Der Freiraum feiert sein 15-jähriges Bestehen

Das Freiraum-Team bestehend aus Sebastian Haas, Christian 'Mecki' Dörr, Martin Rotheneder, Wolfgang Matzl, Dunja Haiderer, Stefan Weiss und Benjamin Muhr. Foto © Klaus Engelmayer, z.V.g.
Das Freiraum-Team bestehend aus Sebastian Haas, Christian 'Mecki' Dörr, Martin Rotheneder, Wolfgang Matzl, Dunja Haiderer, Stefan Weiss und Benjamin Muhr. Foto © Klaus Engelmayer, z.V.g.

Jahrzehnte wurde um eine Jugendkulturhalle gerungen, bis sie am 9. September 2005 in einem Teil des ehemaligen Schlachthofes offiziell eröffnet wurde. Die 15-jährige Geschichte des Freiraums ist geprägt von Einschnitten, deren größter wohl die Übersiedlung in die neu gebaute Konzerthalle am Arbeiterkammer-Areal war.
Im Interview mit Wolfgang Matzl, der die Konzerthalle in der Herzogenburger Straße seit ihrem Bestehen leitet, lassen wir die Vergangenheit kurz Revue passieren, bevor wie über das Jetzt und die Zukunft sprechen.

Interview: Werner Harauer
Foto: Klaus Engelmayer

City-Flyer: Wie schreibt man den Frei.raum jetzt korrekt?

Wolfgang Matzl: Bei der Gründung haben wir frei:raum geschrieben, um auf Google nicht Millionen Ergebnisse bei der Suche zu bekommen. Mittlerweile hat sich aber fast überall das einfache „Freiraum“ etabliert, so schreiben wir es auch.

CF: Wie fühlt es sich an, das 15-jährige Jubiläum des Freiraums zu feiern, wenn derselbe wegen der Pandemie geschlossen bleiben muss?

Matzl: Im September öffnen wir ja wieder, wenn auch in reduzierter Form, keine Stehkonzerte, limitierte BesucherInnenzahlen. Groß zu feiern hatten wir ohnehin nicht vor, 15 Jahre ist einerseits so ein ungerades Jubiläum und andererseits ist das gerade bei unserer Vielfalt gar nicht so einfach, eine Feier zu gestalten, die für das steht, was wir machen.

CF: Wie viele Veranstaltungen habt ihr im Jahr 2019 abgewickelt?

Matzl: 60 öffentliche Veranstaltungen, dazu noch 39 Tage mit Bühnenproben, Videodrehs, Workshops oder geschlossenen Veranstaltungen.

CF: Ich hab von einer Videoplattform läuten hören. Was habt ihr vor?

Matzl: Die wird demnächst starten. Wir werden St. Pöltner MusikerInnen/Bands/Persönlichkeiten in Form von Video-Interviews und gefilmten Live-Sessions portraitieren und das dann unter „musik.stp“ auf Social Media zeigen.

CF: Du bist von Anfang an dabei. Warst du bei der Eröffnung des Freiraums auch schon Jugendkoordinator?

Matzl: Ja, das ist Hand in Hand gegangen. Nach etlichen Jahren Leitung vom Jugendzentrum Steppenwolf bin ich in die neue Funktion gewechselt und hab mich im Freiraum dem Thema Jugendkultur angenommen.

CF: Hinter der Programmierung des Freiraums stand am Beginn noch ein loser Verein, bestehend aus jungen Menschen, die ihre Ideen einbrachten. Ich kann mich noch an Feigi, Karo, Thoms’n Roll, … erinnern. Wie hast du diese Zeit in Erinnerung? Hast du eine Anekdote auf Lager?

Matzl: Das war eine überaus spannende und auch anstrengende Zeit. Aus meiner Praxis im Jugendzentrum war ich gewohnt, Projekte mit Jugendlichen zu starten, die sich engagieren wollen und die sich einbringen können. Wie haben auch den Freiraum so gestartet, nach einem Aufruf an interessierte Leute haben sich etliche gemeldet, einige kannte ich ja vom Steppenwolf schon, einige kamen aus der Schlachthof-Initiative dazu, es war eine bunte Mischung. Im Freiraum-Team von damals waren: Sebastian Haas, Hari Gonaus, Max Zellhofer, Andrea Burlacu, Markus Feigl, Lukas Jakob Löcker, Eva Leutgeb, Caroline Riebler und Matthias Nabegger.
Alles wurde gemeinsam diskutiert und entschieden, alle Aufgaben verteilt und erledigt. Für die Startphase war das wichtig, allerdings kann man einen professionellen Betrieb rein mit einem ehrenamtlichen Team nicht aufrecht erhalten. Wir haben deshalb schon bald Christian „Mecki“ Dörr für die Programmierung angestellt, danach Sebastian Haas und Hari Gonaus als Techniker.
Anekdoten … pfuh, keine die man öffentlich machen sollte … sorry, da fällt mir nix ein.

CF: Wie viele Leute arbeiten zurzeit für den Freiraum?

Matzl: Das Kernteam besteht aus vier Personen, meine Wenigkeit, Martin Rotheneder als künstlerischer Leiter, Sebastian Haas als technischer Leiter und Benjamin Muhr als Lichttechniker. Dazu kommen der Pächter der Gastro, Stefan Weiss mit seinem Team, vor allem Dunja Haiderer, dann noch unser Fotograf Klaus Engelmayer und das Team der Silent Force Security. Nicht zu vergessen: Yüksel von der Firma Markas, der nach den Veranstaltungen die Reinigung übernimmt.

CF: Lange Zeit brachten sich Vertreter der verschiedenen Szenen ein und organisierten im Freiraum Punk-, Reggae-, Techno-, Drum And Bass-, Indie-Partys und Konzerte. Die Party- und Konzertveranstalter von außen sind weggebrochen. Woran liegt das?

Matzl: Das stimmt so nicht ganz, wir haben nach wie vor engagierte Veranstalter in den Bereichen Punkrock/ Metal/ Rock/ Country, die regelmäßig mit uns gemeinsam Veranstaltungen organisieren. Die Sparte der elektronischen Musik haben wir spätestens mit der Übersiedelung in die neuen Räumlichkeiten aufgegeben, das hat im Wesentlichen zwei Gründe:
Erstens sind mit der Einführung des Rauchverbots im Freiraum die BesucherInnenzahlen bei elektronischer Musik rapide in den Keller gerasselt. Wir haben uns vom ersten Tag strikt daran gehalten. Während woanders noch geraucht werden durfte, waren wir rauchfrei und das Publikum blieb aus. Bei Konzerten klappt das besser, in der Pause geht man raus eine rauchen, bei Clubbings stehen 100 Leute im Freien, rauchen und tratschen, der DJ legt vor leerem Saal auf. Das ist für alle unbefriedigend.
Und zweitens können andere besser Partymachen, der Freiraum ist keine Partylocation. Bei uns dreht sich alles um Kultur, die Livemusik ist im Zentrum. So gesehen hat sich das in St. Pölten gut aufgeteilt, jede Location macht, was sie am besten kann und alle profitieren.

CF: Soweit ich mich erinnern kann, übernahm Thomas Kern als Erster die künstlerische Leitung. Wann war das?

Matzl: Deine Erinnerung täuscht. Als erster war Christian „Mecki“ Dörr für das Programm zuständig, vorher war das lose im Team verteilt, in dem der Kerni übrigens nie war. 2006 haben wir uns entschlossen, das in einer Person zu bündeln.

CF: Seit 2012 leitet Martin Rotheneder den künstlerischen Bereich. Christian Dörr holte den Metal nach stp. Auf welchen Schwerpunkt setzt Martin Rotheneder?

Matzl: Ich würde das nicht so formulieren. Christian Dörr hat zu seiner Zeit den Schwung genutzt, der gerade da war. Jede Szene erlebt so ihr auf und ab. Dörr hat im Freiraum bei weitem nicht nur Metal veranstaltet, da war immer für alles Platz.
Martin Rotheneder hat viel Gespür bewiesen, er ist in vielen Genres und Szenen am Puls, hat viele Kontakte und das kann er bei der Programmierung nutzen. Er setzt auf die Vielfalt, eindeutig. Und es gelingt ihm, die richtigen Leute zusammenzubringen. Der Schwerpunkt heißt aber generell Qualität. Jede unserer Veranstaltungen wird sorgfältig vorbereitet, vorbesprochen und geplant. Wir kümmern uns um jedes Detail, wir unterstützen die KünstlerInnen und Bands nach Kräften, wir wollen die perfekte Umgebung bieten, den besten Sound, das schönste Licht. Dass uns das ganz gut gelingt, zeigen die Rückmeldungen, die wir erhalten.

CF: Der neue Freiraum wurde im Frühjahr 2014 übergeben. Was hat sich geändert? Gehen jetzt Dinge, die vorher nicht möglich waren? Hat sich das Publikum gewandelt?

Matzl: Mit der Übersiedelung in den neuen Freiraum hat sich natürlich einiges geändert, wir haben auch die Chance eines Neustart genutzt. War schon der alte Freiraum nicht schlecht, haben wir den neuen von Grund auf mit dem Architekten mitgeplant und gestaltet. Wir haben natürlich auch eine Menge Aufmerksamkeit bekommen. Viele wollten den neuen Freiraum sehen, auch viele, die vorher noch nie da waren. Das haben wir genutzt und auch neue Besuchergruppen erreicht, für die der alte Freiraum vielleicht zu sehr als Jugendzentrum abgespeichert war. Die Abgrenzung war da zu Beginn nicht immer sehr einfach.

CF: Welche Zielgruppe spricht der Frei.raum an?

Matzl: Ganz generell alle, die an Livemusik interessiert sind, das war und ist unser Schwerpunkt. Daneben gibt’s immer wieder Theater, Literatur, Ausgefallenes aller Sparten, für Schulklassen, Communities und Freunde von ungewöhnlichen Veranstaltungen. Wer sich für Kultur in St. Pölten interessiert, kommt irgendwann mal mit dem Freiraum in Kontakt, das ist unsere Erfahrung.

CF: Wären nicht die Studenten der FH und der NDU das Zielpublikum, das es hauptsächlich zu erreichen gilt? Die Studenten tragen mit ihrer Meinung über die Stadt und deren Kulturangebot, das sie in ihre Heimatgemeinden verbreiten, viel zur Außenwahrnehmung der Stadt bei.

Matzl: Wir haben eine Kooperation mit der FH. Einmal im Jahr findet die EXMedia bei uns statt. Das ist jedesmal ein bemerkenswerter Event, bei dem die StudentInnen den Freiraum in seiner Gesamtheit bespielen und technisch ausreizen. Darüber hinaus sind StudentInnen genauso willkommen wie alle anderen auch.

CF: Wie lautet der kulturelle Auftrag des Freiraums?

Matzl: Förderung und Unterstützung von Nachwuchs, regionalen KünstlerInnen und Subkultur.

CF: Vom ursprünglichen Gedanken eines Kulturzentrums ist nicht viel übrig geblieben. Glaubst du, dass der Sonnenpark, der ja jetzt massiv ausgebaut werden soll, die Erwartungen, die in den „Schlachthof“, wie der Frei.raum in der Projektphase genannt wurde, erfüllen wird können? Also Ateliers, Proberäume, Bühne, usw. anbietet?

Matzl: Das Großprojekt „Schlachthof“, auf das du dich wahrscheinlich beziehst, war der Entwurf für so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau im (Jugend)Kulturbereich und wurde schließlich nie umgesetzt. Leider oder gottseidank, da scheiden sich jetzt die Geister. Ob das funktioniert hätte, kann heute auch niemand sagen. Im Konzept wurde immer Wert auf die Unterstützung der lokalen Szene gelegt, das wurde mit dem Freiraum geschaffen.
Der Sonnenpark bzw. der Kulturverein lames ist ein wichtiger Baustein im soziokulturellen Leben der Stadt, der zu Recht zusätzlich aufgewertet wird. Wenn die Erwartungen die sein soll, dass eine Location alles abdeckt, dann wird die enttäuscht werden, das ist schlichtweg so nicht möglich.

CF: Werden die jungen Kulturschaffenden neuerlich um ein Kulturzentrum kämpfen müssen? Oder kommt ihr ihnen zuvor und habt schon einen Freiraum, Version 3.0 in der Schublade?

Matzl: Warum kämpfen, wenn man überzeugen kann? Wenn es ein tolles Konzept gibt, egal wofür, wird man sich das anschauen.

CF: Könnt ihr den Kulturauftrag erfüllen, wenn ihr die momentan wichtigsten Musikbereiche, nämlich HipHop und die komplette Elektronische Musik nicht bedient?

Matzl: Ja, sicher, wir füllen die Lücken, die sonst niemand abdecken kann oder will.

CF: Vor unserer Haustür in Wien tummeln sich dutzende Bands, die dort abgefeiert werden, aber die wenigsten kommen in den Freiraum. Und wenn die eine oder andere Band nach St. Pölten kommt, dann ins Cinema Paradiso. Von der Technik her habt ihr wesentlich mehr zu bieten und sie wäre bei euch auch besser aufgehoben. Wieso ist das so?

Matzl: Wir kümmern uns um Nachwuchs, Regionales und Subkultur, das ist unsere Kernaufgabe. Eine Band aus St. Pölten bzw. aus der Region bekommt bei uns mit Sicherheit einen Slot, eine Band aus Wien nur vielleicht. Wenn in Wien Bands abgefeiert werden ist das schön, es ist aber auch schön, wenn die St. PöltnerInnen „ihre“ Bands abfeiern. Wir haben auch kein Interesse, eine Konkurrenz zu anderen Locations aufzubauen und Band oder Publikum abspenstig zu machen.
Das angesprochene Cinema Paradiso kann durch das Crossmarketing mit dem Kino die Fans der in Wien abgefeierten Bands am besten erreichen. Gelegentlich kommen solche Shows auch durchaus erfolgreich in unser Haus, z.B. die FM4 Überraschungskonzerte mit Yasmo und Schmids Puls. Generell überlassen wir dieses Feld aber aus oben genannten Gründen eher den Kollegen vom Cinema.

CF: Wie viel Jahresbudget habt ihr für die Künstler eingeplant?

Matzl: Da gibt es keine fixe Summe, weil die Gagen fast immer auf Umsatzbeteiligung abgerechnet werden, 70% der Einnahmen gehören den KünstlerInnen, 30% dem Freiraum. Fixgagen zahlen wir nur in Ausnahmefällen.

CF: Martin Rotheneder sprach in einem früheren City-Flyer Interview von der Aufgabe, das vorhandene Angebot mit dem Publikum zusammenzubringen. Wie funktioniert die „Vermarktung“ des Freiraums?

Matzl: Angesichts der BesucherInnenzahlen und des Feedbacks funktioniert das bestens.

CF: Das VAZ setzt nach wie vor auf Plakate. Der Freiraum nurmehr auf digitale Medien. Wer liegt richtig?

Matzl: Wir plakatieren auch, allerdings nur zielgerichtet in ausgewählten Lokalen und Geschäften. Außerdem nutzen wir die Möglichkeiten des Kulturaufstellers, sind also nicht nur digital sichtbar. Wenn du eine flächendeckende Plakatierung meinst, das könnten wir uns nicht leisten, das wäre auch sehr viel rausgeschmissenes Geld und ist nur bei weithin bekannten Acts sinnvoll, deshalb macht das das VAZ auch. Die wissen schon, was sie tun, wir aber auch.

CF: Wann bekommt ihr eine anständige Homepage?

Matzl: Unsere Website kann alles, was wir von ihr brauchen.

CF: Muss man sich sein Publikum nicht heranziehen? Beim Publikum ein Bedürfnis wecken, welches zuvor unerkannt in ihm schlummert?

Matzl: Uff…

CF: Wenn ich ins Flex gehe, weiß ich, was mich erwartet. Wenn ich ins Chelsea gehe, weiß ich das auch. Wie werdet ihr euer Profil schärfen?

Matzl: Du wirst niemals wissen, was dich im Freiraum erwartet, wenn du auf gut Glück vorbeikommst. Außer den besten Sound und die beste Lichtshow weit und breit, das freundlichste Team das du dir wünschen kannst, saubere Toiletten, gute Luft, schnelle Bedienung an der Bar, gut gekühlte Getränke … 
Was das Programm betrifft, das wechselt von Tag zu Tag, von Metal zu Pop, von Theater zu Punkrock, von Bands, die zum ersten Mal auf einer Bühne stehen zu Profis mit langer Bühnenerfahrung. Das macht eben den Freiraum aus.

CF: Du beaufsichtigst auch andere Veranstaltungslokale wie das Kulturhaus Wagram, den Saal der Begegnung im Gewerkschaftshaus, … welche Funktion als Magistratsangestellter hast du genau inne?

Matzl: Im Team der Abteilung Kulturangelegenheiten des Magistrats bin ich für die Jugendkultur zuständig, verwalte den Freiraum und die städtischen Proberäume und kümmere mich um Ansuchen und Anfragen in dem Bereich U-Musik. Zusätzlich unterstütze ich meine Kollegen im Stadtarchiv immer wieder bei der Digitalisierung, vor allem von Video-Material, da habe ich mit den Jahren Know-How und Equipment gesammelt. Die Archivierung der Jugendkultur habe ich ja mit der Ausstellung „Vom Fünf-Uhr-Tee zum Frequency“ begonnen, das wird auch weitergeführt. Wir haben ja auch fast jede Veranstaltung im Freiraum mitgeschnitten, Video und Audio, etliches davon ist auf dem Freiraum-Youtube-Kanal zu sehen, den ich auch betreue.
Die städtischen Kulturheime unterstütze ich immer wieder wenn Bedarf ist, vor allem bei technischen Fragen, da vor allem den Saal der Begegnung mit seinem extrem vielseitigen Programm. Das wird gemeinsam mit dem Büro für Diversität gemacht.

CF: Dein direkter Vorgesetzter, Kulturamtsleiter Dr. Thomas Karl, wird mit Jahresende in Pension gehen und durch Musikschuldirektor Dr. Alfred Kellner ersetzt. Bist du in Kontakt mit ihm? Hat er irgendwelche Änderungen punkto St. Pöltner Jugendkultur geplant?

Matzl: Ich kenne Dr. Kellner seit Jahren als Kollege und schätze sein Engagement. Er war ja selber Sänger in einer Band, kennt die Szene gut und hat als Leiter der Musikschule bewiesen, was er kann. Die Zusammenarbeit mit ihm war immer unkompliziert und professionell, er interessiert sich auch für Hintergründe, das sind sehr gute Voraussetzungen. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam einige Neuerungen umsetzen werden, will da aber nicht vorgreifen.

CF: Wird der Jugendfonds wieder ins Leben gerufen? Der Youngster Of Arts?

Matzl: Der YOA ist ja nicht gestorben, er wird nur nicht jedes Jahr automatisch vergeben. Ich denke es wird sicher wieder zu einer Verleihung kommen, ich würde schon KandidatInnen kennen. Der Jugendfonds in der Letztform wurde aufgelassen, wir können über die reguläre Kulturförderung genauso unkompliziert unterstützen und tun das auch nach Kräften.

CF: Stadt und Land gießen ja Millionen über die St. Pöltner Kulturlandschaft, um Vorzeigbares für die „Landeskulturhauptstadt“ zuwege zu bringen. Wie viel Geld bekommt der Freiraum?

Matzl: Das ist noch nicht besprochen.

CF: Das Geld für eine attraktivere Gestaltung des äußeren Eingangsbereiches und des Vorraums müsste zumindest rausspringen …

Matzl: Ok, gern! Ich nehm’s.

CF: Wenn du Noten von 1 bis 10 für die Aktivitäten der St. Pöltner Szene in einem bestimmten Jahr zu vergeben hättest, wobei 10 die Bestnote ist: welche Zahl würdest du dem Jahr 2005, 2015 und 2019 geben?

Matzl: Ich wäre ein schlechter Lehrer, weil ich sehr ungern Noten vergebe. Ich finde jede Zeit hatte/hat ihre Vor- und Nachteile, was die Szene generell betrifft, und die verfolge ich schon lange sehr genau, war die immer sehr aktiv. Manchmal halt nicht so sichtbar, manchmal in Bereichen, die nicht so öffentlichkeitswirksam waren, aber immer engagiert. Wenn ich darf, gebe ich jeder Generation ein Sehr Gut.

CF: Ich bedanke mich für das ausführliche Interview und wünsche euch einen coronafreien Saisonstart.

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Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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