Kinderkunstlabor? Za wos?

Kinderkunstlabor Foto © Prashant Sharma, Pixabay
Kinderkunstlabor Foto © Prashant Sharma, Pixabay

Der Spruch, dass wir in der Schule für’s Leben lernen, klang für mich nie überzeugend. Offenbar glauben auch die verantwortlichen Politiker*innen nicht mehr daran, die Schule könne ihren Bildungsauftrag erfüllen – zumindest was die Kunsterziehung betrifft. Wie sonst lässt sich erklären, diese in Zukunft in ein „Kinderkunstlabor“ auszulagern, oder sie zumindest dort zu ergänzen?

Ein schlüssiges Konzept, was die Kinder im geplanten „KiKuLa“ am Altoona-Park lernen werden, wurde bislang nicht vorgelegt. Die Argumente, welche die Ausgaben von 12 Steuer-Millionen rechtfertigen sollen, lauten in etwa so: man wolle den Kindern die Kunst näher bringen und gleichzeitig den Park aufwerten, indem man ihn durch das neu zu errichtende Gebäude vor Verkehrslärm schützt.

Zwei Versäumnisse lassen sich durch ein Kinderkunstlabor nicht aus der Welt schaffen

Wie wäre es, Kunsterziehung dort zu belassen, wo sie hingehört, nämlich in die Schulen? Wie wäre es, das Geld für eine profunde Ausbildung des Lehrpersonals und eine adäquate Ausstattung an Lehrmitteln zu verwenden? Die Schulen könnten dann ihrem Bildungsauftrag in Kunsterziehung nicht nur auf dem Papier nachkommen.

Und der durch den Verkehrslärm beeinträchtigte Altoona-Park? Eine „Lärmschutzwand Kinderkunstlabor“ um 12 Millionen Euro finde ich dann doch etwas überzogen. Wie wäre es, den Autoverkehr von dort abzuziehen? Denn wer glaubt, in ein paar Jahren werde die Blechlawine noch durch die Stadt rollen, dem kann ich nur zurufen: “Komm endlich im 21. Jahrhundert an.”

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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