Salamirecorder & Topsy Turvy: Live-Rebellion

Salamirecorder & Topsy Turvy: Live-Rebellion
Fantastisch glamourös spielen Topsy Turvy jeden Macho-Roboter an die Wand. Jetzt mit Salamirecorder auf Tour. Foto © Anja Pöttinger, z.V.g.

Mit nagelneuem Album geht der St. Pöltner Künstler Felix Schnabl aka Salamirecorder im Mai auf Tour, die ihn vorwiegend durch Deutschland führt. Mit dabei: seine Backingband The Hi-Fi Phonos – und das glamourös fantastische Trio von Topsy Turvy.

Wenn dieser Artikel erscheint, packen der Salamirecorder und The Hi-Fi Phonos wahrscheinlich schon das eine oder andere Gepäckstück. Ab 7. Mai nämlich führen sie acht Gigs quer durch Deutschland – von München über Berlin bis Leipzig. Danach wird noch ein Tourstopp in Prag eingelegt, bevor die Reise am 29. Mai mit einer großen Homecoming Show im Wiener B72 finalisiert wird.

Präsentiert und zelebriert wird on tour natürlich das taufrische Album im stilsicheren 60s-Garage Sound: „Inside The Cage“ ist am 24. April bei Siluh Records (dem Wiener Label des St. Pöltners Bernhard Kern) erschienen. Die zehn neuen Sixties Lo-Fi Groove-Songs hat der Salamirecorder komplett selbst eingespielt – auf einem 4-Track Taperecorder. „Die gesamte Album-Produktion war sehr intensiv“, verrät er dem City-Flyer, „da ich alles in meinem viel zu kleinen Proberaum aufgenommen und alles in maximal vier Takes eingespielt habe. Und weil alles recht zackig und trotzdem sehr emotional ablief.“

Analoge Freiheiten

Das Analoge ist dabei für ihn mehr als nur ein puristisches Glaubensprinzip, sondern vielmehr eine so praktische und künstlerische wie politische Entscheidung. In einer Welt endloser digitaler Möglichkeiten findet der Salamirecorder eine paradoxe Freiheit, indem er „sich selber auch ein bisschen limitiert.“ Sicher auch aus dem Grund, „dass eben das Digitale in dieser Welt eigentlich voll autoritär und vom Geld gesteuert ist.“

Anti-Macho Glam Support

Fantastische Rückendeckung für die Deutschland-Tour offerieren die Label-Schwestern von Topsy Turvy: Mit Schlagseiten im Punk, Surf und Vintage Rock weist die Wiener Indie-Formation teilweise übrigens auch St. Pöltner Verwurzelungen auf. Mittels ihres aktuellen Albums „Fighting the Ginormous Macho Nacho“ kämpft das Trio superkostümiert und farbenfroh gegen einen riesigen Spielzeug-Roboter namens Macho Nacho. Diese Figur basiert auf einem echten – und dabei echt beleidigenden – Musiker, den Resi, Vic und Lena tatsächlich einmal kennengelernt haben. „Wir waren wirklich wütend auf ihn“, erzählen sie. „Er steht für eine gigantische Macho-Nacho-Energie in der Musik, in den Dingen, die wir als Musikerinnen erleben.” Umso selbstbewusster sprechen sie mit ihrem rundum kunstvollen Auftritt die in der Musikindustrie weitverbreitete Frauenfeindlichkeit an.

Infos:
salamirecorder.bandcamp.com
Instagram: @topsyturvyband
www.siluh.com/artists

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