Er schreibt seit zehn Jahren als fixer Redakteur fürs deutsche Musikmagazin Legacy, tischt gemeinsam mit seiner Partnerin Maggy internationalen Bands im eigenen Garten Brunch auf – und ist seit fast 20 Jahren Seite an Seite mit Christian „Mecki“ Dörr der Zampano hinterm STP Metalweekend: Wer in der heimischen Metalszene nicht weiß, wer Reini Reither ist, braucht Nachhilfe. Wir liefern sie hier … von Althea Müller
Metallische Wellen und Wochenenden
Das erste Mal zweitägig Metal gab es im damaligen Freiraum St. Pölten 2007: ein ab sofort jährliches Metal-Festival mit elf heimischen Bands an zwei Abenden. 2014, beim ersten Event dieser Art im neuen Freiraum, wurden erstmals auch internationale Acts gebucht. Bevor 2027 somit bereits das große 20-Jahre-Jubiläumsfestival ansteht, öffnen sich aber vorher noch – traditionellerweise am letzten September-Wochenende – die Tore fürs STP Metalweekend 2026 (MW). Wie immer mit heimischen und internationalen Bands auf der Freiraum-Bühne.
„Dort verkünden wir bereits die ersten sechs Bands fürs Jubiläumsfestival nächstes Jahr“, verrät Reini, „vier davon internationale Headliner.“ Grundsätzlich gehen er und sein kongenialer Mit-Metaller Mecki bereits im Sommer des Vorjahres in die Planung des Line-ups. „Aber nach gut zwei Jahrzehnten stellt sich dabei natürlich auch eine gewisse Routine ein“, betont er. Warum sie sich die Veranstaltungsorganisation auch „weit über 50“ nicht nehmen lassen, ist von Reini, der im Jänner seinen 60er feiert, schnell erklärt: „Das Metalweekend ist quasi das Baby von Mecki und mir. Jetzt haben wir es durch die schwierigen Anfangsjahre gebracht und die Schule abgeschlossen. Aus dem Teenager wird gerade ein junger Erwachsener – und dein Kind verstößt du nicht. Das STP Metalweekend gehört für uns im Leben einfach dazu.“
Dabei entwickelt sich die Szene auch weiter: Seit 1. Jänner treten die bis dahin bestehenden St. Pöltner Metal-Vereine STP Metal (geführt von Reini und Mecki) sowie Heavy Wave (geführt von David Hoffelner und Marco Graßmann) unter einem gemeinsamen Dach auf: STP Metal Wave. Ressourcen werden gebündelt, das autarke Handeln bleibt bestehen. „Im März haben wir gemeinsam (unter der Ägide von Heavy Wave) mit ‚Metal Invasion‘ erstmals ein weiteres zweitägiges Metal-Festival in St. Pölten auf die Beine gestellt“, erzählt Reini. Somit gibt es aktuell im Metal-Sektor vier Tagesveranstaltungen und zwei 2-Tages-Events in St. Pölten pro Jahr. Nice an diesem metallischen Generationen-Tandem: Die Jungen und die Alten lernen dabei voneinander – und unterstützen sich natürlich auch gegenseitig in vielen Belangen. „Außerdem geht es auch darum, wer das alles mal weiterführt“, gibt Reini zu, „am Rollator muss ich nicht mehr unbedingt als Veranstalter im Freiraum stehen. Wobei …“
Metalweekend? Nur im Freiraum
Das häufig restlos ausverkaufte MW mal woanders zu veranstalten, kommt übrigens nicht in Frage: „Das Metalweekend kannst du nur im Freiraum machen, und es wird niemals irgendwo anders stattfinden. Punkt 1 sind und bleiben wir Underground, und Punkt 2 können wir uns im Freiraum immer auf Location und Team verlassen“, so Reini. Nicht nur Sebastian „Bastl“ Haas vom Freiraum erwähnt er in dem Zusammenhang („er hat die Oberhand und investiert jedes Jahr irrsinnig viel Zeit auch in Kontrolle von Input-Listen oder Vorprogrammierung!“) – oder Stefan „Ste“ Weiss hinter der Bar. Auch der eigene, kleine feine MW-Trupp auf Seiten der Technik ist denkbar eingespielt – etwa Stagemanager Georg, der seit einem Jahrzehnt dabei ist und die ToDos im kleinen Finger hat. Genauso wie Chef-Soundmann Nino („dem brauchen wir nix mehr sagen, der weiß genau, was zu tun ist!“). Die Situationen vor Ort mit Aufbau, Soundcheck und so weiter profitieren davon natürlich, weil viele Bands auch viele Anforderungen mit sich bringen – gern auch spontan: „Welche Bands haben z.B. den eigenen Techniker oder das eigene Soundboard mit?“, zählt Reini Beispiele auf. „Oder dann kommt eine Band mit falschem Rider, weil sie einen neuen Drummer haben, der links und nicht rechts spielt – also darf schnell noch das Schlagzeug umgebaut werden.“
Memories aus zwei Jahrzehnten
Schöne Erinnerungen gibt es über die Jahrzehnte natürlich viele: „Bei uns ist vertraglich geregelt, dass alle Headliner STP Metalweekend-Shirts geschenkt bekommen. 2022 waren God Dethroned – eine absolut rennomierte Band aus Holland, die durch die ganze Welt tourt – Headliner. Frontman Henri Sattler, eine Ikone des Metals also, war ein paar Monate später auf der Metal-Kreuzfahrt 70000TONS OF METAL, der berühmten Metal-Kreuzfahrt. Wenn die Musiker dort dann von Bord gehen, werden sie fotografiert. Und er hat unser Shirt getragen, als er von Bord gegangen ist.“ Eine coole Anekdote fällt ihm auch aus 2024 ein: „Da hat die Female Black Metal Band Asagraum bei uns gespielt – und, zumindest laut meiner Beobachtung, war das das erste Mal, dass wir männliche Groupies vor der Backstage-Tür stehen hatten, die sich Autogramme holen und mit der Band quatschen wollten.“
STP METALWEEKEND 2026
25. & 26. September, Doors jeweils 18:30 Uhr
www.freiraum-stp.at/veranstaltungen/stp-metalweekend-2026/
Foto: Reinhold Reither © Wolfgang Matzl/z.V.g.
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