Jangoony: Liebe, Umwelt, Freundschaft, Zukunft

Phillip Neuhauser (Gesang & Gitarre), Julian Neuhauser (Bass & Gesang) und Jonathan Idinger (Schlagzeug) von Jangoony promoten ihre EP Marigold. Foto: Niklas Küffer, z.V.g.
Phillip Neuhauser (Gesang & Gitarre), Julian Neuhauser (Bass & Gesang) und Jonathan Idinger (Schlagzeug) von Jangoony promoten ihre EP Marigold. Foto: Niklas Küffer, z.V.g.

„Overthink-Projekt“ abgeschlossen! Vier EPs brauchte es, die Vielseitigkeit von Jangoony zu dokumentieren. Der Release von „Marigold“ steht kurz bevor, die vierte und letzte EP des „Overthink-Projekts“ soll Ende August auf Bloombox Records erscheinen. Noch im Sommer beginnen Jangoony mit den Vorbereitungen für das Debut-Album.

2021 setzten Jangoony innerhalb weniger Monate ihre ersten zwei EPs in die Welt und hinterließen den Eindruck, man beherberge eine ‹Hitfabrik› in der Stadt. Unberücksichtigt blieb dabei, dass sich Musiker für ihr Debut so viel Zeit nehmen können wie sie wollen, danach werden die Monate nach der letzten Ver öffentlichung gezählt. Im Fall des Trios wären das 15 Monate, wenn – wie geplant – ihre vierte EP „Marigold“ Ende August offiziell vorgestellt wird (Der City-Flyer durfte die ‹raw version› bereits hören). „Aber wir stressen uns nicht selbst“, relativiert Jonny den Termin und Phillip ergänzt: „Wir nehmen uns Zeit, damit die EP so klingt, wie wir es uns vorstellen.“ Auch deshalb, weil „Marigold“ für die Band eine große Bedeutung hat, will sie doch mit dieser EP den Ursprungsgedanken – das ‹Overthink› Projekt, wie sie es nennt – abschließen. „Auf vier Songs werden lyrisch die Themen Liebe, Umwelt, Freundschaft und Zukunft eben in dem Kontext abgehandelt, in dem unser gemeinsames Schaffen begonnen hat.“ Den goldenen Mantel, den das Cover der EP umgehängt bekam, ist da nur logisch; warum die EP den Titel „Marigold“ (Ringelblume) trägt, bedarf noch der Aufklärung.
Noch diesen Sommer wollen die drei Musiker von Jangoony mit den Aufnahmen für das Debut-Album beginnen. Neben den Songs auf den vier bisher erschienenen EPs soll auf der LP auch neues Material Platz finden. Ob die Songs mit einem zweitem Gitarristen eingespielt werden wie ursprünglich angedacht, oder doch wieder als Trio, wird sich zeigen. „Wir hatten schon Musiker eingeladen. Und wenn’s passt dann passt’s. Aber momentan passt es echt gut wie es ist“, so Phillip.

Text: Werner Harauer
Foto: Niklas Küffer, z.V.g.

City-Flyer: Eine neue EP von Jangoony steht ins Haus. Wie wird sie heißen und wann wird sie offiziell veröffentlicht?

Phillip Neuhauser: „Marigold“ wird der Name sein. Wir peilen Ende August den Release an!

CF: Erscheint sie wieder auf Phillips Label Bloombox Records?

Jonathan Idinger: As always auf Bloombox Records – The freshest label in town!

Phillip: Ja, nachdem die letzten Monate auch wieder einige neue Songs von „Jotu Jeu“ und „The Attic“ released wurden, ist Jangoony wieder mal dran.

CF: Ihr werdet dann insgesamt vier EPs veröffentlicht haben. Zwei kurz hintereinander im Jahr 2021, die dritte im Mai 2022 und nun die EP „Marigold“ im August dieses Jahres. Die Abstände zwischen den Veröffentlichungen werden immer länger. Nach meinen Berechnungen dürfen wir mit der nächsten EP im Jahr 2025 rechnen ?!

Phillip: Naja solange werden wir ja hoffentlich doch nicht brauchen, aber wir haben nehmen uns die Zeit, die eine EP eben braucht, um so zu klingen, wie wir es uns vorstellen.

Jonny: Die ersten EPs waren im Vorhinein schon sehr durchgeplant und auch die Deadlines standen relativ rasch fest. Anders jetzt bei „Marigold“, bei der sich im Prozess erst vieles gefestigt hat. Wir wollten auch nicht fix sagen, wann die EP fertig sein muss. Da fällt viel Stress weg und wir können uns auf die Kunst fokussieren.

Phillip: Aja und die nächste Veröffentlichung wird keine EP, sondern unser erstes Album sein, also hoffentlich in dem Jahrhundert noch.

CF: Habt ihr keine Angst, dass die Songs durch das lange Herumfeilen an Intensität verlieren, dass sie „überproduziert“ klingen?

Phillip: Überhaupt nicht. Wir arbeiten sehr lange an den Arrangements, bis wir happy damit sind. Aber der Sound, den wir von uns vorstellen, der steht dann meist schon fest und danach geht es nur mehr um Details.

Jonny: Das heißt nicht, dass sie überproduziert werden müssen. Im Vergleich zu den ersten EPs wollen wir eher davon weg und bemühen uns, unseren Sound zu öffnen. Wir wollen transparenter klingen, natürlicher und mehr so wie wir uns selbst hören. Diese Umstellung braucht am meisten Zeit und viel „try and error“.

Phillip: Das stimmt! Wir arbeiten in der Post viel analog und da wir doch sehr hohen Anspruch an unseren Sound haben, braucht es eben auch etwas mehr Zeit, bis es fertig ist.

CF: Ihr hattet bis jetzt sehr beschränkte Möglichkeiten eure Songs live vor Publikum zu präsentieren. Wie waren eure Erfahrungen auf der Bühne?

Jonny: Wenn auch wenig war es immer sehr schön und intensiv. Jeder Auftritt ist ein bisschen anders. Wir konnten auch einige unveröffentlichte Songs live spielen und schauen wie sie ankommen, oder woran wir noch arbeiten sollten. Das „Verlieren“ der Zeit, dieses spezielle Gefühl, war aber immer dabei. Das ist das Wichtigste und ein gutes Zeichen für unser Projekt!

CF: Phillip, du hast im letzten CF-Interview gemeint, die Songs wären eigentlich für zwei Gitarren geschrieben was die Live-Umsetzung erschwert und ihr werdet euch um einen zweiten Gitarristen umschauen. Ist das noch aktuell?

Phillip: Wir haben uns auch mit einigen Gitarristen getroffen aber am Ende geht es trotzdem darum, wie alles gemeinsam funktioniert. Mehr Gitarren, die auch miteinander wirken bringen eine Komplexität, die du im Studio brauchst, um den Songs eine gewisse Breite zu geben. Live geht es vielmehr um die Stimmung, die du transportierst. Ich glaube, dass wir das zu dritt sehr gut schaffen, aber wir spielen ja auch immer wieder mit anderen Musikern zusammen und tauschen uns aus. Wir haben eher unseren Zugang dazu verändern, wenn’s passt dann passts und momentan passt es echt gut.

CF: Jede eurer EPs stand unter einem bestimmten Motto, das sich in einer Farbe ausdrückte: „Blau“, „Grün“, „Rot“ und nun „Gold“. Die Farben sollen eine musikalische Facette, die die Band abdeckt, repräsentieren. Haben eure Fans das gecheckt?

Jonny: Da die meisten unserer Fans unsere Freunde sind, haben sie es von uns oft genug gehört haha. Aber ich glaube, dass die Idee recht gut rüberkommt, da Farben die einfachste und direkteste Art sind die Unterschiede zwischen den Projekten hervorzuheben.

Phillip: Ich glaub auch, dass jeder der sich mit uns ein bisschen beschäftigt hat, die unterschiedlichen Richtungen, die wir in den einzelnen EP’s zeigen erkennen kann und mit den Titeln bzw. Covern den größeren Gedanken dahinter.

CF: In welchem musikalischen Kontext steht die Farbe „Gold“?

Phillip: Marigold hat für uns persönlichen einen hohen Wert, weil wir mit dieser EP den Ursprungsgedanken unserer Band, damals das „Overthink“ Projekt genannt, abschließen. Wir behandeln auf den 4 Songs lyrisch die Themen Liebe, Freundschaft, Umwelt und Zukunft eben in dem Kontext, in dem unser gemeinsames Schaffen begonnen hat. Man darf sich schon mit den Dingen, die einen beschäftigen auch länger auseinandersetzen, aber letztendlich sollte man ich die richtigen Fragen stellen, bevor man die Antworten sucht. Den goldenen Mantel für diese EP finden wir ziemlich passend.

CF: Die vier Songs auf „Marigold“ klingen beim ersten Durchhören zugänglicher. Wollt ihr euch neue Hörerkreise erschließen?

Jonny: Das wär schön! Wenn sich mehr Leute angesprochen fühlen, ist in meinen Augen das Projekt gelungen.

CF: Die vier EPs werden das Gerüst eures ersten Longplayers sein. Zusätzlich sollen noch ein paar neue Songs enthalten sein. Wie weit fortgeschritten sind diesbezüglich eure Pläne?

Jonny: Die Vorbereitungen und ersten Aufnahmen für das Album sind noch für diesen Sommer geplant. Es wird noch viel Vorarbeit für uns werden, aber wir freuen uns schon auf den Prozess.

Phillip: Absolut! Wir haben mit den EP’s mal unsere Richtung gezeigt und gerade mit Marigold auch unseren Sound gefunden. Die Zeit im Studio wird sicher spannend, aber wir werden bei unseren nächsten Auftritten auch schon einiges davon zeigen.

CF: Vielen Dank für das Interview. Lasst von euch hören, wenn das Album fertig ist.

www.facebook.com/jangoony.tunes/

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Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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