Rapper Flo Knixx entdeckt den Flow für sich

Flo Knixx, immer am Machen und trotzdem relaxed Foto: Kevin Silentaldi, z.V.g.
Flo Knixx, immer am Machen und trotzdem relaxed. Foto: Kevin Silentaldi, z.V.g.

Sein junges Leben trotz der vielen gebotenen Möglichkeiten dem Hip Hop zu verschreiben, mag im ersten Moment etwas schrullig erscheinen. Folgt man der musikalischen Entwicklung von Flo Knixx, dann macht sein eingeschlagener Weg durchaus Sinn. „Heavy On The Grind“, der neue Wurf von ihm und Z-Ko, strotzt vor Coolness.

Der Auftritt von Flo Knixx gemeinsam mit Z-Ko und DJ Kex am vorjährigen MUSIK.STP Festival am Ratzersdorfer See war „a kompletter Abriss“. Abzusehen war das nicht. Weil Flo im Dezember 2021 alle Dateien seiner bisher produzierten Musik unabsichtlich von der Festplatte gelöscht hat, musste er in aller Eile noch nicht recordete Tracks fertig schreiben. Zusammen mit Z-Ko und Dj Kex ist daraus ein Gig entstanden, der so viel frische Energie reingebracht hat, wie es mit den alten Nummern gar nicht möglich gewesen wäre. „Im Nachhinein betrachtet hab ich gelernt, vom Alten loszulassen, weiter zu gehen und mich auf etwas Neues, unsicher Scheinendes, einzulassen. Und zu vertrauen, dass es besser wird, als es andernfalls hätte werden können“, fasst Flo die gewonnene Erkenntnis zusammen.

Fast ein Jahr später ist die Festplatte mit neuen Songs wieder gut gefüllt. Nachdem die Auftrittsmöglichkeiten wegen der Restriktionen ausblieben, nahm er sich gemeinsam mit seinem Bro Z-Ko viel Zeit, Neues im Studio auszuprobieren. Die Abstände zwischen den veröffentlichten Singles wurden länger, die Qualität dafür besser. „I bin kritischer geworden was den Sound meiner Tracks angeht. Textlich war i immer scho sicher und hab auf sie vertraut, nur pass i immer mehr auf, was i in den Tracks sag … außerdem bin i a relaxter geworden. Was net heißen soll, dass i auf da faulen Haut lieg … bin eigentlich scho immer am Machen“, bekennt Flo.
Die Entstehungsgeschichte seiner aktuellen Single „Heavy on the Grind“ (siehe CD-Kritik) gibt ein gutes Beispiel für die Arbeitsweise des Hip Hop Artisten ab: Z-Ko und Flo basteln am Text auf einem eher straighten old school Boombap-Beat von Z-Ko. Zum Beat wird bis nach Mitternacht mit immer neuen Textbausteinen gerappt. Während einer Pause spielt Flo seinem Partner einen seiner neuen Beats vor und Z-Ko fängt sofort damit an, den eben erschaffenen Text auf die neuen Beats zu rappen, allerdings etwas melodiöser als zuvor. „Als i des ghört hab, war i komplett g’flasht und hab g’sagt: ‘he Bro, i glaub wir sollten den Beat nehmen’“. Es handelt sich zwar um einen komplett anderen Vibe, der den Song aber um einige Levels nach oben befördert hat.

Flo Knixx arbeitet bereits an weiteren Projekten, die demnächst gedroppt werden, aber ein Album wird es in naher Zukunft nicht geben. Der nächste Track basiert auf einem Beat von matin.pz und mit Z-Ko werden demnächst auch einige Tracks released.
Was die Live-Auftritte anbelangt, schaut es weniger gut aus. Was Flo hart trifft, da „auf der Bühne stehn und die Zuhörer zum Ausflippen bringen ein Grund war, warum i überhaupt angefangen hab Musik zu machen.“

Am Samstag, den 11. Juni spielen matin.pz, Mr. Freed aka CHiLL-iLL und e.kwality im Rahmen von „musik.stp city live“ DJ-Sets vor dem Moreboards in der Kremser Gasse. Vielleicht ergibt sich da eine Rap-Einlage?

Der City-Flyer führte für die CF-Druckausgabe 06/22 ein Interview mit Flo Knixx.

Interview: Werner Harauer
Foto: Kevin Silentaldi, z.V.g.

City-Flyer: Im Sommer des Vorjahres hast du im Interview mit dem City-Flyer betont, du machst auch viele Tracks mit „positiven Vibes“. Solche, „die auf irgendeine Art und Weise Mehrwert bringen“. Nun hat uns seit dem Sommer neben Corona noch der Ukraine-Krieg und die Teuerung heimgesucht. Woher holst du dir die Kraft für die positiven Vibes? Wie ließe sich aus einem aktuellen Song ein Mehrwert für die Hörer extrahieren?

Flo Knixx: Da das Thema Corona in den letzten 2 Jahren ziemlich breit getreten wurde möcht ich dazu net unbedingt a nu mein Senf dazu geben … da i den kommerziellen öffentlichen Medien wie den täglichen Nachrichten, nicht zu viel Glauben schenken möchte und i selbst net tiefer recherchiert hab kenn i über den Ukraine – Krieg nur die wesentlichen Fakten – wenn des überhaupt Fakten sind – seiner Vorgeschichte, sprich wie es dazu gekommen sein soll und kann mi somit a net wirklich dazu äußern … eigentlich kann man nur spekulieren was hinter den 2 Themen steckt und worums wirklich hinter den Kulissen geht werd ma wahrscheinlich net so schnell erfahren …
jetzt mal zu deiner Frage … Kraft hab i ja selbst net immer, aber manchmal macht ma hoit a paar langsamere Schritte , bevor des Tempo wieder zunimmt und die Kraft kommt ganz von allein … eine Art Mehrwert wäre ja zum Beispiel wenn man sich durchs Hören meiner Tracks gut fühlt, weils an taugen, ma viben kann oder warum a immer … denn wie ma sich fühlt is ja die Grundlage dafür, wie man handelt und welche Entscheidungen man trifft …

CF: Du legst sehr viel Wert auf die persönliche Weiterentwicklung, sei es in der Musik, sei es als Mensch. Willst du bei deinen Tracks die Hörer an deiner Entwicklung teilhaben lassen? Eine Art „teacher“ sein?

Flo Knixx: Eine Art „teacher“ möcht i net sein… das hört si für mich so an als ob i die Leute belehren müsste oder wollte … i sag was und des muss so umgesetzt werden sonst hat ma nix draus glernt? … na na … ich erzähl einfach und ob sich wer was daraus zieht oder a net, kann derjenige dann selbst entscheiden … würd des jetzt a net unbedingt belabeln … dass i „die Hörer an meiner Entwicklung teilhaben lass“ geht dann automatisch damit einher …

CF: Du sagst auch, du hättest in deinem Leben so gut wie alle Vorhaben gemeistert und selbst gestellten Hürden genommen. Es heißt doch: Aus Niederlagen lernt man am meisten? Musstest du mal eine Niederlage hinnehmen und hast im Nachhinein davon profitiert?

Flo Knixx: Dass i bis jetzt eigentlich alles gemeistert hab soll ja net heißen, dass alles auf Anhieb funktioniert hat … aber schon, dass i es gemeistert hab nach den vermeintlichen „Niederlagen“ wieder aufzustehn, somit hab is ja dann auch irgendwie wieder gemeistert … aber najo, aus Niederlagen lernt ma net immer glei … viele Menschen glauben, dass die Niederlagen schuld sind … man fängt an draus zu lernen, sobald einem bewusst wird, dass einem immer wieder desselbe passiert bis man draus lern t…

ich kann dir jetzt öffentlich nicht wirklich von einer Niederlage erzählen, sondern eher mehr aus einer schlechten oder unglücklichen Situation aus der ich im Nachhinein profitiert hab … im Dezember 2020 hab ich irrtümlich alle Daten meiner externen Festplatte gelöscht … alles was ich bis dato an Musik gemacht hab war weg … am Anfang hab ich’s gar nicht glauben können, aber hab nach der Zeit gelernt mich damit abzufinden … ich glaub gleich zwei Tage danach hab ich die Festplatte zu einer Datenrettungsfirma geschickt … in den darauffolgenden Monaten wurden meine Dateien immer noch nicht gefunden … hab aber auf meiner neuen Festplatte wieder angefangen neue Tracks zu produzieren, sprich Beatskizzen zu entwerfen und Texte zu schreiben … ich bin mir nicht mehr sicher wann genau es war, aber ich glaub im Mai 2021 hat mich dann MUSIK.STP über Instagram angeschrieben, ob ich beim FeSTPval spielen möchte … „Frosty P Friday“ mit Z-Ko und Fratell hab ich da schon gedroppt gehabt von den neuen Songs … zu Anfang hab ich gedacht, dass ich so gut wie keine Lieder zu performen hab, jedoch nach ein paar Gedankengängen is mir die Idee gekommen einfach meine neuen, noch nicht recordeten Tracks fertig zu schreiben und diesmal umgekehrt an die Sache ranzugehen … ich perform keine Tracks, die fertig und veröffentlicht sind – außer „Masta vom Himmel gfoin“, den ich kurz vorm Festival veröffentlicht hab, „Frosty P Friday“ und „Rambazamba“, dessen Beat Z-Ko noch zufällig gehabt hat – sondern welche die erst recorded und veröffentlicht werden … zusammen mit Z-Ko und Dj KEX is dann ein Gig draus entstanden, der vielleicht mit den alten Nummern net so viel frische Energie reingebracht hätte … im Nachhinein betrachtet hab ich gelernt vom Alten loszulassen und weiter zu gehen und sich manchmal auf was Neues, nicht so sicher Scheinendes, einzulassen und zu vertrauen, dass es besser wird als es andernfalls hätte werden können … und jo, da Gig woa hoit a Wahnsinn …

CF: Wir leben in einem Land, das dir tausend Möglichkeiten eröffnet und dich gleichzeitig vor einem Totalabsturz schützt. Warum wagen es nicht mehr Österreicher, unkonventionelle Wege zu gehen, wenn das Risiko überschaubar ist?

Flo Knixx: Ich nehm mal an, mit unkonventionellem Weg meinst du in diesem Zusammenhang eine Art Lebensstil, der nicht dem 9 to 5 Jobmodul entspricht – zur Zeit bin i da ja selbst drin … des stimmt eigentlich, aber jo, des weiß i net … bin ja net die Anderen und kann immer nur für mi sprechen, aber i glaub, dass es aus dem Grund sein kann, dass es generell net einfach dafür aber furchteinflößend und unkonventionell is, unkonventionelle Wege zu gehen … wenn man vorher im Umfeld noch niemanden gehabt hat, der den bestimmten unkonventionellen Weg gegangen is, dann weiß man ja net wo’s hingeht … und des macht Angst …

Außerdem is es ja net einfach etwas zu machen, wofür es kein wirkliches Rezept gibt … was wiederum heißt, dass man öfters hinfallen und wieder aufstehn muss … allein der Gedanke daran, dass die Möglichkeit besteht, dass etwas nicht funktionieren kann, ist glaub ich für die meisten schon Grund genug es gar nicht zu probieren … bzw glaub i, wissen viele Menschen net, dass es andere Möglichkeiten auch noch gibt …

CF: Was ist dein Brotberuf?

Flo Knixx: Ich hab seit meiner Lehrzeit alle zwei Jahre die Arbeit gewechselt … war net immer mit Absicht, oft hat es sich so ergeben … mittlerweile bin ich auf der achten Arbeitsstelle … zur Zeit arbeite ich wieder im Lager einer KFZ Ersatzteilfirma …

CF: Du scheinst ein sehr reflektierter Mensch zu sein. Jemand, der in sich hineinhorcht und auf seine „innere Stimme“ hört. Vertraust du deinem Instinkt?

Flo Knixx: Najo, eigentlich schon … nur wenn’s um manche Entscheidungen geht, glaubt mei Ego immer alles besser zu wissen … des wird dann meistens a Rangelei zwischen meinem Bauchgefühl und meinem Denker … aber ich lerne …

CF: Und wenn dein Instinkt dir morgen rät, die Finger von Hip Hop zu lassen?

Flo Knixx: Ich hab mir die Frage scho paar mal gestellt … aber da i mi net wirklich in die Lage hineinversetzen kann, was wäre wenn ma mei Instinkt davon abrät, weiß i gar net was i machen würd … i glaub, dass Hip Hop und Mukke machen immer a Teil von mir sein werden, a wenns nur für mi selbst is … wüsst net warum si des ändern sollt …

CF: Du arbeitest jetzt wieder intensiv mit Z-Ko und matin.pz zusammen. Was ist eigentlich aus deiner musikalischen Partnerschaft mit Nasty DNA geworden?

Flo Knixx: Z-Ko hab ich über Nasty DNA kennengelernt und gehört mittlerweile zum engen Freundeskreis … zur Zeit machen wir fast jedes Wochenende zusammen Musik oder chillen einfach nur so … M Peezy (matin.pz) is auch so gut wie immer dabei, welchen ich über Z-Ko kennengelernt hab … und jo, als ich Nasty DNA damals getroffen hab, haben wir anfangs sehr viel Mukke gemacht und uns eigentlich auf Anhieb gut verstanden … er hat damals wirklich gut mit meiner Arbeitsmoral und Hustling Spirit mithalten können … nach dem Mixtape, das wir damals gedroppt haben „Olla Aunfaung is RAP… Alla Anfang ist RAP“ – wegen Mundart und Hochdeutsch – is dann eigentlich jeder auf natürliche Weise seinen Weg gegangen … wir sind aber trotz des wenigen Kontaktes nach wie vor gut miteinander …

CF: Deine letzten mir bekannten veröffentlichten Tracks sind stilistisch sehr verschieden ausgefallen. Hängt der Spin eines Tracks vom Beat ab, den ja verschiedene Künstler wie eben matin.pz beisteuern?

Flo Knixx: Mit matin.pz hab ich jetzt noch keinen Track veröffentlicht, jedoch der nächste der kommt, hat den Beat von ihm … ich hör ja selbst verschiedene Arten von Musik, die mir taugen, obwohl ich jetzt – wenns um den eigenen Musikgeschmack geht – eher keinen Murdartrap höre, mach ich die Mukke, die ich selbst feier … somit is es ,find ich, ganz natürlich, dass sich verschiedene Lieder, verschieden anhören … und ja, wenn da Beat zuerst da war, dann lass i mi vom Vibe her schon von ihm leiten …

CF: Schreibst du erst die Lyrics und die Beats kommen im Anschluss?

Flo Knixx: Is eigentlich komplett unterschiedlich und manchmal a a bissl crazy … in den letzten Jahren is es immer öfter vorgekommen, dass der Beat zuerst da war … hab aber auch scho Zeiten gehabt, in denen ich während der Arbeit komplette Strophen im Kopf gschrieben hab, wenn i kurz Zeit ghabt hab alles ins Handy eingeben, hab und danach zuhause an passenden Beat gmacht hab … je nach dem welche Art Idee zuerst kommt …

bei „Heavy on the Grind“ zum Beispiel, mit Z-Ko war es so, dass wir den Text auf einen völlig anderen Beat geschrieben haben… es war ein Beat von Z-Ko, welcher eigentlich ein eher straighter old school boombapiger Beat war … den Text dazu haben wir beim Schreiben normal gerappt ohne Melodie … als Z-Ko seine Strophe bei mir zuhause geschrieben hat, is der Beat bis, ich glaub, 1 oder 2 in da Nacht, stundenlang durchgelaufen … als ich davon genug gehabt hab und eine kurze Pause davon brauchte, wollt ich Z-Ko nur kurz einen neuen Beat von mir zeigen … bei ihm ist es so, wenn er einen neuen Beat hört und auch eine neue Strophe am Start hat, muss er die sofort darüber rappen … in dem Fall hat ihn der Beat dazu eingeladen etwas melodiöser zu singen … als i des ghört hab, war i wieda mal komplett gflasht und hab gsagt „he Bro i glaub wir sollten den Beat nehmen“ … komplett anderer Vibe, aber des hat den Song um einige Level nach oben befördert … er is dann gleich in die Booth und hat aufgnommen und i glaub es war dann in der nächsten Recording Session, dass ma nach etlichen Versuchen dann doch glei die allererste Aufnahme der ersten Session g’nommen haben …

CF: Hip Hop zählt in der Popkultur inzwischen schon zu den alten Genres. Genauso wie in der Rockmusik pflegt er seine Rituale, was besonders bei Künstlern während ihrer Live-Auftritte zum Ausdruck kommt. Das Gestikulieren mit den Armen, das Abwinken mit den Händen, … mit diesen Gesten und Codes wird man ja nicht geboren. Muss man sich das als Hip Hop Artist vor dem Spiegel antrainieren?

Flo Knixx: Najo i glaub, dass das scho angeboren sein kann … also i kann wieder nur von mir reden, aber des kommt einfach so aus mir raus … hab dafür jetzt net unbedingt trainieren müssen … vielleicht is es auch dadurch, dass i scho seit der Volksschule Rap-Musik hör und i immer versucht hab, die Texte mitzurappen und dadurch schon über die Jahre so oft Leute rappen gesehn hab, alleine in Musikvideos, dass des vl für mir scho normal is … keine Ahnung … aber trainiert hab i des nie …

CF: Reizt es dich, wieder auf die Bühne zu steigen?

Flo Knixx: Wenns um einen fetten Gig geht, bei dem die Energie so hoch is, dass die Bühne bebt … auf jeden Fall … auch wenn i in letzter Zeit oder a zur jetzigen Zeit net viel gspielt hab oder spiel, is des doch auch a wesentlicher Bestandteil, warum i für Rap oder Musik generell leb … der Gedanke daran, auf der Bühne zu stehn und einfach dadurch die Erde zum Beben zu bringen war unter anderem auch ein Grund, warum i überhaupt angefangen hab Musik zu machen …

CF: Dein Auftritt mit Z-Ko und DJ Kex am vorjährigen MUSIK.STP Festival am Ratzersdorfer See war ja ein ziemlicher Erfolg. Ist eine Wiederholung geplant?

Flo Knixx: Das was natürlich a kompletter Abriss … dieses Jahr sind wir aber nicht dabei … aber … am Samstag, den 11.6. spielen matin.pz, CHiLL-iLL und e.kwality Live Dj-Sets vor’m Moreboards in St. Pölten … was auch von MUSIK.STP ausgeht … SAVE THE DATE …

CF: Irgendwelche sonstigen Auftritte in nächster Zeit geplant?

Flo Knixx: In nächster Zeit is noch nix geplant …

CF: Müsst ihr – so wie eine Band – euch einige Male vor dem Auftritt treffen und das Set einstudieren?

Flo Knixx: Beim FeSTPval bin i zum ersten Mal mit’n Z-Ko gemeinsam – also für an kompletten Gig – auf einer Bühne g’standn, sonst immer nur für 1 oder 2 Tracks mit erm, allein mit Dj KEX und einmal mit Nasty DNA … also wie’s in der Regel is, kann i da eigentlich gar net sagen, sondern nur wies dieses eine Mal war …

i hab ma überlegt welche Tracks wir in welcher Reihenfolge, mit welchen Pausen dazwischen performen und welche Übergänge zwischen den einzelnen Tracks passieren … hab des, plus a wie die Übergänge gespielt werden, Kex gezeigt und dann natürlich a Z-Ko … bis auf einen Track waren wir uns komplett einig … da Z-Ko und ich anscheinend fast dasselbe Taktgefühl, oda Grundverständnis für Musik haben was Live Performances angeht und Kex des immer schnell umsetzen kann, hat des so gut harmoniert, dass wir uns, glaub i, zweimal vor’m Auftritt getroffen haben, um des in meinem Wohnzimmer durchzugehn und des war’s eigentlich …

CF: Die Abstände zwischen deinen veröffentlichten Singles sind länger geworden. Bist du jetzt kritischer geworden, filterst mehr und gibst nur mehr eine Auswahl deiner Tracks frei? Oder gehst du es einfach relaxter an?

Flo Knixx: Stimmt schon … i bin kritischer geworden was den Sound meiner Tracks angeht … textlich war i immer scho sicher und hab auf meine Texte vertraut, nur pass i immer mehr auf, was i genau in den Tracks sag … außerdem bin i a relaxter geworden was meinen Arbeitsdrang anbelangt, was net heißen soll, dass i auf da faulen Haut lieg … bin eigentlich scho immer am machen …

CF: Dein aktueller Track „Heavy On The Grind“ mit Z-ko klingt ziemlich gechillt. Außerdem kommt der Mischmasch aus englischem und deutschem Text sehr charmant rüber. Worum geht es in dem Song?

Flo Knixx: Außer dem, was man im Track selbst hört, hat er net irgendwie noch a tiefere versteckte Message … Z-Ko und i wollten einfach paar seiner Beats verwerten und haben angefangen, auf einen davon zu viben und zu schreiben … jo daraus is a nix worden, weil ma dann, wie scho gsagt, an meina Beats g’nommen haben dafür … der Beat, auf dem wir anfangs g’schrieben haben, hat mi – warum a immer – vom Rythmus und Vibe irgendwie an die Strophe von Snoop Dogg erinnert in „Nuthin’ but a „G“ Thang“ deswegen hab i a mit 1… 2… 3… and to the 4… angfangen …

CF: Verfolgst du die Richtung, die „Heavy On The Grind“ einschlägt, in Zukunft weiter?

Flo Knixx: Kann scho sei, dass noch was in der Art kommt …

CF: Im Vorgängertrack „JaJa (Der is jetzt Fia di)“ gibst du dich gesellschaftskritisch und „verteufelst“ den Konsumwahn in der Zeile: „Da Teufe schaut net aus wie ma glaubt, er verkleidet si ois Sochn, di ma glaubt, dass ma’s braucht.“ Ist das immer noch so? Ich beobachte gerade in der alternativen Szene eine breiter werdende Gegenbewegung, die dem Konsum sehr kritisch gegenüber steht.

Flo Knixx: In der Zeile mein i ja net nur den KonsumWAHN … Medikamente zb helfen angeblich auch bei Krankheiten, sind aber auch net immer gut für den Körper und können einen krank und abhängig bleiben lassen, vor allem bei psychischen Problemen … das war jetzt nur a Beispiel und is net immer der Fall … ma kann sich ja ab und zu schon mal was gönnen … kann aber trotzdem dankbar bleiben und sein Glück und Wohlbefinden net dadurch abhängig machen … da ma des aber schnell moi macht, hab i die Line, wie’s du’s scho zitiert hast, ganz passend g’funden …

CF: Warum schafft es stp nicht, auf der Landkarte des österreichischen Hip Hop aufzuscheinen? Dass es an der Qualität liegt, mag ich nicht recht glauben. Bist du zum Beispiel zu viel Eigenbrötler, der sehr ungern sein Revier verlässt?

Flo Knixx: Also i glaub net, dass nur STP es net „schafft“ auf die Landkarte des österreichischen Hip Hops aufzuscheinen … Österreich hört, glaub ich, generell mehr Rap von auswärts … außer vereinzelte Künstler von Wien und Linz, kenn i aus anderen Bundesländern, wie der Steiermark und Tirol auch nur zwei Homies … und des auch nur aus Collaborationsgründen … vielleicht liegt des auch nur daran, dass i mi zu sehr auf meinen eigenen Shit konzentrier, was die Musik angeht … und jo mei Revier verlassen stört mi jetzt net so eigentlich und i hab a scho des öfteren dacht, was in Wien zu machen und dort zu versuchen a paar Gigs zu bekommen, aber dort hats mi dann a net wirklich hinzogen … wär aber scho ganz leiwand die Reichweite a wengl auszubreiten …

CF: Die Zusammenarbeit mit St. Pöltner Künstlern im Hip Hop Bereich scheint sehr gut zu funktionieren. Jeder kennt jeden und man supportet sich gegenseitig. Warum sind die Kontakte nach Wien so dürftig? Im Drum And Bass und im Punk/Indie Bereich klappt das doch auch?

Flo Knixx:  Ob andere STP Hip Hop Artists Kontakte nach Wien haben weiß i net, könnt i ma aber scho vorstellen … aber bei mir is halt diesbezüglich noch nix natürliches entstanden … aber es geht ja eigentlich net nur um Wien … wie scho gesagt, zum Beispiel in Tirol und in da Steiermark hab i zwei Homies, mit denen i über die Mukke connectet bin, shout out an Sprit Mixte und Hias Ledger aka Freistil Freddie

CF: Lass uns in die Zukunft blicken: arbeitest du an einem neuen Album?

Flo Knixx:  Ich hab schon ein paar Projekte, an denen ich arbeite und die auch alle zu deren Zeit gedroppt werden, aber Album wirds in näherer Zukunft, ganz einfach auch schon aus zweckmäßigen Gründen, vorerst mal net geben …

CF: Mit welchen heimischen Künstlern wirst du dein nächstes Projekt verwirklichen?

Flo Knixx:  Der nächste Track hat den Beat von matin.pz … ohne was geplant zu haben weiß i jetzt scho, dass i mit Z-Ko noch so einiges droppen werd …

CF: Du bist auch Produzent von einigen deiner Tracks. Produzierst du auch für andere Künstler? Willst du das ausbauen?

Flo Knixx:  Bis auf den ein oder anderen Track für Zody, damals glaub i noch Dworak oda DV 97 fällt ma grad nix ein … also ich wär eigentlich scho offen dafür andere Künstler zu produzieren, hab wirklich auch schon ernst drüba nachgedacht, nur da ich durch meine Projekte selbst schon an engen Zeitplan hab, würd i mi dafür auch dementsprechend entlohnen lassen … wenns net ana meina Homies is …

CF: Die Zukunft wird spannend! Wir sind gespannt auf deine zukünftigen Veröffentlichungen und Kollabos.

Aktueller Track von Flo Knixx und Z-Ko „Heavy On The Grind“:

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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