Der Debüt Roman von Florence Knapp ist keine leichte Kost, dennoch ist das Buch es wert, sich auf dieses Experiment mit drei verschiedenen möglichen Lebenswegen, abhängig davon, welchen Entscheidung man bei der Namensgebung seines Kindes trifft, einzulassen.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1987, Cora ist mit ihrer Tochter Maia und dem noch namenlosen Sohn auf dem Weg zum Meldeamt um ihn eintragen zu lassen. Sie selbst möchte ihn Julian, Maia ihren Bruder gerne Bear nennen, doch der patriarchalische und gewalttätige Ehemann besteht darauf, dass das Kind, so wie er und der Großvater, Gordon heißen soll. Der Vater ist Arzt und bei seinen Patienten sehr beliebt, niemand käme auf die Idee, dass er seine Frau brutal misshandelt.
Knapp beschreibt im Abstand von sieben Jahren jeweils unterteilt in die Kapitel „Bear“, „Julian“ und „Gordon“, wie sich das Leben der Familie bzw. des Sohns weiterentwickelt, je nachdem, für welchen Namen sich Cora entschieden hat. Durch die Namensgebung wird sich in zwei der Lebenswege alles dramatisch ändern, in einer von diesen wachsen die Kinder bei der Großmutter in Irland auf, denn dort wurde Cora geboren.
Der Debüt-Roman von Knapp ist eine emotional sehr aufwühlende Geschichte, es lohnt sich dennoch, sich auf dieses Experiment mit den unterschiedlichen Pfaden des Lebens einzulassen, die sich nur dadurch ändern, welche Entscheidung man bei der Namensgebung eines Kindes trifft. Durch den spannenden Aufbau entsteht beim Lesen eine starke Sogwirkung, die einem nicht aufhören lässt, weiter zu lesen.
Florence Knapp
Die Namen
Roman, Eichborn
352 Seiten | € 25,50
- BlackXplosion | Montag, 05.10.26, 21-22 Uhr - 3. Oktober 2026
- BlackXplosion | Montag, 07.09.26, 21-22 Uhr - 7. September 2026
- Florence Knapp – Die Namen - 7. September 2026

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