Lara Weiss singt sich in die Herzen der St. Pöltner

Lara Weiss © Thomas Schnabel
Lara Weiss © Thomas Schnabel

Im Musical „The Sound Of Music“, welches vom BORG St. Pölten im Jahr 2017 aufgeführt wurde, spielte sie die Hauptrolle. Ein Jahr später gründete sie mit ihrem Vater, dem BarRock-Wirten Stefan Weiss, das Duo LaSt. Mit ihrer beein­druckenden Stimme zählt die 21-jährige Lara Weiss zu den großen Gesangshoffnungen der Stadt und ist ein gern gesehener Gast auf den Bühnen der heimischen Musiker-Elite.

Interview: Werner Harauer
Foto: Thomas Schnabel

City-Flyer: Du bist vor einem Jahr mit Chico, Juliane Stieglitz, Lukascher, Roman Kugler und Martin Rotheneder auf der Rathaus-Bühne gestanden. Wie fühlt man sich als junge Musikerin unter lauter „alten Hasen“?

Lara Weiss: Mit den von dir genannten Musiker*innen habe ich nur einen Song im Rahmen des Konzerts gesungen, allerdings war das eine sehr coole Erfahrung!
Ich hatte aber schon ein paar Mal die Ehre, mit der Band, bestehend aus Dieter Libuda, Oliver Jung, Peter Pansky und Daniel Letschka, zusammenarbeiten zu dürfen. Für mich war es jedes Mal eine besondere Erfahrung, weil alles so super funktioniert. Man gibt ihnen die Akkorde und sie alle kippen sofort in den Groove rein und haben Spaß, egal welche Lieder sie spielen.

CF: Ihr wurdet angekündigt als „best of music made in St. Pölten“. Wie gehst du damit um, zu den besten Musiker*innen St. Pöltens gezählt zu werden?

Lara Weiss: Das ist eine unglaublich große Ehre. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich mich selbst gar nicht so und hätte mich eher als Außenseiterin empfunden. Meine Musikerkolleg*innen haben mich das allerdings nie spüren lassen und mich von Anfang an in ihrer Mitte aufgenommen.

CF: Beim BORG-Musical „The Sound Of Music“ im Jahr 2017 konntest du dich bei der Vergabe der Hauptrolle durchsetzen. Du spieltest Maria Rainer, die spätere Ehefrau des  Baron von Trapp. War von Anfang an klar, dass du die Rolle bekommst?

Lara Weiss: Nein, auf keinen Fall! Meine Mitbewerberinnen waren alle unglaublich stark und auch der Jury fiel die Auswahl sehr schwer. Für mich war jedoch klar, dass ich keine Nebenrolle annehmen würde, da es mein Matura-Jahr war und man – egal mit welcher Rolle – sehr viel Zeit in die Proben investiert.

CF: Die Songs eines Musicals zu singen, zählt nicht zu deinen Hauptbeschäftigungen Welcher Musikgattung fühlst du dich zugehörig?

Lara Weiss: Haha, das stimmt. Nie hätte ich gedacht, dass ich mich der Musical-Gattung so zugehörig fühlen kann. Normalerweise höre ich gerne Indie, Alternative aber auch Rock und Rap. Am meisten inspirieren mich aber Singer/Songwriter, da ich diese Lieder am besten covern kann und mich genau diese Künstler*innen auch motivieren, mehr eigene Songs zu schreiben.

CF: Auf deine Soundcloud hast du ausschließlich Cover-Versionen geladen. Hast du vor, Songs in Zukunft auch selbst zu schreiben?

Lara Weiss: Für die Veranstaltung „best of music made in St. Pölten“ letztes Jahr habe ich innerhalb kürzester Zeit drei eigene Lieder geschrieben, da eigene Songs die Voraussetzung für das Mitmachen war. Mein Papa hat mich dabei enorm unterstützt. Ich habe aber seither kaum Zeit dafür aufgebracht, bzw. sind keine weiteren Songs fertiggestellt worden. Es sind Teile entstanden aber bisher ist nichts fertig geworden. Zur Zeit bin ich aber wieder extrem motiviert und werde mich bald mal wieder hinsetzen.

CF: Du singst hauptsächlich Cover-Versionen von Indie-Balladen aus den Nuller- und 10er-Jahren. Hast du die Songs im „BarRock“, dem Lokal deines Vaters, oft gehört?

Lara: Ich war und bin kaum im BarRock, aber mein Papa spielt dort die Lieder, die ihm gefallen und demnach jene, die er auch zu Hause hört. Aus dem Grund würde ich sagen, dass mich sein Musikgeschmack enorm geprägt hat. Die Musik, die ich von klein an gehört habe, war für mein Alter eigentlich immer schon ungewöhnlich. Welches Kind im Alter von 7 Jahren kann das ganze Album „Stadium Arcadium“ der Red Hot Chili Peppers mitsingen?

CF: Wie kam die Kooperation mit der St. Pöltner Band The Attic zustande? Ihr habt ja gemeinsam „Devil on my Shoulder“ performt.

Lara: In meiner BORG-Zeit war ich nicht nur im Gitarrenunterricht von Georg Forstreiter, sondern auch in der von ihm geleiteten Schulband. Dort habe ich mit den verschiedensten Musiker*innen zusammengespielt, unter anderem mit den Burschen von The Attic. Es dürfte ihnen sowohl die Songauswahl als auch das Musizieren mit mir genauso großen Spaß gemacht haben, wie mir. Somit haben sie mich zuerst für den BORG-Ball 2017 gefragt, ob ich mit ihnen „Show Me How To Live“ von Audioslave (als Hommage an den im selben Jahr verstorbenen Chris Cornell) performen möchte. Für ihre Album-Präsentation im März 2019 wollten sie dann unter anderem „Devil on my Shoulder“ interpretieren und sind erneut auf mich zugekommen. Es macht mir einfach immer super viel Spaß mit ihnen gemeinsam auf der Bühne zu stehen und ich finde es toll, dass mir das durch die BORG-Band ermöglicht wurde.

CF: Habt ihr das noch öfter vor?

Lara: Wir haben nicht darüber gesprochen. Als Gastmusikerin trete ich immer wieder gerne für sie auf, aber sie sind “The Attic” und das soll auch so bleiben, finde ich.

CF: Kannst du dich als Sängerin einer Band vorstellen?

Lara: Hm, naja. Ich denke, hin und wieder für Auftritte wie z.B. mit der Backstage-Band oder anderen Gruppen spricht nichts dagegen. Ob ich es immer machen würde, weiß ich allerdings nicht. Mein Papa und ich spielen seit 2018 im Duo LaSt (Lara & Ste) und alleine spiele ich hin und wieder bei Taufen oder auch Hochzeiten. Aber für größere Auftritte in der Öffentlichkeit hol ich mir dann doch lieber noch Unterstützung vom Papa.

CF: Du hattest kürzlich einen Auftritt im Rahmen der „Musikalischen Innenstadt Light“. Wie ist die Stimmung bei einem Straßenkonzert? Reagiert das zufällig vorbeikommende Publikum?

Lara: Ich hab nicht damit gerechnet, dass so viele Leute vorbeikommen würden. Natürlich waren viele Leute denen ich im Vorfeld Bescheid gegeben habe dabei, aber es sind auch enorm viele Passanten stehen geblieben. Ich denke, das liegt aber auch an der Songauswahl. Ich selbst bleib auch eher stehen, wenn ich die Lieder kenne, als wenn Musiker eigene Songs spielen. Die Stimmung war super! Es war richtig cool und das Feedback war sehr positiv. Ich würds sofort wieder machen.

CF: Mit den Live-Auftritten ist es momentan schwierig. Hast du für die nahe Zukunft einen Auftritt geplant?

Lara: Im Moment schauts eher nicht nach größeren Auftritten aus. Ich wär aber motiviert

CF: Was machst du beruflich?

Lara: Neben meinem Lehramt-Studium für die Fächer Deutsch, Englisch und Geographie, arbeite ich in einem Geschäft im Traisenpark.

CF: Gut möglich, dass du die letzten Monate viel Zeit für die Musik hattest. Wirst du uns im Herbst mit neuen Songs überraschen?

Lara: Aufgrund des Lockdowns hatte ich zwar arbeitsmäßig frei, das Studium lief aber ganz normal – wenn auch digital – weiter. Aus dem Grund sind zwar keine neuen Songs entstanden, aber wir arbeiten gerade an professionellen Aufnahmen meiner bestehenden Liedern.

CF: Wir danken dir für das Interview und wünschen dir viel Erfolg bei den Aufnahmen.

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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