Joschi Haiden – Doyen der StP-Partyfotografie

Joschi Haiden zeigt seinen „Models“ die eben geschossenen Fotos Foto: privat, z.V.g.
Joschi Haiden zeigt seinen „Models“ die eben geschossenen Fotos Foto: privat, z.V.g.

Die Foto- und Termineplattform nitelife.at begleitet inzwischen zwei Generationen (Millennials und Zoomer) durch das Nachtleben. Joschi Haiden, der Gründer der Website, fotografiert nach wie vor Nachtschwärmer auf deren Wunsch.

Wenn sich auf der Party eine Menschen­traube bildet, die nicht mit dem gebuch­ten Act in Verbindung steht, dann kann sie sich nur um Joschi Haiden scharen. Ausgeschlossen, dass ein Gast ihn in sei­ner markanten Uniform und mit der fetten Kamera in der Hand übersehen könnte. Joschi macht Fotos von Partygästen, die anschlie­ßend auf der Fotoplattform nitelife.at zu sehen sind. Der Andrang ist groß, weil der Drang, ein schönes Erin­nerungsfoto von sich zu be­sitzen schein­bar ungebrochen ist.
Angefangen hat der heute 40-jährige Unternehmer und Fotograf im Februar 2002 als Promotion-Mitarbeiter beim Radiosender HitFM (jetzt 88.6) in der Disco Millennium (heute Event Stage) in Krems. „Dort hab ich mir meine ersten Sporen verdient und hab den Ehrgeiz entwickelt, immer bessere Fotos zu machen. 2008 gründete ich dann nitelife.at.“
Vier Jahre lang experimentierte ein dreiköpfiges Team, wie man eine Party am publikumswirksamsten in Szene setzt – über Artikel, Videos und Fotos. Dann wollten zwei Teammitglieder aussteigen und nitelife.at wurde im Oktober 2012 an die NÖN verkauft. Joschi blieb und fotografiert nach wie vor für nitelife.at, weil „es mir auch nach mehr als zwanzig Jahren großen Spaß macht bei Ver­anstaltungen zu knipsen.“
Am 9. September wird nach einer langen Pause wieder die „JoschiMania“ in der Jahnturnhalle stattfinden. Der Namensgeber ist schon eifrig mit der Orga­nisation beschäftigt und die Kamera wartet auf ihren Einsatz.
www.nitelife.at
www.joschimania.at

Interview: Werner Harauer
Foto: Joschi Haiden, z.V.g.

City-Flyer: Wie alt bist du?

Joschi Haiden: Ich bin heuer im Mai 40 geworden.

CF: Dich kennt im Bezirk St. Pölten und darüber hinaus so ziemlich jeder Jugendliche und junge Erwachsene. Kaum ein Partygast wird dich in deiner markanten Uniform und mit der fetten Kamera in der Hand übersehen können. Wirst du auf der Straße oft von fremden Leuten angesprochen?

Joschi Haiden: Ich finde nicht das mich so viele Leute kennen! Nein, eigentlich gar nicht. Wenn ich nicht in meiner „Uniform“ bin, spricht mich nie jemand an den ich nicht kenne.

CF: Die Farbkombination „schwarzes Hemd – rosa Krawatte“ ist quasi das Markenzeichen von dir und deinen Mitarbeiter*innen und marketingmäßig perfekt. Würdest du privat so aus dem Haus gehen?

Joschi Haiden: Nein, das wäre mir privat zu auffällig! 😀 Für die Arbeit passt es perfekt um auszufallen.

CF: Du besuchst alle Veranstaltungen auf denen sich jungen Menschen aufhalten. Welche Veranstaltungen sind dir vom Publikum und von der Musik her am liebsten?

Joschi: Nicht nur wo junge Menschen sind 😉 Mir gefallen fast alle Veranstaltungen weil es mir gefällt unter Leuten zu sein. Auf Festivals sind die Besucher am ausgelassensten, da tue ich mir sehr leicht an Fotos zu kommen. Am liebsten höre ich elektronische Musik speziell EDM und Hardstyle

CF: Hat sich dein Geschmack mit der Zeit geändert? Wenn du die Musikrichtung meinst ja!

Joschi: Als ich noch privat auf Veranstaltungen gegangen bin, hab ich eher Drum and Bass und Alternative Musik gemocht.

CF: Kannst du dich noch an die Veranstaltung erinnern, auf der du das erste Mal Partyfotos gemacht hast mit dem Ziel, sie via Website nitelife.at einem breiten Publikum zu zeigen? Welche war das und wann war das?

Joschi: Angefangen habe ich neben dem Bundesheer im Februar 2002 als Promotion-Mitarbeiter beim Radiosender HitFM (ist jetzt 88.6) in der Disco Millennium in Krems, da war noch meine Aufgabe die Disco mit Banner und Luftballone zu dekorieren und die Leute animieren zu tanzen.
Da wurden auch schon hin und wieder Fotos für den Radiosender von der Party gemacht und da bin ich dann so reingerutscht das es mich immer mehr interessiert hat immer bessere Fotos zu machen. 2008 kam dann nitelife.at

CF: War nitelife.at von Beginn weg als kommerzielle Website gedacht?

Joschi: Ja

CF: Bist/warst du auch für den technischen Aufbau der Site verantwortlich?

Joschi: Nein dafür war unser Programmierer zuständig

CF: Bist du an die NÖN herangetreten mit dem Hinweis „ich hätt da was für euch, damit kriegt ihr die junge Zielgruppe“?

Joschi: So in der Art. Die NÖN war schon einige Zeit ein guter Kooperationspartner von uns. Zwei von unserem dreiköpfigen Team wollten aus nitelife.at aussteigen und so haben wir mit einigen Firmen gesprochen, ob sie Interesse hätten nitelife.at zu übernehmen.
Wir dachten eigentlich nicht, dass die NÖN das übernehmen würde, aber durch Zufall sind wir ins Gespräch gekommen und es hat dann für alle Beteiligten ganz gut gepasst.

CF: Wann war das?

Joschi: Im Oktober 2012

CF: Ich kann mich erinnern, dass in den Anfangszeiten von nitelife.at auch kurze Artikel angeboten wurden. Warum sind die wieder verschwunden?

Joschi: In der Anfangszeit haben wir einiges versucht, so auch Veranstaltungsvideos oder Artikel. Das wurde von den Usern leider nicht so gut angenommen wie die Fotos, deswegen haben wir uns auf die Fotos spezialisiert.

CF: Sind eigentlich alle Prä-NÖN Fotos und Texte erhalten und auf die NÖN-Seite mitgewandert?

Joschi: Nein leider nicht alle. Jene, die wir noch hatten schon.

CF: Ist nitelife.at im Eigentum der NÖN?

Joschi: Ja

CF: Hat sich der Boom, sich selbst im www zu sehen schon gelegt?

Joschi: Nein eigentlich gar nicht. Die Leute wollen nach wie vor ein gutes Foto von sich vom Fortgehen haben.

CF: Nachdem sich die Influencer auf den Social Media Plattformen so perfekt inszenieren, kann man als semiprofessioneller Poser nur abstinken. Warum posen die Leute dennoch vor der Kamera? Hängt das mit dem Grad ihres Alkoholkonsums zusammen?

Joschi: Nicht immer: Ich fotografiere auch genügend nüchterne Personen. Viele Leute wollen einfach nur ein schönes Foto von sich zur Erinnerung, den meisten geht es nicht um’s Posen. Du brauchst dir nur die nitelife.at Galerien durchschauen: Auf den meisten Fotos wirst du sehen, dass die Leute zusammenstehen und in die Kamera grinsen, einfach nur weil sie ein schönes Erinnerungsfoto von dem Abend wollen.

CF: Ich will bei euch als Fotograf anfangen. Was muss ich tun? Was muss ich können? Krieg ich eine Einschulung?

Joschi: Du musst gar nichts können, einfach eine Mail an bewerbung@nitelife.at schreiben.
Eine eigene Spiegelreflexkamera wäre nicht schlecht. Dann mache ich mit dir eine Einschulungsrunde bei ein, zwei Veranstaltungen an einem Abend und dann kannst du das Wochenende drauf selbst loslegen.

CF: Wie viele Mitarbeiter*innen hat nitelife.at?

Joschi: Mit mir momentan sechs.

CF: Sind die Fotograf*innen auch für die Partytermine auf der Site zuständig?

Joschi: Nein, nur zum Fotografieren und danach die Fotos hochzuladen.

CF: Hast du deine Frau auf einer Party kennengelernt? Nachdem du sie fotografiert hast?

Joschi: Ich hab meine Frau schon länger flüchtig gekannt, so wie die meisten Leute.
Sie hat bei einer Veranstaltung mal gekellnert und da sind wir länger ins Gespräch gekommen und dann haben wir uns privat getroffen, so fing das an.

CF: Bist du noch immer so nachtaktiv, nachdem du Familien hast?

Joschi: Dank meiner Frau, die mich dabei unterstützt, dass ich meine Arbeit weiterhin so machen kann wie immer, ja!

CF: Nach zehn Jahren soll wieder eine Party in deinem Namen, die „JoschiMania“, stattfinden. Ich nehme an, dass du am 9. September in der Jahnturnhalle wieder kräftig mitmischen wirst. Welche Aufgaben fallen dir bei dieser Veranstaltung zu? Bist du für das Marketing, die Bandauswahl, das Ticketing, … zuständig?

Joschi: Alles mögliche! Ich bin ja offiziell nicht der Veranstalter, aber ich habe meine Vorstellungen, wie ich die „JoschiMania“ gerne hätte und stimme das dann mit dem Veranstalter ab. Das letzte Wort hat er.

CF: Ich nehme außerdem an, dass es wieder eine lange Nacht wird. Hängen sich die Nächte nicht rein? Du wirst ja am Tag auch einem Job nachgehen.

Joschi: Ja, wie jedes Wochenende 😀
Nein ich habe keinen fixen Job am Tag. Ich mache nur das und nebenbei habe ich noch die Marke „FotoKing.at“ aufgebaut, ich vermiete da FotoBoxen für Hochzeiten, Feiern und Veranstaltungen.
Es macht mir auch nach mehr als zwanzig Jahren noch immer großen Spaß in der Nacht bei Veranstaltungen zu fotografieren!

CF: Darf du schon verraten, wer auf der JoschiMania am 9.9. auflegen wird?

Joschi: Ja natürlich!
DJ SEJ
DJ Antonio Detex
DJ Jago
DJ Lobo
DJ Chris Armada
DJ Ken K
Intoxicaded

CF: Wann ist die JoschiMania für dich ein Erfolg?

Joschi: Wenn die Gäste Spaß und einen schönen Abend haben! Bei der JoschiMania geht es mir nicht um den kommerziellen Erfolg. Es sollte nur kein Minus werden, das reicht mir schon.

CF: Ich wünsche dir und deinem Team ein gutes Gelingen und scharfe Fotos.

Joschi: Danke sehr! 😄

Werner Harauer
Folge mir
Letzte Artikel von Werner Harauer (Alle anzeigen)

1 LIKE

Werner Harauer
VERSCHENKE EIN LIKE
Du musst angemeldet sein, um den Artikel zu liken!

Schreib etwas dazu

Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

City-Flyer – die Stadt bei Tag und Nacht Foren Joschi Haiden – der Doyen der StP-Partyfotografie

  • Dieses Thema hat 0 Antworten und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 6 Monaten von Werner.
Ansicht von 0 Antwort-Themen
  • Autor
    Beiträge
    • #40154 Likes: 0
      Werner
      Administrator
        14 Likes

        Wenn dir der Eintrag „Joschi Haiden – der Doyen der StP-Partyfotografie“ von werner gefallen hat, gib ihm ein „Like“. Wenn du mehr über den Autor erfahren willst, so klicke auf sein Profil. Wenn du etwas ergänzen willst, LOG DICH EIN und schreib einen Kommentar.

    Ansicht von 0 Antwort-Themen
    • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.