Was Goldie in den 90er-Jahren mit seinem Album „Timeless“ (1995) und LTJ Bukem mit „Logical Progression“ (1996) aus der Taufe hoben, führt Nia Archives seit ihrem Debüt „Silence Is Loud“ (2024) ebenbürtig fort – sie ist die aktuell größte Botschafterin des Genres Jungle. Old-School-Jungle-Rhythmen verbindet sie mit modernen Indie-Pop-Vocals und Neo-Soul-Elementen und erschließt damit ein komplett neues, junges Publikum. In ihrer Heimat Großbritannien wird das entsprechend gewürdigt: 2022 gewann sie den renommierten NME Award als beste Produzentin sowie den ersten MOBO Award (Music of Black Origin) in der Kategorie „Best Electronic/Dance Act“. Nominierungen für drei Brit Awards und den Mercury Prize folgten.
Für den Guardian zählt „Emotional Junglist“ heuer sogar zu den größten Pop-Alben – dem kann beigepflichtet werden. Nia Archives geht hier noch einen Schritt weiter und entlehnt Soundfragmente aus Indie-Pop sowie R&B, die neu in das Chaos synkopierter Breakbeats eingebettet werden. Damit bricht sie klassische Genregrenzen von Jungle und Drum & Bass auf und betritt Neuland – ein erfrischend neuer, junger und authentischer Sound, den man sich unbedingt anhören sollte. Anspieltipps: „Almost Always“ und „Around Tha Bend“.
Nia Archives – Emotional Junglist
Island Records, 2026
- Heinz Strunk – Memories of Heidelberg - 7. Oktober 2026
- Digger - 7. Oktober 2026
- Erykah Badu – Before the World Blows - 11. September 2026

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