Rose

Rose

Mit „Rose“ gelingt Markus Schleinzer ein epochaler Film über die Jahrtausende alte Geschichte des Patriarchats – und über eine Frau, die in „Männerkleidern“ ein selbstbestimmtes Leben sucht. Erst durch diese Rollenumkehr wird die ganze Tragweite des Geschlechterunterschieds spürbar: Von Gleichberechtigung ist man auch damals weit entfernt. Der Schauplatz ist das 17. Jahrhundert, unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg, in einem abgelegenen protestantischen Dorf in Deutschland. Die damaligen Verhältnisse laden dabei zu Parallelen mit der Gegenwart ein – denn in der nach wie vor männerdominierten Welt scheint sich in den vergangenen Jahrhunderten erschreckend wenig verändert zu haben. Sandra Hüller macht dies in der Hauptrolle mit einer brillanten Darstellung unmissverständlich klar – und wurde dafür völlig zu Recht mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Doch zum Plot: In einem Dorf taucht ein mysteriöser Soldat auf, dessen Gesicht von einer Narbe gezeichnet ist. Er gibt sich als rechtmäßiger Erbe eines verlassenen Gehöfts aus und legt den misstrauischen Dorfbewohnern ein Dokument vor, dem schließlich Glauben geschenkt wird. Als er sich in einer waghalsigen Aktion als Bärentöter beweist, wird er in die Gemeinschaft aufgenommen – obwohl seine Identität auf einer unhaltbaren Lüge fußt. Eine Zeit lang geht die Tarnung gut, es folgen Heirat und ein scheinbar trautes Familienleben. Doch im Showdown erweisen sich die gesellschaftlichen Regeln als gnadenlos.
Der Film erinnert nicht nur durch sein Schwarz-Weiß-Bild an Michael Hanekes „Das weiße Band“ – einen Film, bei dem Schleinzer als Casting Director tätig war. Auch die Machart und einzelne Kameraeinstellungen lassen Parallelen erkennen – nicht nur zu Haneke sondern auch zu Kult-Regisseur John Ford. Das ist durchaus als Auszeichnung zu verstehen, schließlich wurde Hanekes Werk 2009 mit der Goldenen Palme geehrt und Ford ist mit vier Oscars einer der erfolgreichsten Regisseure der Filmgeschichte.

Rose
Regie: Markus Schleinzer
Darsteller:innen: Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese u.a.
Österreich/Deutschland, 2026

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Juergen
Seit früher Jugend an Pop- und Soulmusik interessiert. Begeisterter Plattensammler.

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