Just Some Strangers: Musik kann viel bewirken

Hannah Zederbauer und Benjamin Gaßner von Just Some Strangers Foto: Leopold Denk, z.V.g.
Hannah Zederbauer und Benjamin Gaßner von Just Some Strangers Foto: Leopold Denk, z.V.g.

Mit Hannah Zederbauer hat eine neue aufregende Stimme die Bühne betreten. Sie und ihr langjähriger Mitmusiker Benjamin Gaßner grüneten im Sommer 2023 die Band Just Some Strangers und gaben bereits einige Monate später ihr Bühnendebut im NÖKISS-Stadl in Herzogenburg. Seither stellen sie regelmäßig Songs auf ihrem Youtube-Kanal.

Fragen: Werner Harauer
Foto: Leopold Denk, z.V.g.

City-Flyer: Wie alt seid ihr? Und wo probt ihr?

Hannah Zederbauer: 16
Jakob Fromhund: 19
Malin Hochholdinger: 18. Ich bin erst seit diesem Jahr dabei, spiele eigentlich Keys, aber momentan zugleich auch Bass, nachdem Miriam Goldgruber, die Band im Herbst verlassen hat. Wir suchen dringend einen Bassisten!
Benjamin Gaßner: 16. Unser Probenkeller ist in Herzogenburg.

CF: Geht ihr alle ins BORG?

Jakob: Alle außer Hannah, die in die BASOP geht. Ich maturiere heuer.

CF: Wer von euch ist am BORG Musical beteiligt?

Jakob: Alle außer Hannah.
Benjamin: Jakob und ich spielen im Orchester (Jakob: Percussion, Benni: Gitarre, d.Red.) und Malin sitzt bei der Lichttechnik.

CF: Seit wann gibt es die Band?

Jakob: Ich bin seit Sommer 2023 dabei. Für genaueres bitte Benni befragen.
Benjamin: So richtig eigentlich eh erst seitdem der Jakob dabei ist, davor waren Hannah und ich zu zweit. Unsere Songs haben wir davor, in den letzten zwei bzw. drei Jahren geschrieben.

CF: War der Auftritt im Nökiss-Stadl im September des Vorjahres euer erster Auftritt?

Benjamin: Ja
Jakob: Der erste und bis jetzt erfolgreichste :-)

CF: Wo habt ihr euch kennengelernt?

Benjamin: Hannah kenn ich schon seit der Volksschulzeit, wir haben schon oft miteinander musiziert. Jakob und Malin kenn ich aus der BORG-Rockband, also aus der Schule.
Jakob: Hannah hab ich erst über die Band kennengelernt.

CF: Bandgründungen sind heute viel seltener. Welche Motivation stand bei euch dahinter, eine Band zu gründen?

Jakob: Ich bin der Band erst beigetreten, als sie schon existiert hat, war also nicht an der Gründung beteiligt. Meine Motivation mitzuspielen kommt rein vom Spaß an der Musik und an Auftritten.
Benjamin: Ich habe schon in der Volksschule davon geredet, eine eigene Band zu gründen. Dass Hannah und ich gemeinsam musizieren, war schon früh klar. Und den Traum einer ganzen Band haben wir uns, nachdem ich im BORG die richtigen Leute dafür kennengelernt habe, ganz einfach erfüllt.

CF: Warum der Name “Just Some Strangers”? Fühlt ihr euch “fremd” in der Gesellschaft?

Jakob: Bezogen auf die unendlichen Weiten der Existenz sind wir Just Some Strangers in this huge universe.
Hannah: Musik kann sehr viel bewirken. Man kann so viele Gefühle und Gedanken ausdrücken mit einer Tiefe die man so nie erreichen könnte. Ich denke, dass man sich mit vielen Musikern so geborgen und verstanden fühlen kann, nur durch ihre Lieder obwohl sie ja doch eigentlich nur Fremde sind. Das ist etwas was ich vermitteln möchte, wir sind “Just Some Strangers” aber wir haben tiefgründige Gedanken, Sehnsüchte und Wünsche, die wir mit unserer Musik teilen wollen.

CF: Ihr habt im letzten halben Jahr fünf Songs veröffentlicht. “Running'”, “Save Our World”, “Inner World”, “Begin Of Life” und “Peace” reichen musikalisch von funkig bis balladesk. Habt ihr vor, diese große musikalische Bandbreite beizubehalten?

Benjamin: Ja, denn das ist bestimmt eines unserer Markenzeichen. Abwechslung ist mir persönlich sehr wichtig, weil man so Songs für jeden und jeden Rahmen hat. Trotz dieser Vielseitigkeit kreieren wir, denk ich immer unseren eigenen speziellen Sound, den man wiedererkennen kann.

CF: Die Lyrics stammen von Hannah und beschäftigen sich auch mit den unterschiedlichsten Themen. Worum geht es beispielsweise in “Running'”, eurem ersten veröffentlichten Song?

Jakob: Puh, da müsst ich mir die Lyrics nochmal durchlesen ;-)
Hannah: :-) Runnin’ beschäftigt sich vor allem mit der Frustration im Alltag gefangen zu sein, wenn man aber das Gefühl hat etwas verändern zu wollen bzw. in dieser Welt etwas bewirken zu wollen.
Runnin’ soll auch dazu auffordern aus den gesellschaftlichen Normen auszubrechen und neue Lösungen für diese Welt und ihre Probleme zu suchen.

CF: Bei “Save Our World” ist es klar, dass es um den Schutz der Umwelt geht. Habt ihr den Schlüssel gefunden, wie man die Erde rettet?

Jakob: Nein. Eine Lösung durch einen Song zu präsentieren, wäre nicht der richtige Ansatz denke ich. Songs eignen sich besser dafür, Fragen zu stellen und auf Situationen hinzuweisen. Der Song soll zum Nachdenken anregen. Nicht zeigen, wie’s geht.
Hannah: Ich denke, dass es nicht “die Lösung” gibt. Aber ich denke, dass jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann und auch große Unternehmen und Politiker gefordert sind ihr Bestes zu geben. Außerdem denke ich, dass wir bereit sein müssen Veränderungen zuzulassen und auf den ein oder anderen Komfort zu verzichten.

CF: Das Cover von “Begin Of Life” ziert eine skelettierte Hand, der Text liest sich aber sehr lebensfroh. Was wollt ihr mit der Wort-Bild Schere ausdrücken?

Hannah: Eigentlich sollte sich das Cover mehr auf den Regen konzentrieren. Dieser ist farbig, denn es sind die kleinen Dinge die uns bewusstmachen, wie schön es ist zu leben und die Farbe – wie eben im Bild – in eine eher schwarz-weiße tote Wahrnehmung bringen. Deshalb die farblose Skeletthand, die durch den Regen Farbe bekommt.

CF: “Peace”, eure 80er Rock-Hymne, bringt jetzt weder musikalisch, noch inhaltlich Neues. War es euch ein Bedürfnis, diesen Song zu veröffentlichen?

Jakob: Er ist immerhin unser fetzigster Titel, insofern, ja.
Benjamin: Absolut! Es stimmt die Thematik ist nicht neu, es gibt sie im Prinzip seitdem es Menschen gibt und leider ist auch jetzt KRIEG immer noch ein dominierender Inhalt in Tagesmedien. Ich finde es einfach nur traurig, dass die Menschheit scheinbar nicht dazu im Stande ist, aus der Vergangenheit zu lernen. Deshalb ist uns dieser Song ein ganz besonderes Anliegen. Die aggressive Rockmusik soll in diesem Fall die zerstörerische kriegerische Gewalt darstellen.

CF: Habt ihr eine Erklärung, warum “Runnin‘” auf YouTube bis jetzt über 1000 Zugriffe hat und die Anderen Songs nur die Hälfte, bzw. darunter?

Benjamin: Ich hätte es mir so erklärt, dass Runnin’ als erster von allen Songs publiziert wurde, sonst eventuell, weil es musikbezogen auch in den Mainstream passen würde.
Jakob: Runnin‘ haben wir ein paar Tage vor unserem ersten Auftritt rausgebracht. Da war das Interesse groß. Die weiteren Veröffentlichungen haben, wie Benni schon gesagt hat, erst später stattgefunden. So würde ich mir das erklären.

CF: Wurden alle Songs bei Leopold Denk Recording aufgenommen?

Benjamin: Ja, die bisherigen Aufnahmen fanden alle Ende August letzten Jahres bei ihm statt. Wir danken an dieser Stelle für die tolle Zusammenarbeit mit ihm!
Jakob: Wir werden auch zukünftige Songs bei ihm aufnehmen. Professionellste Arbeit auf persönlicher Basis, ein Traum.

CF: Habt ihr noch mehr Songs aufgenommen, die in nächster Zeit veröffentlicht werden?

Benjamin: Nein, aber es sind definitiv weitere für dieses Jahr geplant.

CF: Wie schauen eure Pläne für die nahe Zukunft aus? Plant ihr auch eine Veröffentlichung auf einem physikalischen Tonträger?

Jakob: Definitiv eine leiwande Idee, liegt für uns allerdings noch weiter in der Zukunft.
Benjamin: Naja einmal eine LP wäre schon lässig. :-)
Was wir dieses Jahr anstreben sind Veröffentlichungen auf anderen digitalen Musikplattformen wie z.B. Spotify.

CF: Wo wird euer nächster Auftritt stattfinden?

Benjamin: Unser nächster fixer Auftritt wird am Freitag, den 30. August 2024 wieder bei der “Mixed Generation Party” bei den NÖKISS stattfinden.
Davor sieht man uns vielleicht bei der Herzogenburger Sommerkonzertreihe „Heimspiel“.
Aber nähere Infos zu bevorstehenden Auftritten wird es auf Instagram geben.

www.youtube.com/channel/UCOIkz_g27OeD3xrU-Ds32mg
www.instagram.com/just_some_strangers/

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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      Werner
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