The Kevin Family: blödeln für die “Viechal”

The Kevin Family im Uhrzeigersinn: Jürgen „Jorgo“ Trescher, Dorli Trescher, Clemens „Giovanni Angelo“ Nolz, Daniela „Danielle“ Hieber, Daniel „Dino“ Letschka und Elias „Kevin Jr.“ Loibner. Foto privat, z.V.g.
The Kevin Family im Uhrzeigersinn: Jürgen „Jorgo“ Trescher, Dorli Trescher, Clemens „Giovanni Angelo“ Nolz, Daniela „Danielle“ Hieber, Daniel „Dino“ Letschka und Elias „Kevin Jr.“ Loibner. Foto privat, z.V.g.

Flotte Sprüche, exzentrische Outfits und die inflationäre Verwendung des Vornamens „Kevin“ in ihren Songtexten sind ihr Markenzeichen. Gegründet, um Geld für das Tierheim einzuspielen, ist The Kevin Family inzwischen eine Institution.

Gefunden hat sich The Kevin Family im Sommer 2018. Hannah Rovetti, die Initiatorin von „Pet Aid“ (St. Pöltens Benefizveranstaltung für den Tierschutzverein), wandte sich auf der Suche nach geeigneten Bands an Jürgen „Jorgo“ Trescher. Der live-erprobte Musiker, der unter anderem bei Aeons Of Ashes und MundArt aktiv ist, gebar die Idee, eine Spaß-Cover-Band als einmalige Sache für das Pet Aid 2018 zu gründen. Mit Dorli Trescher, Elias Loibner, Daniel Letschka, Daniela Hieber und Clemens Nolz wurden auch schnell die Mit-MusikerInnen gefunden. „Da wir alle Haustierbesitzer sind, war es für uns eine Selbstverständlichkeit, für diesen guten Zweck etwas beitragen zu können“, spricht Daniela für die Band.
Wie die letzten beiden Jahre stünde die Kevin Family für Pet Aid 2020 am 17.10. neuerlich zur Verfügung. Jorgo: „Mal sehen was die Zukunft bringt. Uns geht es vorrangig um die „Viechal“ und um die Freude am Spielen.“

Interview: Werner Harauer
Fotocollage: privat

City-Flyer: Steht der nächste Termin für Pet Aid schon fest?

Jorgo: Soweit ich weiß nicht!

CF: Werdet ihr wieder dabei sein?

Jorgo: Von unserer Seite aus gerne, aber gebucht wurden wir bisher noch nicht!

CF: Wie viel Zeit blieb für das gemeinsame Proben, als ihr euch im Sommer 2018 entschieden habt eine Band zu gründen, um am Pet Aid 2018 zu spielen?

Jorgo: Zuerst muss man mal festhalten dass The Kevin Family schon in den 90ern mit Hits wie „Ooops i Kevin’d again“ oder „Hit me Kevin one more time“ große Erfolge feierte! Was die wenigsten wissen, ist dass unsere ehemalige Schwester „Britney Kevin“ diese Songs unter falschem Namen und leicht abgeändertem Text zu Millionen-Hits produzieren ließ! Das war damals das Ende der Band und auch die Familie war für Jahrzehnte zerstritten. Wir nahmen damals unsere falschen Namen (Jürgen Trescher, Dorli Trescher, Elias Loibner, Daniel Letschka, Daniela Hieber und Clemens Nolz) an, um nach dieser Schande wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können … Schlimme Zeiten … Wie war nochmal die Frage? Ach ja, die Proben … Dank hochqualifizierter Familientherapeuten waren wir imstande, uns ca 4 Wochen vor dem Konzert bei ca 4-5 Proben auf das Konzert vorzubereiten.

CF: Musste Hannah Rovetti, die den Benefizabend Pet Aid für das Tierheim St. Pölten organisiert, euch beknien, damit ihr teilnehmt? Oder ist Tierschutz sowieso common sense in der Band?

Danielle: Da wir alle Haustierbesitzer sind, war es für uns eine Selbstverständlichkeit und große Freude, für diesen guten Zweck etwas beitragen zu können. Aber wie unsere große Reunion-Tour-2018 zustande kam, kann am besten Giovanni erklären …

Giovanni Angelo: Danke für die einleitenden Worte, liebe Danielle! Ich erinnere mich noch lebhaft, als ich eines Tages im Sommer 2018 unbekümmert an der Traisen spazierte und DIE Entdeckung machte: The Kevin Family! Ich zögerte nicht, vertraute meinen Instinkten und eilte zu Hilfe. Es stellte sich heraus, dass sie seit ihrer besonders aktiven Zeit in den 90ern mit ihrem Hausboot auf diversen Gewässern rumtrieben, bis ein wunderschöner Prinz (ja ich), sie aus ihrem Kevinröschenschlaf wachküsste. Ob es bei dem Küsschen geblieben ist, verrat ich an dieser Stelle jetzt nicht, wir verstehen uns jedenfalls sehr gut seither.

CF: Und wer von euch ist Fan der Kelly Family, bzw. des Films „Kevin allein zu Hause“, dass ihr euch den Namen The Kevin Family gegeben habt?

Jorgo: „Kelly Family“?!? Was für ein doofer Name, noch nie gehört … Der Film „Kevin allein zu Haus“ basiert auf einer wahren Geschichte die Kevin Jr., ich glaube auf unserer USA Tour 1992 passiert ist, aber Hollywood hat natürlich alles aufgeblasen …

Kevin Jr: Erinner mich bloß nicht! Und Geld habe ich bis heute auch noch keines dafür gesehen! Hat alles dieser komische Macklusky Kalkin bekommen oder wie der heißt!

Dorli: Kevin ist universell einsetzbar! Man kann ihn anschreien, an ihn glauben, davon abhängig sein, seine Anweisungen ignorieren, er kann skandalös sein, ein Lachen im Herzen etc. So viele Möglichkeiten!

CF: Ihr bezeichnet euch als „Family“. Wie steht es mit eurem familiären Verhältnis? Fliegen da auch oft die Fetzen wie in einer echten Familie?

Kevin Jr: Natürlich, wir sind ja auch nur normale Menschen mit 42 Familientherapeuten … Was für eine Frage!

CF: Ist die Sängerin die Schwester oder die Frau von Jürgen?

Jorgo: Also in den „offiziellen“ Dokumenten sind Dorli + Jürgen Trescher verheiratet, was auch im wahren Leben von Jorgo + Dorli Kevin der Fall ist, und ich muss sagen, dass das als Geschwisterpaar einer berühmten Rockband nicht immer leicht war …

Dorli: Schwester, Frau, Geliebte, Cousine 2. Grades, das sind doch linguistische Spitzfindigkeiten. Von welcher Sängerin sprechen wir überhaupt?

CF: Eure Covers sind moderne Pop-Klassiker. „Knocking on Kevins Door“, “Tears in Kevin“, “Kevin me softly“, „Kevin’s Back“, „I believe in a thing called Kevin“ oder „Virtual Kevanity“ kennt jeder und kann jeder mitsingen. Ihr seid eine Partyband, die gute Laune für einen guten Zweck bringt. Würde das Konzept in einem anderen Rahmen auch funktionieren?

Jorgo: Wie unsere Erfolge der 90er, vor allem in Asien, gezeigt haben, war unser Konzept immer schon von Erfolg gekrönt, vielleicht hat es gerade in Österreich noch ein bisschen gedauert …

CF: Wie kommt ihr zu den Musikergästen? Sprecht ihr sie an, ob sie mitmachen wollen? Oder melden sie sich bei euch?

Dino: Wir bitten um Verständnis, dass wir bei dieser Menge an Anfragen wirklich nicht mehr jede persönlich beantworten können.
Und NEIN Britney, in dieser Band ist jetzt kein Platz mehr für dich!

CF: 2019 unterstützte euch Elias Loibner an den Keyboards. Wer ist das? Wo spielt er sonst?

Jorgo: Elias Loibner, besser gesagt Kevin Jr. ist mein Sohn aus erster Ehe mit Britney Kevin.

CF: Ihr habt mit Daniel Letschka, der bei i am Cereals, Chico, Ben Martin, Dieter Libuda und Dust ist bzw. war und Jürgen Trescher, Mitglied bei Aeons Of Ashes, Epsilon(ex) und MundArt, zwei erfahrene Musiker am Start. Und mit Daniela Hieber und Dorli Trescher zwei Musikerinnen mit weitaus weniger Erfahrung. Laufen die Proben wegen des unterschiedlichen Niveaus trotzdem spannungsfrei ab?

Dino: Wir sind froh, nach vielen Umwegen endlich wieder Headliner-Gigs mit der Kevin Family spielen zu können.
Natürlich waren die vielen Auftritte mit den genannten Acts Jorgos und meinem Spiel-Niveau nicht gerade zuträglich, aber Dorli und Danielle sind da Gott sei Dank sehr nachsichtig und verständnisvoll…

Giovanni: Auch ich war laut offiziellen Aufzeichnungen unter dem Namen „Clemens Nolz“ nicht untätig, aber das dürfte wohl bei der Recherche untergegangen sein, Herr Schreiberling! Selbst die Journalisten waren in den 90ern besser… Naja.

CF: Ihr werdet auf der Bühne mit kabarettistischen Einlagen von Clemens Nolz unterstützt. denkt sich Clemens die Gags alleine aus? Oder sitzt ihr gemeinsam im Proberaum und heckt die lustigen Sachen aus?

Giovanni: Ich verbiete mir diese Unterstellung, meine Fähigkeiten an der Gitarre und mein Engelsgesang sind kein Gag! Für welches Käseblatt schreiben sie nochmal?

CF: Wie fühlt ihr euch, wenn ihr nach dem Auftritt erfahrt, wie viel Geld für den guten Zweck eingespielt wurde?

Jorgo: Wenn ich an die Zeiten zurückdenke, in denen wir als „gefährlichste Rockband der Welt“ in einer Nacht zigtausende Dollar mit Backstage-Partys und verwüsteten Hotelzimmern verprasst haben, ist das Geld bei den Viecherln sicher besser aufgehoben… Es ist ein sehr gutes Gefühl!

CF: Mötley Crüe, RATM, Britney Spears, Spider Murphy Gang, Backstreet Boys, The Darkness, Jamiroquai, Rammstein, Lady Gaga, … eine bunte Potpourri an Künstlernamen steht in eurer Playlist. Wer bestimmt, welche Songs in euer Repertoire aufgenommen werden? Und welche Kriterien sind ausschlaggebend dass ein Song eine Chance bekommt, von euch gecovert zu werden?

Jorgo: Diese Bastarde! Diebe und Fälscher sind das! Ich werde mich zu genannten Personen nicht ohne rechtlichen Beistand äußern! Falls du mich aber fragst wie wir unsere Songs schreiben, dann kann ich dir dazu nur folgendes sagen: The Kevin Family ist ein nie versiegender Quell kreativer Kreativität der sich selbst keine Grenzen setzen möchte… Ich kann Dir jetzt sofort aus dem Stegreif drei Hit-Singles aus dem Ärmel schütteln… (überlegt) … Nr.1 „Kevinian Rhapsody“ … Nr.2 „Sweet Child of Kevin“ … Nr.3 „Kevin das kleine Krokodil“ … Bämm baämm … Alles Welthits!

CF: In eurer Band Bio lese ich über „Mein Herz lacht sich zu Kohle“, einen Song von der ehemaligen NÖ-Band Faust a.d.D., den ihr auch covert. Was ich interessant finde, weil wir Faust a.d.D. erst die letzte City-Flyer Ausgabe am Cover hatten. Ist die Band inzwischen eine regionale Kultband, auf die sich alle einigen können?

Danielle: Eine der ersten Bands die einige von uns laut „offiziellen“ Aufzeichnungen live gesehen haben und die immer noch einen Platz in unseren Herzen und CD-Regalen hat!

CF: Im Moment schaut es mit den Veranstaltungen nicht so rosig aus. Habt ihr Pläne, das Konzept auch außerhalb der petAid-Geschichte zu probieren? Das „Underground“ würde sich als idealer Ort für ein Benefiz für „das Underground nach Corona“ anbieten.

Jorgo: Oh ja, das wäre natürlich eine tolle Sache wenn wir damit unserem weitschichtig Verwandten Cousin „Walter Kevin Underground“ unter die Arme greifen könnten!

CF: Habt ihr sonst noch was in petto? Weitere Maßnahmen, wie ein Video? Wollt ihr unseren Lesern noch was mitgeben?

Dorli: Entdecke den KEVIN in Dir!

Jorgo: Mal sehen was die Zukunft bringt … Uns geht es vorrangig um die Freude am Spielen, und wir freuen uns wenn wir Möglichkeiten bekommen diese Freude mit dem Publikum zu teilen! Eine Message habe ich noch für all die Musiker da draußen: Hört verdammt nochmal auf unsere Songs zu klauen !!!

www.facebook.com/thekevinfamily

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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