First Move: netzwerken und Party machen

First Move Foto: Martin Hörmann, z.V.g.
First Move Foto: Martin Hörmann, z.V.g.

Als Mitglied der Error-Crew hat sich First Move hauptsächlich im Mostviertel einen Namen als Drum and Bass-DJ gemacht. Auch als Vorstandsmitglied von CONNECT, einem Zusammenschluss Mostviertler Jugendkulturvereine, der u.a die Veranstaltung ERROR organisiert, kennt man ihn in der tanzenden Community.

Als Teil der Error Crew, der momentan die DJs Equiron, Second Step, Loobster und Rezr angehören, bespielt First Move hauptsächlich die Partys im Bezirk Melk. Auch die Drum and Bass Fans aus Scheibbs, Amstetten, Waidhofen und St. Pölten tanzten bereits zu seinen Breakbeats; in Salzburg stand er ebenso auf den Flyern einschlägiger Veranstaltungen, wie in der Bundeshauptstadt.

Eigentlich stammt Simon Somers, so sein richtiger Name, aus St. Leonhard am Forst, kann sich aber während seiner Schulzeit in St. Pölten mit der hiesigen Szene gut vernetzen. DJ-Sets für die Clubs „City of Bass“ und „Fasten your Seatbelts“ im Warehouse kann Simon ebenso für sich verbuchen, wie einen Auftritt am Beatpatrol Festival.
„Persönlich bevorzuge ich eher den deepen, techier Style. Bei der Auflegerei will ich mich allerdings nicht auf ein Subgenre beschränken, sondern versuche in meinen Sets quer durchs Gemüsebeet zu spielen“, so First Move.

Um ins Line-up so großer Veranstaltungen wie dem Beatpatrol aufgenommen zu werden, bedarf es einiger Jahre Erfahrung hinter den Reglern. Mit 15 beginnt der heutige Softwareentwickler aufzulegen, seinen ersten Gig hat er 2014 am „Kolo Rave“, der im Rahmen des Kolomanikirtags jedes Jahr am 13. Oktober in Melk stattfindet. Inzwischen richten er und die anderen Members von CONNECT einen Rave aus, an dem bis zu 1000 BesucherInnen teilnehmen. Der letzte fand am 27. August in der Wasserhalle in Melk mit dem britischen DnB-Duo Document One als Hauptact statt.
Error war neben der Green Castle Crew und Guerilla Warfare Music auch treibende Kraft hinter dem Zusammenschluss verschiedener Jugendkulturvereine unter der „Dachmarke“ CONNECT. Im Vorstand des Vereins sitzt kein Geringerer als … First Move.

Interview: Werner Harauer
Foto: Martin Hörmann, z.V.g.

City-Flyer: Woher stammst du? Und wo bist du momentan zuhause? Auf deiner SoundCloud-Site steht, du operierst von St. Pölten aus. Woanders hab ich St. Leonhard am Forst gelesen.

First Move: Ich stamme ursprünglich aus Sankt Leonhard am Forst, das ist richtig. Auf Soundcloud hab ich Sankt-Pölten angegeben, weil ich damals dort zu Schule gegangen bin. Mittlerweile bin ich in Melk zuhause.

CF: Dein DJ-Name lautet „First Move“. Welche Bedeutung verbirgt sich hinter dem Namen?

First Move: Ehrlicherweise muss ich sagen, dass sich hinter dem Namen gar nichts tiefgründiges versteckt. Als ich kurz vor meinem ersten Gig unbedingt einen DJ-Namen brauchte, schlug ein guter Freund von mir den Namen First Move vor, weil ich bei unseren damaligen „Ringerln“ immer der erste war. Shoutout an Joey und Repulse Tribe an der Stelle. Der Name ist mir dann irgendwie geblieben.

CF: Produzierst du auch eigene Tracks? Hast du ein Studio?

First Move: Aktiv am Produzieren bin ich zurzeit nicht, wobei die Interesse schon dafür vorhanden wäre. Leider lässt es die zeitliche Situation bei mir gerade nicht zu. Mein „Studio“ beheimatet zurzeit nur meine Turns + Mischer, ein paar Vinyls und ist für mich ein kleiner Rückzugsort an dem ich hin und wieder mal an meinen Stets bastle.

CF: Seit wann bist du DJ?

First Move: Ich hab mit 15 begonnen aufzulegen, meinen ersten Gig hatte ich dann am Kolo Rave 2014. Ich kann mich noch gut erinnern, wie nervös ich damals war. Hatte da bis dato immer nur auf einem DJ-Controller aufgelegt und auf diesem Gig das erste mal auf CDJs gespielt. Am Ende ist alles gut gegangen. 😃

CF: Gab es ein Schlüsselerlebnis, das dich bestärkt hat, als DJ zu arbeiten?

First Move: Ich würd das Auflegen an sich nie als Arbeit bezeichnen. Für mich ist das nach wie vor ein Hobby das mir einfach Spaß macht. Wenn ich dabei Leute unterhalten kann, freu ich mich umso mehr! Schlüsselerlebnisse sind demnach positive Rückmeldungen nachdem ich ein Set gespielt hab.

CF: Ich nehme an, du kannst von der Auflegerei allein nicht leben. Was machst du hauptberuflich?

First Move: Ja das stimmt, von der Auflegerei kann ich bei weitem nicht leben. Wobei ich sagen muss, dass das für mich auch nie das Ziel gewesen ist. Hauptberuflich arbeite ich als Softwareentwickler.

CF: Du bist Teil der Error Crew. Wie viele DJs umfasst die Crew momentan?

First Move: Mit von der Partie sind aktuell Equiron, Second Step, Loobster, Rezr und meine Wenigkeit. Damit sind wir aktuell zu fünft. Generell aber sehn wir das nicht so eng, schlussendlich ist jeder Teil der CONNECT Familie.

CF: Ihr habt euch auf Drum And Bass spezialisiert. Wo konkret bist du beheimatet? Im Neurofunk? Im Jump up? Liquid, Jungle, …?

First Move: Persönlich bevorzuge ich eher den deepen, techier Style. Bei der Auflegerei will ich mich allerdings nicht auf ein Subgenre beschränken sondern versuche in meinen Sets einmal quer durchs Gemüsebeet zu spielen.

CF: In welchem Bezirk legt ihr hauptsächlich auf?

First Move: Ich würd mal sagen Melk hat die Nase vorn, aber wir sind auch gut in Scheibbs, Sankt Pölten, Amstetten und Waidhofen vertreten. Aber wir haben bundesländerübergreifend auch schon einige Gigs gespielt.

CF: Und wo in Österreich habt ihr schon Station gemacht?

First Move: In Niederösterreich im Sankt-Pöltner Warehouse, sowie im VAZ am Beatpatrol, auf diversen Veranstaltungen in und um Melk, sowie in Salzburg und Wien. Weitere Bundesländer sind in der Pipeline.

CF: Du kennst die St. Pöltner DnB-Feste von den „Fasten your Seatbelts“- und „City of Bass“-Veranstaltungen. Unterscheiden sich die DnB-Veranstaltungen punkto Publikum, oder musikalischem Schwerpunkt von jenen in Melk oder Scheibbs?

First Move: Ich will da gar nicht irgendwelche Vergleiche ziehen. Ich finde es ist gut, wenn jeder sein Ding macht und auf seine Art und Weise die Szene irgendwie weiterbringt. Ich war schon auf einigen Parties beider Veranstaltungsreihen, die warn immer fett! Und ich hatte immer den Eindruck, dass das was dort passiert auch irrsinnig wichtig ist, um die Szene voranzutreiben.

CF: Ihr seid auch Veranstalter und habt eure letzte Party am 27. August mit internationalen DJs organisiert. Ist Drum And Bass so stark in Melk, dass sich so eine Veranstaltung rechnet? Auf wie viele Besucher kommt ihr im Schnitt?

First Move: Unser Fokus als Verein liegt nicht auf Gewinnmaximierung. Wir machen das ja nicht, weil wir damit etwas verdienen wollen, sondern weil wir Spaß daran haben und wir dabei jungen Leuten die Szene näherbringen und damit unseren Beitrag leisten, diese zu stärken.
Außerdem versuchen wir, wie vorher erwähnt, die Veranstaltungen nicht nur als reine Drum and Bass Parties aufzuziehen. Ein wichtiger Part des ERRORs ist auch der Second Floor auf dem beispielsweise Breakbeat, Techno, Techhouse und Basshouse gespielt werden. Damit und mit unserem Nachmittagsprogramm, das unter anderem einen Skatecontest beinhaltet, versuchen wir etwas Diversität hineinzubekommen und gleichzeitig ist das auch eine gute Chance für neue, junge DJs sich einzubringen. Und ich denke das ist uns beim vergangenen ERROR am 27. August sehr gut gelungen.
Die Besucherzahlen kommen natürlich darauf an wie groß die Party angelegt ist. Im Falle vom ERROR waren es so um die 900-1000 BesucherInnen.

CF: Habt ihr auch so etwas wie eine Homebase?

First Move: Wenn man sich CONNECT als Verein anschaut, ist es schwierig da eine Homebase zu definieren. CONNECT an sich ist ja ein Zusammenschluss verschiedener AkteurInnen, die aus dem Mostviertel stammen. Wenn ich so drüber nachdenke, würd ich sagen, das Mostviertel ist unsere Homebase. 😃

CF: Wo habt ihr die bisher größte Party veranstaltet?

First Move: Hm, schwierig zu sagen. Die jeweils größten Parties im Jahr sind das oben erwähnte ERROR und der Kolo-Rave, der im Rahmen des Kolomanikirtags am 13. Oktober in Melk stattfindet. In beiden Fällen sind die Besucherzahlen immer sehr groß und wir sind immer wieder überwältigt von der Response, die wir hier bekommen. Genau so ist es auch am diesjährigen ERROR gewesen, welches nach drei Jahren wieder zurück in einer vollen Wasserhalle war. Man konnte den ganzen Abend durch merken, wie viel Energie diese vielen Leute mitbringen und wie sehr sie sich darauf gefreut hatten.

CF: Du bist auch im Vorstand es Vereins „Connect“. Worum geht’s dabei? Im Video ist die Rede von einem „Haufen motivierter Leute, die geile Festln machen“.

First Move: Ja darum geht’s auch, aber nicht nur 😉.
Wie oben erwähnt, ist CONNCET ein Zusammenschluss an jungen motivierten Leuten, die teilweise, aber nicht ausschließlich aus verschiedenen anderen Jugendkulturvereinen bzw. Gruppierungen stammen. Namentlich wäre das die Green Castle Crew, Guerilla Warfare Music und ERROR, die initial den Grundstein für CONNECT gelegt haben, mit dem Ziel gemeinsam die Jugendkultur in der Umgebung zu fördern.
Ein guter Weg das zu tun, sind einerseits unsere Veranstaltungen, wo wir darauf achten, dass wir lokalen DJs eine Bühne geben und motivierten jungen Leuten die Möglichkeit bieten, sich aktiv in die Organisation bzw. Durchführung einer solchen Veranstaltung einzubringen. Andererseits organisieren wir einen regelmäßigen Stammtisch für Mitglieder und Leute, die es noch werden wollen, um in ungezwungener Atmosphäre über neue Ideen oder Projekte zu sprechen.
Somit geht es bei CONNECT in erster Linie darum, jungen Menschen einen Raum zu bieten, wo sie Freunde und Anschluss finden können, sich aber auch kreativ, künstlerisch und gestalterisch austoben können. Bei CONNECT ist absolut jede(-r) willkommen. Das möchten wir so leben und über unsere Mitglieder auch weitertragen.

CF: Beschränken sich die Feste bei „Connect“ auf Elektronische Veranstaltungen? Oder habt ihr auch mal Rockkonzerte im Programm?

First Move: Jein. Durch die aktuelle Interessenslage innerhalb unseres Vereins ist der Fokus mehr auf elektronischer Musik. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht für andere Genres oder Musikrichtungen offen wären, das sind wir definitiv!
Bei unserer letzten Zusammenarbeit mit KAMÜ aus Scheibbs beispielsweise, wurde an zwei Terminen im Schlosspark in Purgstall im Rahmen der „Parksessions 2022“ unter anderem auch Live-Musik lokaler ArtistInnen dargeboten. Prinzipiell sind wir also auch für andere Genres offen, wenn der Drive – von wo auch immer – vorhanden ist.

CF: Steht nun „Error“ neben „Connect“? Oder ist „Error“ ein Teil von „Connect“?

First Move: Genau um das geht es uns eigentlich. Wir stehen dafür, Zusammenarbeit zu fördern und weg von einem hierarchischen „der gehört zu dem und der zu denen“ Denken zu kommen. Ja, ERROR ist ein Teil von CONNECT. Aber wir sehen alles, was zu CONNECT gehören möchte und unsere Vision teilen kann, als Teil an.

CF: Steht diesen Sommer noch ein gröberes Festl an?

First Move: Im Sommer nicht mehr, im Herbst eventuell. Wer aufmerksam gelesen hat weiß auch ganz genau was… 😉

CF: Hier wird immer alles aufmerksam gelesen 😃 Ich bedanke mich für das Interview.

facebook.com/firstmovednb

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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