Tangente St. Pölten: die erste Festivalwoche

Nikolaj Schultz Foto: Simone Perolari, z.V.g.
Nikolaj Schultz Foto: Simone Perolari, z.V.g.

Wenn am 30. April die Tagente startet, wird die interessierten Öffentlichkeit naturgemäß auf die „großen Namen“ achten. Dieser Artikel widmet sich den „Nebenschauplätzen“, die man nicht sofort am Radar hat. Wir stellen einige Programmpunkte in und um die Festivalzentrale vor und informieren über die „Klimakonferenz“ der Zivilgesellschaft“.

Das Herz Beginnt zu Pochen

Am 30. April startet die Tangente St. Pölten – das Festival für Gegenwartskultur mit der von den Kritikern gefeierten Oper „Justice“ von Milo Rau im Festspielhaus. Einige Stunden vorher öffnet auch das Festivalzentrum im Löwinnenhof in der Linzerstraße. Dort kann im KUNST:WERK ab 15 Uhr die Ausstellung „3 Mal“ der Künstler*innen Linda Partaj, Alfred Rottensteiner und Kurt Schönthaler besichtigt werden. Nebenan im STARTraum betrachten wir durch die „Rosarote Brille“ St. Pöltens Freie Szene.
Das „Paradies der Fantasie“, das Herzstück des Löwinnenhofes, wurde vom italienischen Architekturkollektiv Biennale Urbana für die Tangente eines „Upcyclings“ unterzogen und schaut nun so aus, wie es heißt: fantastisch. Ab 19 Uhr feiert das Architekturkollektiv dort den Abschluss seiner Arbeit. Um 22 Uhr gesellt sich Nico Mpunga alias Kimyan Law zum Fest. Der junge Wiener Produzent mit afrikanischen Wurzeln bespielt den Raum mit atmosphärischer Elektronik und einem Hauch von Drum’n’Bass.

Am 4. Mai (ab 14 Uhr) werden beim „Tangente Straßenfest“ die Linzer Straße und die angrenzenden Höfe zur Bühne. Pop-Up Konzerte und Performances, ein musikalischer Biergarten im Steingötterhof und ein Poetry Slam seien stellvertretend für die vielen gebotenen Programmpunkte genannt. Mit der „Alien Parade“, auf der außergewöhnliche Künstler*innen und Bands aufmarschieren werden, steht schon einer der Höhepunkte des Straßenfestes fest.
Ebenfalls im Festivalzentrum findet am 8. Mai der erste „Blätterwirbel Spezial“ statt. Mit ihrem Debütroman „Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht“ kommt Julia Jost in den Löwinnenhof. Sie erzählt darin vom Aufwachsen in einer archaischen Bergwelt. Die niederländische Autorin Mariken Heitman stellt ihren Roman „Wilde Erbsen“ vor, in dem die Ökologie omnipräsent ist.

Nach der Aufzählung einiger Programmsplitter der ersten Woche im Festivalzentrum nehmen wir das Thema Ökologie mit und begeben uns in den Sonnenpark am Spratzerner Kirchenweg. Dort beginnt am 9. Mai ab 17 Uhr „Tipping Time“, die Klimakonferenz der Zivilgesellschaft. Stargast ist der Soziologe Nikolaj Schultz (Bild). Schultz war enger Mitarbeiter von Bruno Latour und gilt als eine der prominentesten jungen Stimmen in der Sozialtheorie und der Ökologie. Er zeigt auf der Grundlage seines Buches „Landkrank“ auf, wie der Mensch selbst eine Wesensveränderung durchläuft, die langsam, aber sicher die Existenzgrundlagen seiner eigenen Art – und die aller anderen – zerstören. Die Physikerin und Klimaforscherin Friederike Otto begibt sich auf Grundlage ihres Sachbuch-Bestsellers „Wütendes Wetter“ auf die Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme. Weitere Referent*innen werden erwartet.
Abgerundet werden die Vorträge mit musikalischen Beiträgen von Wöd Chor Plus feat. Sigrid Horn und der Cellistin und Singer- Songwriterin Marie Spaemann.

www.tangente-st-poelten.at/de/kalender/

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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      Werner
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