Dieser fesselnde Roman erzählt von der Kindheit und Jugend eines Mädchens im Berlin der 80er Jahren inmitten einer Männer-Wohngemeinschaft.
Weil ihre Mutter heroinsüchtig ist, wird Lale bald nach der Geburt in die Obhut des Jugendamtes gegeben, der Vater sitzt im Gefängnis. Als das Mädchen 2 ½ Jahre alt ist, kommt ein Freund ihres Vaters mit einer Alibi-Freundin vorbei und es gelingt ihm, Lale als sein Pflegekind in seine WG, in der 4 Männer hausen, aufzunehmen.
Von nun an beginnt ein meist nicht kindergerechtes Leben, denn in der WG werden vor allem Partys mit Frauen gefeiert. Schon früh bestimmen Gerüche den Alltag des Mädchens, wie etwa jene von „Schwarzer Krauser“, Haschisch, ätherischen Ölen und Männerschweiß. Sie sieht, wie die Freundinnen der Männer nach einiger Zeit durch neue ersetzt werden. An den wilden Zuständen ändert sich auch nichts, als Lale`s Vater nach seiner Entlassung in die WG einzieht. Auch er sieht bei gewissen Vorkommnissen einfach weg.
Diese wird nur dann ordentlich gereinigt, wenn sich das Jugendamt für einen Kontrollbesuch ankündigt. Die Männer erklären Lale dann genau, was sie sagen darf und was nicht.
Das Mädchen bekommt aber trotz dieses ungewöhnlichen Aufwachsens sehr gute Schulnoten und schafft das Abitur. Lale wird im Laufe der Zeit ab und zu von ihrer Mutter besucht, letztendlich wird diese jedoch an ihrer Drogensucht sterben.
Lilli Tollkien ist mit ihrem autofiktionalen Debüt-Roman ein fesselndes und tragisches Werk gelungen. Sie schreibt in einer kraftvollen und poetischen Sprache und lässt die Leserschaft tief eintauchen in die Gefühlswelt des Mädchens.
Lilli Tollkien
Mit beiden Händen den Himmel stützen
Roman, Aufbau
252 Seiten | € 24,70
- BlackXplosion | Montag, 05.10.26, 21-22 Uhr - 3. Oktober 2026
- BlackXplosion | Montag, 07.09.26, 21-22 Uhr - 7. September 2026
- Florence Knapp – Die Namen - 7. September 2026

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