Steve Nipples & The Crew: Die Bühne ist die Welt

Steve Nipples & The Crew: Georg Günthör, Daniel Huber und Lukas Linauer Foto: privat, z.V.g.
Steve Nipples & The Crew: Georg Günthör, Daniel Huber und Lukas Linauer Foto: privat, z.V.g.

Gerade von ihrer „Sauerkraut & Äppelwoi Tour“ aus Deutschland zurückgekehrt machen sich Steve Nipples & The Crew daran, unsere kniffligen Interviewfragen zu beantworten. Es geht nicht um Sex, auch nicht um Drugs, sondern ausschließlich um Rock’n’Roll 😉 und natürlich um die neue Single „Rock’n’Roll City“.

„Stell dir vor, du cruised in deinem Schlitten auf dem Highway und ziehst dir dabei Mötley Crüe’s ‘Shout at the Devil’ rein. Dein Ziel ist die City. Dort angekommen machst du dir erst mal a Dosn auf. Heute ist Gig-Day und die Fans sind schon hyped. Nach dem Konzert wird gefeiert. Gibt’s was besseres?“
Die Frage, die Lukas Linauer, Drummer von Steve Nipples & The Crew, in den Raum wirft, löst mein Kopfkino aus und zeigt mir typische Rockerklischees. Dabei entspricht die 2014 gegründete Band so gar nicht dem Bild, das man sich von Musikern macht, die zwischen Hardrock und klassischem Heavy Metal hin und her pendeln. Die Crew sieht ihre Musik als Hommage an die guten alten Rockbands und da gehört ein gewisses Machotum einfach dazu.
„Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst. Der Bandname zum Beispiel ist durch blöde Rederei über steife Nippel entstanden. Wir dachten: ‘Steve Nipples’? Eigentlich ganz geil – ein ‘& The Crew’ dazu gepackt und fertig war unser Bandname“, klärt Sänger und Gitarrist Daniel Huber über die Namensgebung auf.
Die in diesem Jahr erschienene Single „Rock ’n‘ Roll City“ glorifiziert das Leben als vagabundierender Rock ’n‘ Roller, deshalb verwundert es nicht, wenn die Band zwar Live-Konzerte im In- und Ausland, aber kaum Tonträger vorweisen kann. „Live spielen ist der Grund warum wir das machen“, so Daniel. Und Bassist Georg Günthör ergänzt: „Am 15.10. im Freiraum und am 29.10. im Rockhouse Laakirchen lassen wir es wieder krachen. Versprochen.“

Interview: Werner Harauer
Foto: privat

City-Flyer: Der Name Steve Nipples & The Crew kommt seit Jahren in den Sozialen Netzwerken vor. Wenn man aber im Netz etwas über euch erfahren will, findet man gerade mal eure Namen, euer Musikgenre, dem ihr euch zuordnet und eure Konzerttermine. Seid ihr so eine langweilige Band, die nichts von sich zu berichten hat?

Georg Günthör: Wir haben das Thema Soziale Medien in den bisherigen Jahren unseres Bestehens nie so sehr in den Fokus gerückt. Erst seit kurzem nehmen wir uns unserer digitalen Präsenz mehr an, und sind vor allem mit Live-Bildern und Stories auf Facebook und Instagram aktiv.

CF: Der Name macht schon mal neugierig. Daniel, bist du das, der auf seine Brustwarzen hinweist?

Daniel Huber: Nein, haha! Wir nehmen uns ja selbst nicht zu ernst, und der Name ist durch blöde Rederei über steife Nippel entstanden. Wir dachten dann „Steve Nipples“, eigentlich ganz geil. Noch ein „& The Crew“ dazu gepackt und fertig war unser Bandname.

CF: Ihr spielt Hard Rock in Anlehnung an die 80er Jahre. Hard Rock verbindet man mit maskulinen Typen und martialischer Bühnenshow. Ist das „Mann-sein“ wichtig für euer Selbstverständnis?

Lukas Linauer: Nein. Unsere Musik ist ja als Hommage an die guten alten Rockbands zu sehen, und da gehört dieses Machotum irgendwie dazu. Abgesehen davon versuchen wir nicht krampfhaft möglichst männlich zu wirken. Wir sind ja nicht Manowar.

CF: Viel wird heute über „Toxische Männlichkeit“, diskutiert, also u.a. über selbstschädigendes Verhalten von Männern. Wie weit muss man dem Klischee des (selbst)zerstörerischen Rock’n’Rollers entsprechen, um in der Szene ernst genommen zu werden?

Lukas: Eigentlich gar nicht. So ziemlich alle Mitglieder aller Bands mit denen wir bisher gespielt haben widersprachen den meisten Rocker- Klischees die es so gibt. Die meisten sind sehr nett und professionell, auch wenn sie die Musik nur als Hobby betreiben. Als Klischee- Rocker macht man sich da wahrscheinlich eher unbeliebt.

CF: Die Band gibt es seit 2014. Ihr könnt viele Live-Konzerte im In- und Ausland vorweisen, habt aber bisher nur eine Promo-CD und seit kurzem eine professionell aufgenommene Single aufgenommen. Sind euch Konzerte wichtiger als die Studioarbeit?

Daniel: Auf jeden Fall. Live spielen ist der Grund warum wir das machen. Es ist einfach geil.

CF: Wieso habt ihr euch gerade jetzt entschlossen, eine professionell gemasterte Single aufzunehmen?

Georg: Irgendwann möchte man dann doch mal was rausbringen. Unsere Demos sind mittlerweile doch schon ein paar Jahre alt und als Promotion nicht besonders geeignet. Es war wohl einfach an der Zeit

CF: Plant ihr in nächster Zeit weitere Aufnahmen zu releasen?

Georg: Ja wir planen weitere Aufnahmen. Wir möchten gerne eine EP machen, aber es ist halt immer ein Kostenfaktor. Geplant wäre es irgendwann nächstes Jahr.

CF: Die besagte Single „Rock ’n‘ Roll City“ glorifiziert das Leben als Rock ’n‘ Roller. Könnt ihr unseren Leser kurz zusammenfassen, worin der Kick an so einem Leben liegt?

Lukas: Stell dir vor: Du cruised in deinem Schlitten auf dem Highway und ziehst dir dabei Mötley Crüe’s „Shout at the Devil“ rein. Das Ziel ist die City. Dort angekommen machst du dir erst mal a Dosn auf. Heute ist Gig day und die Fans sind schon hyped. Nach dem Konzert wird gefeiert. Gibt’s was besseres?

CF: Die meisten von uns wurden irgendwann mal mit Hard Rock konfrontiert, weshalb sich auch überall Menschen finden, die zu Hard Rock mitwippen. Ich stelle es mir daher einfach vor, Gigs in Konzertlocations zu kriegen. Wie sind eure Erfahrungen?

Daniel: Da liegst du leider falsch. Es gibt so viele Bands, aber gleichzeitig immer weniger Locations wo man live spielen kann. Und die bekommen jeden Tag wahrscheinlich Massen an Mails mit Gig Anfragen. Da geht man sehr leicht unter. Deshalb haben wir auch angefangen im Ausland zu suchen. Wir waren jetzt schon in Polen, der Schweiz und Deutschland. Zuletzt erst von 2-4. Sept. auf unserer kleinen Wochenend-Tour. Es is halt ein sehr großer Aufwand einige Stunden für einen Gig wegzufahren, aber auch immer eine geile Zeit.

CF: Ihr habt euch für Hard Rock entschieden, der auch wieder in verschiedene Untergruppen geteilt wird. Könnt ihr den Musiknerds einen Hinweis geben, wo ungefähr euer Revier in dem Genre liegt? Und den Punkt, wo ihr sagt, da will ich nicht mehr mit; das hat nichts mit uns zu tun.

Lukas: Im Grunde pendeln wir zwischen Hardrock und klassischem Heavy Metal hin und her. Welches Subgenre wir sind kann sich jeder gerne selber aussuchen. Wir nehmen das nicht so genau.

CF: Ihr spielt am 15. Oktober am „Rocktober 22“ (hier gibt’s Freikarten zu gewinnen) mit den Adrenaline Kings (siehe auch aktuelles CF-Interview mit den Adrenaline Kings) und mit Fingerlyxx im Freiraum. Die Adrenaline Kings sind auch eine 80er Jahre orientierte Hard Rock Band. Was unterscheidet euch von den Kings?

Daniel: Die Kings sind super. Wir haben eigentlich den gleichen Stil, deshalb wird uns der Freiraum für den Rocktober wieder zusammengepackt haben. Gemeinsam mit Fingerlyxx wirds sicher ein Kracher.

CF: Es gibt in Österreich meines Wissens nicht soooo unglaublich viele Hard Rock Bands. In St. Pölten gibt es derer zwei. Ist das nicht verdächtig? Schlägt da noch immer die „Arbeiterstadt“ durch, weil Hard Rock in den 80ern die Musik der Arbeiterkinder war?

Georg: St. Pölten ist heutzutage ein Hybrid aus Arbeiter und Bürostadt, aber ansonsten würden wir sagen, dass dies wenig mit der Musik zu tun hat. Es gab generell eine Veränderung im Musikgeschmack der Gesellschaft. Wir sehen immer wieder, dass unser Stil eher die Menschen anspricht, die ihre Kindheit in den 80ern hatte, als die jüngere Generation.

CF: Habt ihr neben dem Rocktober schon weitere Konzerttermine in peto?

Daniel: Ja es stehen zurzeit noch zwei am Programm. Am 29.9 im Cafè Carina in Wien und am 29.10 im Rockhouse Laakirchen. Mal sehen was 2022 noch so bringt.

CF: Vielen Dank für das Interview.

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Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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