Die Amazonas Tagebücher von Henry Walter Bates

 

 

 

 

 

 

Der Schweizer Haupt Verlag hat mit den Amazonas Tagebüchern einen farbenfrohen Band mit Zeichnungen und Reiseberichten des englischen Naturforschers Henry Walter Bates veröffentlicht und lässt damit die Herzen aller Naturkunde Interessierten höherschlagen.

Henry Walter Bates wurde 1825 in Leicester geboren und interessierte sich schon als Kind für Naturkunde, besonders für Insekten. Im April 1848 bestieg er gemeinsam mit seinem Freund Alfred Russel Wallace in Liverpool in ein Schiff, welches sie nach Pará (heute: Belém) brachte. Die beiden finanzierten ihre Reise, indem sie gesammelte Exemplare von Tieren und Pflanzen nach England schickten und dort versteigern ließen.

Bates und Wallace waren nur bei der Expedition auf dem Rio Tocantins gemeinsam unterwegs, danach trennten sich ihre Wege. Das hatte vermutlich damit zu tun, dass sie an unterschiedlichen Orten auch verschiedene Exemplare an Tieren finden konnten und diese so besser verkaufen konnten. Wallace war 4 Jahre unterwegs, Bates hingegen blieb 11 Jahre im Amazonasgebiet. In dieser Zeit verfasste er zwei Tagebücher, von denen ein jedes mehrere hundert Seiten stark ist. Davon wurden die interessantesten Auszüge für dieses Buch übernommen. Zu Bates wichtigsten Entdeckungen gehört das Phänomen der „Mimikry“ (= Nachahmung), die er bei einigen Insekten beobachtet hatte. Daher spricht man häufig von der „Bates’schen Mimikry“.

Bei seiner Reise erforschte Bates vorrangig die Insektenwelt, jedoch stellte er unter anderem auch Beobachtungen zu Kolibris und Fledermäusen auf. Ebenfalls berichtete der leidenschaftliche Forscher über das Verhalten der Ureinwohner, wie z.B. ihrer Jagd mit dem Blasrohr, oder wie diese ein Kanu bauen.

Die Erstfassung von Bates` Reiseberichten erschien 1863 als zweibändige Ausgabe unter dem Titel „The Naturalist on the River Amazons“. Charles Darwin bezeichnete das Werk als „das beste Buch über naturkundliche Reisen, das je in England veröffentlicht wurde“. Solch lobende Worte eines bedeutenden Naturwissenschaftlers sind Gold wert.

Die Aufzeichnungen von Bates beeindrucken vor allem auch durch die detaillierten Farbzeichnungen von Schmetterlingen und Käfern, die er zahlreich angefertigt hat. Das Buch bietet spannende Einblicke in die Abenteuer eines Forschers, der sich intensiv mit der Materie beschäftigt und dies auch wunderbar zu Papier gebracht hat.

Mit diesem wahrlich schönen Buch macht man sich selbst und auch allen, denen man dieses ganz besondere Werk schenken möchte, eine große Freude. Es ist eines dieser Bücher, welche man in seinem Regal stets griffbereit stehen haben möchte, um sich jederzeit an ihnen zu erfreuen.

 

Die Amazonas Tagebücher
Henry Walter Bates` Zeichnungen und Reiseberichte
Haupt, 2020 | Leineneinband
160 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen | € 24,70

Claudia Zawadil
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Claudia Zawadil
DI (FH); beim City-Flyer seit März 2002, schreibt Buchrezensionen und Ankündigungen und fotografiert gelegentlich bei diversen Events. Ebenso ist sie Radiomoderatorin (BlackXplosion), Bücherwurm und Vinyl-Lover.

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