtig. Benjamin betont die Bedeutung von Regeneration. Ein ausgeklügeltes Ausgleichsritual, wie beispielsweise Zeit mit Freunden und Kollegen verbringen, Bäder nehmen und Kompressionsboots verwenden, trägt dazu bei. Die mentale Vorbereitung vor Auftritten ist für ihn ebenso wichtig wie die körperliche. Make-up, persönliche Rituale und kurze Gespräche mit sich selbst, um zu zeigen, wie dankbar er ist, helfen, die Aufregung in Vorfreude zu verwandeln.

Das Reisen mit dem Europaballett ist für Benjamin Skupien einer der Höhepunkte seines Berufs. Es macht ihm Freude, bezahlt zu werden, um die Welt zu bereisen. Auftritte in Kanada und anderen fernen Orten ermöglichen ihm nicht nur kulturelle Erlebnisse, sondern geben ihm auch die Gelegenheit, in renommierten Theatern aufzutreten. Diese Aspekte machen den Tanzberuf für ihn noch faszinierender.

Benjamin strebt persönliche und künstlerische Weiterentwicklung an. In seiner fünften Saison im Europaballett erwägt er Auditions bei namhaften Ensembles wie dem National Ballet in Amsterdam oder dem National Ballet of Canada in Toronto. Kreativität treibt Benjamin an, stets sein Bestes zu geben. Er sagt, dass im Ballett nur das Beste gut genug ist, und dieses Mindset prägt seine Arbeit als Tänzer und Choreograf. Als choreografischer Assistent von Peter Breuer und Probenleiter trägt Benjamin eine große Verantwortung. Er genießt die Herausforderung, die seine kreative Arbeit mit sich bringt. Der hohe Anspruch im Ballett hat laut Benjamin nicht abgenommen, sondern wird von der jüngeren Generation weitergetragen. Technisch sind die jungen Tänzer oft besser als ihre Vorgänger, jedoch glaubt Benjamin, dass Technik allein nicht ausreicht. Das Streben nach Perfektion in der Technik muss von einer tieferen Verbindung zum Tanz und der Fähigkeit, Emotionen auf der Bühne zu transportieren, begleitet werden.

Soziale Beziehungen im Ballettensemble spielen eine zentrale Rolle im Leben von Benjamin. „Durch das gemeinsame Wohnen und den intensiven Arbeitsalltag entstehen enge Bindungen zu den Mitgliedern der Company“, erzählt er. Und gibt zu, dass seine sozialen Kontakte hauptsächlich auf die Menschen aus dem Ballett beschränkt sind, mit denen er aufsteht, ins Training geht und arbeitet. Die Leute aus der Company sind seine soziale Gemeinschaft.  Benjamin ist dankbar für jeden stabilen sozialen Kontakt außerhalb des Balletts. Die werden vor allem durch seine Familie, insbesondere seine Mutter und seine Großmutter sowie seinen besten Freund aus Salzburg, aufrechterhalten. Obwohl sein intensiver Zeitplan wenig Raum für Kontakte außerhalb des Tanzens lässt, sind seine Mutter, die als Maskenbildnerin am Salzburger Landestheater arbeitet, und seine Großmutter ausreichend, um einen Ausgleich zu schaffen.

Die Frage nach der Zukunft, ob als Choreograf oder Tänzer, beschäftigt Benjamin. Während er als Tänzer bis etwa zum 40. Lebensjahr aktiv sein kann, wenn der Körper in guter Verfassung bleibt, hat er danach den Wunsch, als Choreograf oder Ballettmeister weiterzuarbeiten. Neben kleineren choreografischen Arbeiten plant er in diesem Jahr sein erstes Ballett für das Ensemble des Europaballetts zu choreografieren. „Aktuell steht der Tanz im Vordergrund“, sagt er, aber er sei offen für die Entwicklung seiner Karriere.

Mit seiner beeindruckenden Hingabe zum Ballett bleibt Benjamin nicht nur ein herausragender Künstler. Er ist auch ein inspirierendes Beispiel für diejenigen, die ihre Leidenschaft verfolgen. Sein Streben nach persönlicher und künstlerischer Weiterentwicklung sowie seine Offenheit für neue Herausforderungen zeichnen ihn als einen Tänzer aus, der stets versucht, die Grenzen der Kunstform zu erweitern. In einer Welt des Balletts, geprägt von Perfektion und Engagement, vermittelt Benjamin die Botschaft, dass wahre Größe nicht nur in technischer Meisterschaft liegt. Wichtig ist auch die Fähigkeit, Emotionen auf der Bühne an die Menschen im Publikum weiterzugeben und die eigene Leidenschaft mit anderen zu teilen.

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Text: Lara Acker
Foto: Antonio Detex, z.V.g.

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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      Werner
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