Daniel Kaplan – Impulsgeber der Szene

Daniel Kaplan: DJ, Veranstalter und einiges mehr Foto: Patrick Frischmann, z.V.g.
Daniel Kaplan: DJ, Veranstalter und einiges mehr Foto: Patrick Frischmann, z.V.g.

Am 23. April fand im Rahmen seines 26. Geburtstages das „Insanity Ukraine Benefiz“ im Warehouse statt. Daniel Kaplan verbindet mit der Zentrale der unkonventionellen Musik im Süden der Stadt eine jahrelange Beziehung als DJ, Veranstalter und als Stammgast. Und macht sich damit zum unentbehrlichen Innovator der hiesigen Szene. Ein Portrait des DJs und Mitinitiators zahlreicher Clubbing-Serien im Warehouse.

Das Konzept von „Insanity“ ist leicht erklärt: Musikalisch wird quer durch die Bank gespielt. Weder den Ablauf, noch das Auftreten der DJs und Gäste darf man hier allzu ernst nehmen. Der ideale Rahmen also für eine ausgelassene Geburtstags sause, noch dazu, wenn man das Format selbst erfunden hat.

Als Daniel Kaplan gemeinsam mit seinen Freunden Patrick Frischmann, Peter Schicho, Aleksander Kaplan und Thomas Winkelmüller die Trash Party „Insanity“ 2016 in Leben ruft, ist er bereits im St. Pöltner und Wiener Nachtleben bekannt wie ein bunter Hund. Auslöser war der Launch von „Fasten Your Seatbelts“ im Jahr 2014 im Warehouse, dem Club, der bald zu den größten Drum And Bass Events Österreichs zählen sollte. Als Nachfolger der langjährigen DnB-Veranstaltungsserie „City of Bass“ angedacht, arbeiten Daniel, sein Bruder Aleksander und Roman Koberwein am eigenen Profil der Veranstaltung. „City of Bass war mehr jungle- und raggalastiger als es FYS ist“, bringt er den maßgeblichen Unterschied der beiden Veranstaltungen auf den Punkt.

Die Idee zum Event „Fasten Your Seatbelts“, dessen Namen sich aus einem Song des australischen DJ- und Producer-Team Pendulum ableitet, stammt von Steve Ponta, Aleksander und Daniel Kaplan. Inzwischen ist man bei über 70 Events in acht Jahren angelangt, wenn auch die Veranstaltungen nach dem Re launch mitgezählt werden. „Wir hatten das Event mit einem neuen Namen versehen, nachdem das Projekt etwas eingeschlafen war. Im Grunde haben wir nicht viel verändert. Das Event heißt ja immer noch ‘Fasten Your Seatbelts’, nur eben abgekürzt ‘FYS’“, so Daniel.

Neben anderen Formaten mit unterschiedlichen Musikrichtungen, die er für das Warehouse ausrichtet, hostet der der hauptberuflich im Marketing tätige Tausendsassa auch auswärtige Veranstaltungen, jedoch coronabedingt mit abnehmender Frequenz. „Wir hatten früher öfter Floor-Hostings, unter anderem auch am Donauinselfest, jedoch konzentrieren wir uns nach den vielen Lockdowns momentan auf die Warehouse Events“, so Daniel, der immer in der Mehrzahl spricht, weil er sich als Team-Arbeiter sieht.

Wenn auf einem Flyer „LPH“ angekündigt wird, handelt es sich um das lose DJ-Team, dem unter anderem Daniel und sein Bruder Aleksander angehören. Seit 2019 tritt er auch unter seinem Eigennamen als DJ bei der Techno- Eventreihe „Impulse“ in der Grellen Forelle in Wien auf.

Ein DJ, der etwas auf sich hält, produziert seine eigene Musik im eigenen Studio. Daniel macht das seit etwa acht Jahren, vorrangig Techno und einige an Filmmusik angelehnte Kreationen. Zu hören gibt es seine Produktionen momentan nur in den Clubs, was sich aber bald ändern soll.
Am 21. Mai steht wieder ein „FYS“ am Programm. Neben internationaler Besetzung steht auch Daniel unter dem Pseudonym „LPH“ auf dem Flyer.

Interview: Werner Harauer
Foto: Patrick Frischmann, z.V.g.

City-Flyer: Am 23. April fand (der CF erscheint nach der Veranstaltung) im Rahmen deines 26. Geburtstages das „Insanity Ukraine Benefiz“ im Warehouse statt. Hast du das organisiert? Und was hast du mit der „Insanity“-Veranstaltungsreihe zu tun?

Daniel Kaplan: Gemeinsam mit meinen Freunden Patrick Frischmann, Peter Schicho, Aleksander Kaplan und Thomas Winkelmüller haben ich diese Trash Party 2016 ins Leben gerufen und wird von uns seither veranstaltet. Musikalisch wird da alles quer durch die Bank gespielt. Zu ernst darf man hier nichts nehmen.

CF: Am 21. Mai steht wieder ein „FYS“ (vormals „Fasten Your Seatbelts“) am Programm. Neben internationaler Besetzung stehst auch du unter dem Pseudonym „LPH“ hinter den Turntables. Tritts du unter „LPH“ noch mit deinem Bruder Aleksander auf?

Daniel Kaplan: Ja, wenn wir gerade beide Zeit haben. Meistens bin dann aber doch nur ich anzutreffen.

CF: Am 19. März fand das erste FYS seit dem letzten Lockdown statt. War es gut besucht?

Daniel: Es waren beide Floors gut gefüllt und die Stimmung war auch sehr gut.

CF: Sowohl am 19.3 als auch am 21. Mai wurde/wird als Alternative zu Drum and Bass in der Garage mit der Wickel Squad, Freigeister und Brandix Raggatek angeboten. Hat sich diese musikalische Stil-Kombination bewährt?

Daniel: Ja, die ist gut angekommen und wird es auf der nächsten Party auch wieder mit denselben Djs geben.

CF: Die Idee zum ursprünglichen Event „Fasten Your Seatbelts“ stammt von Steve Ponta, deinem Bruder und dir?

Daniel: Das ist korrekt. Die erste Party gab es 2014, und seitdem haben wir schon etwa über 70 Events veranstaltet.

CF: Der Name von „Fasten Your Seatbelts“ leitet sich von der gleichnamigen Fernsehserie ab? Oder vom gleichnamigen Song vom australischen DJ- und Producer-Team Pendulum?

Daniel: Tatsächlich vom gleichnamigen Pendulum Song. Ich glaube die Idee kam damals von Steve, wenn ich mich nicht irre.

CF: „Fasten your Seatbelts“ zählte zu den größten Drum And Bass Events Österreichs. Warum habt ihr es einem Relaunch unterzogen, bzw. ihm einen neuen Namen gegeben?

Daniel: Der Gedanke dahinter war, dem ganzen wieder etwas frisches Leben einzuhauchen, nachdem das Projekt etwas eingeschlafen war. Und im Grunde heißt das Event ja immer noch “Fasten Your Seatbelts”, nur abgekürzt.

CF: „FYS“ findet derzeit einmal im Monat statt?

Daniel: Ja und nein. Wir versuchen es schon monatlich anzusetzen, aber ab und an kann es einfach sein, dass wir keinen passenden Termin finden. Und in der Sommerpause (Juli und August) gibt es normal auch keine.

CF: Ist auch ein Open Air angedacht?

Daniel: Momentan nicht, aber wer weiß was die Zukunft bringt.

CF: Hast du als Veranstalter nicht den Drang, die stp-Drum And Bass Szene in die Welt zu tragen? Hostest du auch auswärtige Veranstaltungen?

Daniel: Wir hatten früher des öfteren Floor-Hostings, unter anderem auch am Donauinselfest, jedoch konzentrieren wir uns momentan nach den vielen Lockdowns eher mal auf die Warehouse Events.

CF: Deine Tätigkeit als DJ und Veranstalter beschränkt sich weiterhin auf DnB-Veranstaltungen?

Daniel: Nein, ich bin auch seit 2019 organisatorisch und als DJ unter meinem Eigennamen bei der Techno Eventreihe “Impulse” in der Grellen Forelle tätig.  Außerdem hatte ich im Warehouse schon verschiedenste Formate mit unterschiedlichen Musikrichtungen.

CF: Ein DJ, der nicht selbst produziert, gilt nicht als vollwertig. Arbeitest du auch im Studio?

Daniel: Ich produziere seit etwa 8 Jahren regelmäßig Musik. Momentan vorrangig Techno und einige an Filmmusik angelehnte Kreationen. Zu hören gibt es meine Produktionen leider momentan nur in den Clubs. Das wird sich aber bald ändern.

CF: Du bist im Marketing tätig. Wie bringst du deine musikalischen und organisatorischen Ambitionen mit dem Job unter einem Hut?

Daniel: Musik machen und Parties organisieren macht mir sehr viel Spaß, dadurch sehe ich es nicht als zusätzliche Arbeit. auch wenn der Tag mal länger war finde ich immer Zeit dafür.

CF: „Fasten Your Seatbelts“ war Nachfolger der langjährigen DnB-Veranstaltungsserie „City of Bass“. Kann man das so sagen?

Daniel: Ja, könnte man so sagen. Jedoch war das City of Bass damals mehr Jungle und Ragga lastiger, als es FYS wurde und ist.

CF: Willst du in die Fußstapfen von Rob Stefan treten?

Daniel: Nein, würde ich jetzt nicht so sagen. Natürlich ist der Werdegang ähnlich, auch weil wir uns dieselbe Heimatstadt teilen. Aber ich denke, ich habe mich in eine etwas andere Richtung entwickelt. Auch musikalisch.

CF: Du bist jetzt 26 Jahre alt. Ich hab nicht im Kopf, wann Rob Stefan das DJ-Dasein an den Nagel gehängt und in die Wissenschaft gewechselt hat. Hast du auch einen Plan B?

Daniel: Dadurch, dass ich nicht hauptberuflich in der Musik- und Eventbranche tätig bin, und mein Standbein eben im Marketing habe, brauche ich nicht wirklich einen Plan B. Aufhören ist momentan kein Thema, ich werde so lange weitermachen wie es mir Spaß bereitet.

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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