Soulshake: von überall die beste elektronische Musik

Bernhard Dangl (li.) und Robin König organisieren den Soulshake im Warehouse. Foto: privat, z.V.g.

Ein besonderes Veranstaltungsformat erfreut sich seit längerer Zeit großer Beliebtheit beim Publikum im Warehouse: Robin König veranstaltet mit seinem ehemaligen Klassenkameraden Bernhard Dangl aka Ssence die Veranstaltungsreihe Soulshake. Alle zwei Monate werden dort Musik-Stile gespielt, die eigentlich nicht zusammengehören. Was ist das Besondere an „Soulshake“?

Interview: Werner Harauer
Foto: privat

City-Flyer: Du veranstaltest mit deinem ehemaligen Klassenkameraden Bernhard Dangl aka Ssence die Veranstaltungsreihe „Soulshake“ im Warehouse. Was war der Auslöser, als ihr vor 2 1/2 Jahren begonnen habt? Habt ihr eine Angebotslücke entdeckt?

Robin König: Wir waren schon immer gerne auf Partys und da wir in der 4. Klasse in der SV waren, bekamen wir die Möglichkeit im Warehouse das Hak Benefiz zu veranstalten. Zuerst war das alles „just for fun“, nachdem das HAK Benefiz dann aber komplett ausverkauft war und wir bemerkt haben, wie viel Spaß es eigentlich macht, eine eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen, haben wir überlegt „etwas Eigenes“ zu machen.
Wir haben uns ein Konzept überlegt, das es in dieser Form noch nicht gab, es dem Warehouse vorgestellt und sie haben uns eine Chance gegeben. Damit hat alles begonnen.

CF: Was unterscheidet „Soulshake“ von den anderen Veranstaltungen im Warehouse?

Robin: Bei „Soulshake“ treffen mit Drum and Bass, Goa und Tek drei verschiedene Musikrichtungen aufeinander, die trotz ihrer Diversität sehr gut miteinander harmonieren. „Soulshake“ will eine Alternative zu den unzähligen Kommerzpartys bieten. Vielseitigkeit und Abwechslung wird bei uns großgeschrieben.

CF: Wie oft im Jahr gibt es einen „Soulshake“?

Robin: Etwa 5-6 Mal im Jahr, sprich alle 2 Monate.

CF: Wann findet der nächste „Soulshake“ statt?

Robin: Am 1. Februar 2020.

CF: Ihr habt die Veranstaltungsreihe Mitte Juni 2017 gestartet. Habt ihr während der 2 1/2 Jahre etwas am Konzept geändert?

Robin: Die Grundidee von „Soulshake“ hat sich nie verändert, jedoch wird das Konzept immer wieder feingeschliffen.

CF: Auf eurer Veranstaltung werden neben Drum and Bass auch andere Styles wie Goa oder Tek gespielt. Setzt ihr die Musikschwerpunkte nach den Vorlieben der Gäste? Wäre es für euch denkbar, Drum and Bass einzuschränken, wenn sich Goa in Zukunft durchsetzen sollte?

Robin: Das ist eine echt gute Frage! Drum and Bass ist für „Soulshake“ ein wichtiger Punkt im Konzept, deswegen spielt es Drum and Bass auch immer am großen Floor und Goa/Tek am kleineren Floor. Sollte sich Goa oder Tek in Zukunft durchsetzen, wäre es eine Überlegung wert, die Floors vielleicht mal eine Zeit lang zu tauschen um zu schauen, wie das beim Publikum ankommt.

CF: „Soulshake“ besteht ja nicht nur aus DJ Soulshake, also dich und Ssence. Es gibt da noch Peter Ganster aka ProGress, Christian Ptacek aka Spacecake, Raphael Reisinger aka Rxter und Fabio Korbel aka Frixon. Habt ihr eine Arbeitsteilung? Wer legt was auf?

Robin: Spacecake nennt sich seit kurzem Senchai. Eine Arbeitsaufteilung gibt es in diesem Sinn eigentlich nicht. Bernhard und ich sind für das Konzept und die Organisation der Veranstaltung zuständig und der Rest der Bande hauptsächlich für die Musik. Gemeinsam arbeiten wir immer wieder an neuen Ideen wie zum Beispiel unserem neuen Podcast auf Soundcloud.

CF: Seit wann ist Frixon dabei?

Robin: Frixon ist seit über einem Jahr dabei. Unser jüngster Neuzugang ist Max Janoschek aka Shaderz, der ist seit dieser Saison dabei.

CF: Wie wird man DJ bei „Soulshake“? Hört ihr euch Sets von potentiellen Kandidaten an und wenn sie euch gefallen, fragt ihr die DJs, ob sie mitmachen wollen?

Robin: Wir sind ständig auf der Suche nach Newcomern, die mit ihrem Stil herausstechen. Wir lassen sie zunächst zu Randzeiten auflegen, damit sie zeigen können, was sie draufhaben und wenn sie uns und das Publikum begeistern, gibt es eine Fortsetzung beim nächsten Event.

CF: Welches Zielpublikum kommt zu eurer Veranstaltung? Wie alt sind die BesucherInnen im Schnitt?

Robin: Im Schnitt sind unsere Besucher zwischen 16 und 20 Jahren alt. Vor allem sprechen wir Leute an, die Bock auf alternative, nicht kommerzielle Musik haben und auf Underground-Vibes stehen.

CF: Vergleicht ihr eure Besucherzahlen mit den Besucherzahlen anderer Veranstaltungen im Warehouse? Herrscht unter den Veranstaltern ein Wettkampf um die meisten Besucher?

Robin: Klar redet man untereinander darüber. Für uns ist das weniger ein Konkurrenzkampf, sondern eine Zusammenarbeit und ein gegenseitiges Weiterhelfen, damit sich alle Partys verbessern können. Eine Konkurrenz gibt es auch deshalb nicht, weil jedes Event im Warehouse sein eigenes, einzigartiges Konzept hat.

CF: Hast du außerhalb des Warehouse auch schon Veranstaltungen organisiert? Wenn ja, welche?

Robin: Außer Geburtstagsfeiern und die ein oder andere Homeparty eigentlich nicht. Aber mal sehen was die Zukunft bringt 😉

CF: Hast du dir schon mal überlegt, etwas anderes als ein DJ-Event zu veranstalten?

Robin: Eigentlich nicht. Wenn etwas anderes, dann in Richtung live Hip-Hop. Mit Rock und Live-Bands können Berni und ich leider eher weniger anfangen.

CF: Welche waren die größten Acts, die ihr auf eure Veranstaltung geholt habt?

Robin: Der größte war bis jetzt Kanine aus England. Wir setzen bei „Soulshake“ aber eher auf „Locals“, also DJs in der Umgebung und haben unser Konzept darauf aufgebaut. So können wir anstatt einen großen mehrere verschiedene DJs mit verschiedenen Stilen buchen, um die Vielseitigkeit von „Soulshake“ beizubehalten.

CF: Hast du dir ein zeitliches Limit gesetzt, wie lange du Host eines Clubs sein willst? Was müsste passieren, damit du das Interesse am Club verlierst?

Robin: Nein, definitiv nicht. Wir werden das so lange machen, wie es uns Spaß macht und das wird noch länger der Fall sein. Das Interesse würde ich verlieren, wenn der Club Events für die breite Masse machen würde. Das Warehouse ist aber sehr dahinter, dass das nicht passiert.

CF: Stehst du mit den anderen Drum and Bass DJs in Kontakt?

Robin: Ja! Und das liebe ich am Veranstalten von Events am meisten. Man lernt so viele neue Leute kennen und freut sich gleichzeitig jedes Mal, wenn man auf Events bekannte Gesichter wiedersieht. Man tauscht sich aus und redet über dieselbe Leidenschaft. Es entstehen Freundschaften und man erweitert sein Netzwerk – das ist einfach geil.

CF: Hast du dir schon das Album von Dossa & Locuzzed angehört?

Robin: Na klar! Was ist das für eine Frage?!

CF: Bist du ausschließlich DJ, oder produzierst du auch selbst Tracks?

Robin: Ich bin ausschließlich DJ, aber einige in unserer Crew, vor allem Senchai, produzieren auch selbst fleißig ihre eigenen Werke. Ich tobe mich dann doch lieber bei der Produktion von Videos aus.

CF: Du bist auch als Filmmaker & Storyteller beruflich unterwegs. Hast du nie mit dem Gedanken gespielt, selbst visuals für Veranstaltungen zu produzieren?

Robin: Ich baue gerade meine eigene Medien-Agentur Robin König Media auf. Wir produzieren hochwertigen Videocontent und helfen Unternehmen mit innovativen Methoden die Chancen von Social Media zu nutzen. Das Know-How übertragen wir natürlich dann auch auf unsere Events. Wir bewerben „Soulshake“ mit diversen Online-Kampagnen, produzieren Aftermovies und schießen die ganzen Party-Fotos.

CF: Wo ist der Firmensitz der Firma Robin König Media?

Robin: Noch auf meiner privater Adresse in St. Pölten Land, aber bald auf die meines neuen Büros.

CF: Ist es in der „Provinz“ nicht schwierig Kunden zu finden, die das Potential der „Neuen Medien“ ausschöpfen wollen?

Robin: Nein, das denke ich nicht. Unsere Leistungen kommen deshalb so gut an, weil wir neue Herausforderungen nicht ignorieren, sondern sie als Chance nutzen, um weiter zu wachsen. Um ein Beispiel zu nennen: In Amerika hat bereits jeder Frisör und jeder Zahnarzt ein top Social-Media-Auftreten und wir alle wissen, dass amerikanische Trends innerhalb von 1-2 Jahren auch zu uns kommen. Die Unternehmen, die also jetzt schon damit beginnen, können später ganz vorne dabei sein und die Konkurrenz überholen. Nokia ist damals die beliebteste Handymarke gewesen, sie sind aber untergegangen, weil sich gegen einen Trend gewehrt haben, den Trend zum Smartphone. Wir nehmen unsere Kunden an der Hand und helfen ihnen neue Herausforderungen zu meistern.

CF: Was macht dein ehemaliger Klassenkamerad und DJ-Kumpel Bernhard Dangl beruflich?

Robin: Berni hat im Oktober seinen Zivildienst abgeschlossen und hat vor kurzem begonnen an der WU zu studieren. Neben dem Studium und den Events beginnt er auch gerade sein eigenes Unternehmen aufzubauen.

CF: Lass uns ein wenig philosophisch werden. Du schreibst über dich, ein schwerer Autounfall hätte die Sicht auf dein Leben verändert. Ich hatte schon zweimal das Vergnügen bei einem Autounfall fast ums Leben zu kommen Nicht dass ich nicht Autofahren könnte: das erste Mal war ich Mitfahrer und das zweite Mal hatte ich Pech. Ich habe im Gegensatz zu dir nichts dazu gelernt. War das bei dir eine Art spirituelle Erleuchtung? Oder resultierte dein Wunsch, den Tag in vollen Zügen zu genießen, als wäre er dein letzter, aus einem Nachdenkprozess?

Robin: Ich war damals 17 Jahre alt und die Schule war einfach nichts für mich. Ich hatte zwar nie schlechte Noten, aber es war einfach nicht das Wahre. Jedoch habe ich es einfach akzeptiert, weil das ja „normal“ ist, die Matura und die Schule fertig zu machen. Als dann plötzlich der Tag war, an welchem ich einen schweren Autounfall hatte, begann ich nachzudenken. Es war nämlich ein Tag wie jeder andere und das könnte jederzeit wieder passieren. Sollte ich so etwas das nächste Mal nicht überleben, möchte ich sagen können, ich habe in vollen Zügen gelebt. Das ist meine tägliche Motivation aufzustehen und an jedem Tag 120% zu geben, ansonsten könnte ich mir das nicht verzeihen. Da ich überhaupt nichts von spirituellen Dingen halte und ein absoluter Realist bin, würde ich eher sagen, dass das ein Tritt in den A**** war, die Augen aufzumachen und Gas zu geben, damit ich irgendwann sagen kann: „Ich habe gelebt.“

CF: Heißt für dich „in vollen Zügel leben“ ein Ereignis hinter das andere zu reihen, so als ob du möglichst viele Perlen auf eine Schnur fädeln willst?

Robin: Grundsätzlich sage ich, dass es besser ist, eines nach dem anderen zu machen, um bei jeder Tätigkeit sein volles Herzblut reinstecken zu können. Ansonsten würde man alles nur halb machen.
„In vollen Zügen zu leben“ heißt für mich nichts auszulassen, zu probieren, aus seiner Komfort-Zone herauszutreten und nie stehen zu bleiben. Wir leben nicht für immer und verschwendete Zeit ist verschwendetes Potenzial.

CF: Die Perlen werden immer zu wenig sein angesichts der unendlich vielen Möglichkeiten, die sich dir bieten. Bekommst du da keinen Stress?

Robin: Doch. Aber das stört mich nicht. Besser viel Stress und das Feuer noch so viel mehr machen zu wollen, als Langeweile und nicht zu wissen, wohin mit seinem Leben.

CF: Vielen Dank für das Interview.

Soulshake
1. Februar, 22 Uhr, Warehouse
Eintritt: AK €9,-

https://www.facebook.com/soulshakeevents/

Werner Harauer
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Über den Autor

Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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