Johnny Cola singt Mostviertler Liebeslieder

Johnny Cola setzt auf gute Lyrics in Mundart Foto: Maximilian Brustbauer z.V.g.
Johnny Cola setzt auf gute Lyrics in Mundart Foto: Maximilian Brustbauer z.V.g.

Nach langer Abwesenheit lässt sich der ehemalige Skeptic Eleptic Sänger seit zwei Jahren wieder auf Konzertbühnen blicken. Aus Otti Eleptic wurde Johnny Cola, der als Solokünstler bislang zwei Singles veröffentlichte, die stilistisch an die Austro Popsongs der 70er anschließen. An der dritten Single „Bitte bleib steh“ arbeitet er zurzeit mit Reino Glutberg im Studio.

„Ich hatte das Gefühl, ich trete schon zu lange auf der Stelle“, begründet Johnny Cola sein Verschwinden aus der Musikszene im Jahr 2008, tat dann jahrelang nichts und erkor sich 2016 ein frisches Steckenpferd – die akustische Gitarre. „Weil ich das Instrument nicht beherrschte, habe ich täglich 10 Stunden geübt, um meine Vorstellung vom Austro-Pop umsetzen zu können.“
Eigentlich kommt Johnny Cola aus einer ganz anderen musikalischen Ecke. Ältere Semester werden ihn noch unter dem Namen Otti Eleptic kennen, der als Frontmann der ehemaligen St. Pöltner Punkband Skeptic Eleptic die Bühnen zerlegt. Doch irgendwann hat er keine Lust mehr, Punkrock zu spielen, liebäugelt mit Folkmusic á la Bright Eyes oder Bob Dylan und hört Alben von Georg Danzer und Wolfgang Ambros. „Ich will etwas Neues auf die Beine stellen. Dazu musste ich mich neu erfinden und suchte mir auch einen neuen Namen.“
2021 ist seine Verwandlung so weit fortgeschritten, dass sich Johnny auf die Bühne wagt, seine erste Single „Fernweh“ erscheint im August 2022. „Ich will die Zuhörer:innen mit einfachen Melodien und tiefen Emotionen berühren. „Dabei setze ich auf gute Lyrics, gutes Songwriting, auf Feeling, Authentizität, Gelassenheit und Swag,“ beschreibt er seine Arbeitsweise.
Hilfe im Studio erhält Johnny vom ehemaligen Skeptic Eleptic Gitarristen Rio Danger, der die Harmonies und das Gitarrensolo am Ende seiner im April veröffentlichten zweiten Single „Ohne **dich“ eingespielt hat. Im Moment ist Johnny wieder im Studio und arbeitet mit dem Produzenten Reino Glutberg an seiner dritten Single „Bitte bleib steh“.

 

Interview: Werner Harauer
Foto: Maximilian Brustbauer, z.V.g.

City-Flyer: Ältere Semester werden dich besser unter dem Namen Otti Eleptic kennen, der als Frontmann der ehemaligen St. Pöltner Punkband Skeptic Eleptic sein Unwesen trieb. Warum jetzt der Name Johnny Cola?

Johnny Cola: Ich wollte was Neues auf die Beine stellen dazu musste ich mich neu erfinden und ich brauchte irgendeinen neuen Namen der dazu passt.

CF: Für einen Punk muss der Name „Cola“ unangenehme Assoziationen anstoßen, weil man sofort an die Marke Coca Cola denkt, die wiederum einem weltumspannenden Konzern angehört. Oder meinst du das andere „Cola“?

Johnny: „Cola“ is ein Wort, das schön über die Lippen geht. Das klingt gut und schreibt sich gut.

CF: Was blieb haltungsmäßig übrig vom Punk Otti Eleptic?

Johnny: Das kann ich irgendwie schwer sagen. Wenn man jung ist glaubt man, man weiss schon alles. Ich mach auf jeden Fall immer noch genau das, worauf ich Bock hab.

CF: Du bist nach Auflösung von Skeptic Eleptic im Jahr 2008 untergetaucht. Hat dich Musik nicht mehr interessiert?

Johnny: Ich bin bei Skeptic Eleptic ausgestiegen, weil ich frustriert war. Ich hatte das Gefühl, ich steh schon zu lange an und ich hatte auch keine lust mehr Punkrock zu spielen. Ich bin dann im wahrsten Sinne des Wortes untergetaucht. Wie ein Verschollener im Bermuda Dreieck. Aber irgendwie hab ich’s dann geschafft da wieder rauszukommen.
Als ich 2016 wieder aufgetaucht bin, wollte ich unbedingt Gitarre spielen lernen und hab angefangen zehn Stunden am Tag zu üben. Ich wollte es unbedingt lernen, weil ich ein Ziel vor Augen hatte.

CF: Ich nehme an, du wolltest Johnny Cola werden. Seit wann agierst du als Johnny Cola?

Johnny: Meine erste Single „Fernweh“ ist im August 2022 rausgekommen. Seit 2021 spielte ich meine ersten Konzerte.

CF: Was hat dich dazu bewogen wieder zu singen und Gitarre zu spielen?

Johnny: Ich wollte das schon lange machen. Schon während meiner Zeit bei Skeptic Eleptic wollte ich Folkmusic wie Bright Eyes oder Bob Dylan machen.

CF: Stilistisch liegen deine eigenen Songs meilenweit entfernt von jenen der Skeptic Eleptic. Hört sich an wie Austro-Pop mit Mundarttexten. Wie würdest du die Songs charakterisieren?

Johnny: Austropop war auch echt mal gut, vor allem in den 70ies. Es ist schwierig ranzukommen an die Alben von Georg Danzer oder Wolfgang Ambros aus dieser Zeit. Ich lass mich auf jeden Fall von ihnen beeinflussen.
Ansonsten würd ich sagen, ich schreib melodiöse catchy folky Emo-Pop-Songs, die oft mit Liebe zu tun haben.

CF: Ich muss gestehen, ich war noch auf keinem deiner Live-Konzerte als Johnny Cola*, hab dich aber als resoluten Frontmann bei Skeptic Eleptic in Erinnerung, der die Bühne zerlegt. Wie ist die neue Bühnenshow angelegt? Setzt du statt auf „raw power“ auf Theatralik?

Johnny: Wenn irgendwas an Skeptic Eleptic erinnert, hätte ich es komplett falsch gemacht. Es musste etwas komplett Neues und im Jetzt verankert sein.
Ich setze auf gutes Songwriting, gute Lyrics, auf das Feeling, auf Authentizität, Gelassenheit und Swag. Ich steh wie Bob Dylan auf der Bühne und will die leute mit einfachen Melodien und tiefen Emotionen berühren.

CF: Schreibst du die Texte selbst und komponierst du die Songs auch selbst?

Johnny: Ich mach alles selbst und ich liebe es.

CF: Du arbeitest doch auch mit Rio Danger, einem ehemaligen Gitarristen der Skeptic Eleptic, zusammen. Was macht er?

Johnny: Rio Danger singt die Harmonies und trägt auch sonst geile Sachen bei. Das Gitarrensolo am Ende meiner neuen Single „Ohne dich“ hat er gemacht. Er ist aber nur im Studio dabei.

CF: Kannst du dir vorstellen nochmals mit einer eigenen Band auf der Bühne zu stehen?

Johnny: Kann ich mir schon vorstellen. Von meiner nächsten Single, die ich bald aufnehme, wird es zwei Versionen geben. Eine unplugged und eine mit Band.

CF: Die aktuelle Single „Ohne Dich“ wurde im April veröffentlicht. Auf welchem Radiosender könnte der Song deiner Ansicht nach gespielt werden?

Johnny: Auf FM4 auf jeden Fall. Aber die Single kann von mir aus auch auf jeden anderen Sender gespielt werden, Hauptsache die Leute hören sie.

CF: Was planst du musikalisch für die Zukunft? Wird es mehr Austro-Pop von Johnny Cola geben?

Johnny: Ich könnte ein ganzes Album aufnehmen, so viele Songs hab ich geschrieben und es werden immer mehr. Nächste Woche geh ich ins Studio und beginne mit der dritten Single „Bitte bleib steh“. Reino Glutberg wird sie produzieren. Ich hab vor, für das Musikvideo nach Italien zu fahren und dort zu drehen.

CF: Wem von den alten und/oder Neo-Austro-Poppern stehst du musikalisch am nächsten?

Johnny: Georg Danzer und Wolfgang Ambros hatten die besten Songs.

CF: Vielen Dank für das Interview.

* Habe ich inzwischen nachgeholt und zwar am 1. Juli bei seinem Gig am Sonnenparkfest (Anm. Werner Harauer)

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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