Kolumne

Ich Ignorant

Vor gar nicht so langer Zeit galt es als uncool, sich als Kulturbanause outen zu müssen. Heute blickt man zuweilen mit Respekt auf Menschen, die das freimütig zugeben.


Kinderkunstlabor Foto © Prashant Sharma, Pixabay

Kinderkunstlabor? Za wos?

Der Spruch, dass wir in der Schule für’s Leben lernen, klang für mich nie überzeugend. Offenbar glauben auch die verantwortlichen Politiker*innen nicht mehr daran, die Schule könne ihren Bildungsauftrag erfüllen – zumindest was die Kunsterziehung betrifft. Wie sonst lässt sich erklären, diese in Zukunft in ein „Kinderkunstlabor“ auszulagern, oder sie zumindest dort zu ergänzen?


Die Welt steht Kopf (bis sie nimma steht)

Früher, also vor der massenhaften Verbreitung der mp3, war ein Musiker nach der ersten Veröffentlichung eines Tonträgers einen großen Karriereschritt weiter. Entpuppte sich das Album nicht als kompletter Flop, spielte es zumindest die Entstehungskosten ein und der Künstler erhielt von der Plattenfirma meist die Chance auf ein weiteres Album.


Covid-19: Dürfen wir wieder?

Fix is nix! So könnte man salopp die derzeitige Situation für die Gastronomen, Veranstalter und das Partyvolk bezüglich der Covid-19 Maßnahmen zusammenfassen.


Lockdown

Aufgrund der unklaren Lage waren wir gezwungen, den City-Flyer auf den Kopf zu stellen. Wir haben mit einem Interview mit ex-Faust Sänger Markus Sis, einer Story über DSDS-Teilnehmerin Nataly Fechter und einem Telefoninterview mit dem Szenewirten Walter Göbel die Zukunft so weit es geht ausgeblendet.


Bands, Bands, Bands

Das Bandformat geriet seit der Rave’o’lution mehr und mehr ins Hintertreffen. Der DJ ist zum Maß aller Dinge geworden. Der Aufstieg des DJs in den Pop-Olymp hat viele Grün­de: ein DJ muss sich um keine Mitmusiker scheren (Individua­lismus), er kann als Einmann-Unternehmen günstiger kalkulieren und die Einstiegskosten sind geringer (Ökonomisierung).


Mia san supa

Habt ihr auch das Gefühl, das Image der Stadt surft seit geraumer Zeit von einem Hoch zum nächsten? Die letzte Wel­le, die uns weit nach oben trug, war der negative Bescheid Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Plötzlich sind wir der „hidden champion“, der „eigentliche Sieger“ unter den Bewerbern.


Kulturhauptstadt

Bad Ischl hat also St. Pölten im Wettkampf um die Europäische Kulturhauptstadt 2024 aus dem Rennen geschlagen. An der freien Kulturszene in St. Pölten kann es nicht gelegen haben. Oder kennt jemand einen Bad Ischler Drum and Bass-DJ, der das Frequency rockt? Eine Band, die über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregt? Ich nicht.


Linz

St. Pölten hat ein Viertel der Einwohner von Linz. Falls St. Pölten Europäische Kulturhauptstadt werden sollte, bedarf es noch etlicher Anstrengung, damit die Stadt zumindest ein Viertel der Attraktivität der Linzer Kulturhauptstadt von 2009 bekommt.


Bilder & 1000 Worte

Die Technik macht es für jedermann möglich, un­kompliziert Fotos in guter Qualität online zu stellen. Bei Artikel, die einen recherchierten Sachverhalt wiedergeben, tut sich selbst die KI noch schwer.


Gendersternchen

Die Juli-Printausgabe des City-Flyer ist sehr frauenlastig ausgefallen. Während ich die Artikel verfasste, kam es mir zunehmend komisch vor, ausschließlich die maskuline Form zu verwenden, wenn es doch auch und besonders um Frauen geht.


Veranstaltungslücken

Als mir der Seniorenfloor „einschoss“ und ich Richard Zuser bat, diesen am „Melting Pot“ umzusetzen, wusste ich noch nicht, dass in der Folge eine Bedarfslücke in der St. Pöltner Fortgehszene geschlossen werden sollte. Solche Lücken gibt es nach wie vor. Dass Jazz auf Interesse stößt, zeigte sich erst kürzlich beim ausverkauften Konzert von Billy Cobham in der Bühne im Hof. Warum nicht …


Anger Is An Energy

Ich hege offen Sympathien für Revoluzzer, Querdenker und Weltverbesserer, auch wenn sie oft den kurzen Weg bei der Analyse der zu behebenden gesellschaftlichen Defizite wählen. In den letzten Jahren (man möchte fast sagen Jahrzehnten) war von den oben Genannten kaum etwas zu hören, weil die Hedonisten so laut feierten. Doch nun kommen sie aus dem Schmollwinkerl hervor.


The Winner Takes It All

Wir leben in einer Welt, in der die Sieger alles abräumen und der Rest um die Krumen streitet. Dabei würde sich ein Blick auf die zweite und dritte Reihe durchaus lohnen.


Nostalgie

Nostalgie ist ein süßes Gift, welches sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit verzerrt. Der City-Flyer setzt sich immer wieder, jedoch ganz unsentimental, mit vergangenen jugendkulturellen Highlights auseinander. In der gedruckten Ausgabe 02/19 erinnern wir an „Kuhbus“, das erste und originellste Soundsystem der Stadt.


Jahresendrallye

Was das Fortgehen betrifft, entwickelt der St. Pöltner gegen Jahresende einen Tatendrang, den man sonst nicht von ihm kennt. Ich hege ja den Verdacht, die Menschen wollen schnell noch ihren Party-Score erhöhen, um puncto Hedonismus eine positive Jahresbilanz ziehen zu können. Möglichkeiten für eine Jahresendrallye gibt es heuer genug.


Zwei Generationen

War der Vater ein Fußball-Ass, so bleibt dem Sohn das Talent in der Regel verwehrt. Dieses Schicksal beschränkt sich nicht nur auf den beliebten Ballsport, auch andere Fertigkeiten, Begabungen und Interessen werden nicht 1:1 weitergegeben.


Das Wort dominiert

Wenn wir die spoken words im HipHop der Literatur zurechnen, den MC als Vortragenden auf der Bühne betrach­ten, dann ist diese City-Flyer Ausgabe sehr literaturlastig ausgefallen. Es kommt auch nicht alle Tage vor, dass sich mit dem „Blätterwirbel“ und dem „Krimi-Herbst“ zwei Literaturfestivals im Oktober ankündigen – neben drei Tonträgern heimischer HipHop Acts.


Startschuss in den Herbst

Gäbe es keine Festivals, so wäre der Sommer veranstaltungstechnisch echt zu vergessen. Die großen Häuser machen Pause, die Beisln schalten auf Spargang und die Szene dämmert vor sich hin, wenn sie nicht überhaupt in den Süden flüchtet. Zum Glück bringt der beginnende Herbst wieder Schwung in die Stadt.


Säulen im Kulturbusiness

Wirft man einen oberflächlichen Blick auf die Kulturszene einer Stadt, sind es die Künstler bzw. die Veranstaltungen, die zuerst ins Auge stechen. Die vielen Menschen im Hintergrund, die eine pulsierende Szene erst ermöglichen, bleiben meist unbemerkt. Doch ohne Technik, Buchhaltung oder PR und Organisation wäre nicht viel.