Protestdonnerstag mit CHiLL-iLL und Wendy

CHiLL-iLL performte für den Protestdonnerstag im RedPoint in St. Pölten. Foto © Claudia Zawadil für den City-Flyer

Die Rock’n’Roll Highschool hat für die dritte Auflage des Protestdonnerstag für Toleranz, Menschlichkeit und Solidarität wieder ein interessantes Line-Up zusammengestellt. Am Donnerstag, den 19. September gaben sich im RedPoint die Lo-Fi-Sängerin und -Gitarristin  Wendy and the Clean Up Crew und Hip Hop Zampano ChiLL-iLL das Mikro in die Hand. Interessant aus dem Grund, weil Siegfried Gansch aka CHiLL-iLL seit der Rückkehr in seine Geburtsstadt (siehe auch den CF-Artikel „Kaum zurück, wieder auf Tour„) das erste Mal auf heimischer Bühne stand und brandneue Songs aus seiner am 26. Oktober erschienenen LP „Aunka des Lebens“ vortrug. Und doppelt interessant, weil sich Wendy and the Clean Up Crew an jenem Abend die Herzen der Zuhörer erspielte.

Mit ramponiertem Equipment und viel Enthusiasmus präsentierte Wendy dem hingerissenen Publikum räudige Folksongs, die von Gitarrenloops eingefasst wurden. Selbst als das schmale Lied-Repertoire nach der ersten Zugabe erschöpft war, ließen die Zuhörer nicht ab, eine weitere Werkprobe zu fordern. Unter ihnen der stolze Papa Ugly Fritz Schmaldienst, der seine Tochter Lena aka Wendy überredete, ihr Lieblingslied einfach nochmals zu spielen.

Stefan „Kiterider“ Chung stand nach dem Gig der „Vorband“ hinter den Turntables bereit, um dem nächsten Act die Beats einzuspielen. Die kamen ziemlich knackig aus der PA und CHiLL-iLL reimte mit seinem Mostviertler Mundart-Rap darüber. Obwohl der hiesigen Sprachfärbung mächtig, verstand ich so gut wie nichts, was CHiLL-iLL an persönlichen und politischen Botschaften mitzuteilen hatte. Matthias „Mots“ Nimpfer von der RnR Higschool, der normalerweise den Bass der stp-Punker The ZsaZsa Gabor’s zupft, versuchte am Mischpult sein Bestes, um die Stimme differenzierter aus den Lautsprechern zu bringen, doch die Akustik (oder die PA) im RedPoint scheint für solche Fälle nicht gerüstet.

Dem Großteil der Zuhörer war das Konzert einfach zu laut (was heißt laut! Motörhead waren laut!). Viele Gäste hörten sich die Performance der beiden KünsterInnen daher lieber im Freien vor dem Eingangsbereich an.
Nicht so die stark vertretene SPÖ-Fraktion, angeführt von Stadtrat Heinz Hauptmann. Außerdem der Leiter des Bürgermeisterbüros Michael Koppensteiner, Jugendgemeinderat Gregor Unfried mit seinem Vorgänger Thomas Kainz, JG-Landesvorsitzender Michael Kögl und JG-Beisitzer Lukas Wenighofer, der selbst bei der Prog-Rock-Band Green Coloured Sun in die Tasten greift.
Für einen Protestdonnerstag mit einem Act, den so gut wie niemand vorher kannte und einem weiteren, der sich über Jahre hauptsächlich in Linz aufhielt, war die Besucherzahl durchaus respektabel. Und wie man ordentlich Stimmung macht, wissen sowohl Newcomerin Wendy als auch Bühnenroutinier CHiLL-iLL sehr gut.

 

Galerie mit 25 Pics (c) Claudia Zawadil Du musst eingeloggt sein, um die Bilder sehen zu können!

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    Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.
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