The Laundromat Chicks – von solo zum Quartett

The Laundromat Chicks v.l.n.r.: Salamirecorder (b), Lena Pöttinger (dr.), Theresa Strohmer (guit.) und Tobias Hammermüller (voc., guit.). Foto: privat
The Laundromat Chicks v.l.n.r.: Salamirecorder (b), Lena Pöttinger (dr.), Theresa Strohmer (guit.) und Tobias Hammermüller (voc., guit.). Foto: privat

Das muss dir in kurzer Zeit mal gelingen: aus dem Stand ein geiles Album produzieren und Musiker für eine Band einsammeln. Mit dem Album „Often In The World“ gelang Tobias Hammermüller dieses Frühjahr ein Überraschungscoup. Unter dem Pseudonym The Laundromat Chicks hat er dieses höchst gelungene Werk a lá 80er-Indie-Rock fast zur Gänze allein eingespielt. Inzwischen zu einem Quartett gewachsen, wollen die Chicks endlich live spielen.

Interview: Werner Harauer
Foto: privat

City-Flyer: Bist du gebürtiger St. Pöltner?

Tobias Hammermüller: Nein, ich bin mit 6 Jahren 2010 aus Wien hergezogen.

CF: Besuchst du das Gymnasium oder das BORG?

Tobias: Ich besuche das Gymnasium Josefstraße.

CF: Wo befindet sich euer Proberaum?

Tobias: In einem Container neben der Mülldeponie hinter dem Kaiserwald.

CF: Wann ist die Band „The Laundromat Chicks“ gegründet worden?

Tobias: Unter dem Namen bringe ich seit August 2020 Musik raus. Die Band hat sich erst Februar 2021 richtig zusammen gefunden. Davor gab es einzelne Proben.

CF: Ist das deine erste Band?

Tobias: Nein, ich war davor schon in viele kleine Projekte involviert, unter anderem in der Backingband von Salamirecorder.

CF: In einem Interview war zu lesen, deine Nummer „Catch It“ vom Debut-Album hast du schon mit 13 Jahren geschrieben. Heißt das, das Projekt gibt es schon seit 4 Jahren?

Tobias: Das hat die Interviewerin falsch verstanden. Ich habe mit 13 generell begonnen Lieder zu schreiben. Die Idee für das Projekt „The Laundromat Chicks“ hat sich erst im Juni 2020 entwickelt.

CF: Auslöser von „Catch It“ war der Film „Elf Uhr nachts“. Was hat der Film von Jean-Luc Godard mit deinem Song zu tun?

Tobias: In dem Film entscheiden die beiden Hauptcharaktere aus dem Nichts heraus ihr gewohntes Leben zurückzulassen. Über dieses Gefühl wollte ich ein Lied schreiben.

CF: Das Cover von „Often In The World“ erinnert mich an ein bereits erschienenes Cover einer internationalen Band (die mir partout nicht
einfallen will). Darauf war ein Cowboy auf einem sich aufbäumenden Pferd abgebildet, allerdings in Farbe. Verrätst du mir, woher ihr euer Cover habt?

Tobias: Das Cover wurde von einer Metallfigur abfotografiert und dann die Farbkurve verändert.

CF: Gibt es das digitale Album „Often In The World“ wie angekündigt auch schon auf Kassette?

Tobias: Nein, noch nicht, daran wird gearbeitet.

CF: Welche Bands hast du mit 13 gehört? Welche hörst du jetzt?

Tobias: Mit 13 habe ich gerade begonnen mich so richtig für Musik zu interessieren, da waren meine Einstiege Nirvana, David Bowie und die Beatles. Mittlerweile interessiere ich vor allem für die frühesten Indie-Sachen, vor allem in Richtung Post Punk/New Wave/Jangle Pop, wie die Stone Roses, Pixies, New Order, Blondie, die Pastels und die Replacements.

CF: Als Referenz gibst du „C86“ an, den legendären Cassetten-Sampler vom NME aus dem Jahr 1986. Ein Teil der C86-Bands wechselte bald ziemlich erfolgreich in die Rave-Szene, ein anderer ins Shoegazer-Biotop. Welche Seite würdest du wählen, wenn du müsstest?

Tobias: Ich find beide Richtungen echt super. Das eine hat sich halt mehr auf die spaßige Seite von C86 gelehnt, das andere eher auf die melancholische. Ich denke, mit 15 Jahren hätte ich die Shoegaze Seite gewählt. Jetzt vielleicht eher das, was Primal Scream und co. später gemacht haben.

CF: Hast du das Album alleine eingespielt, oder schon mit Band?

Tobias: Fast alles alleine, außer das Schlagzeug auf zwei Liedern.

CF: Auf der Bandcamp-Seite der „Laundromat Chicks“ existieren vier weitere Singles. Wurden die mit einer Band eingespielt? Ich glaube eine Drumcomputer rauszuhören. Außerdem ist das Entstehungsdatum der zwei ersten Singles mit August 2020 angegeben.

Tobias: Von denen ist alles alleine mit Drumcomputer aufgenommen, außer das Lied „want some air“, da hat SeeSea Jacobs Schlagzeug gespielt.

CF: Auf dem Song „Have You Ever Seen A Ghost“ kommt noch ein Keyboard zum Einsatz. Ein Tasteninstrument wird am Album nicht mehr verwendet. Warum?

Tobias: In den zwei Liedern „Atomic Mind“ und „I am an alien“ kommen ebenfalls Keyboards vor, aber ich war im Frühjahr mehr motiviert ein Gitarren-lastiges Album zu machen. In Zukunft wird es aber wieder öfter Keys geben.

CF: War die Band zuerst als Soloprojekt geplant?

Tobias: Eigentlich war es immer als Bandprojekt geplant, aber eher im Sinne von einem Projekt wie The Cure, dass ich trotzdem alleine die kreativen Entscheidungen treffen kann.

CF: Wie bist du auf Felix Schnabl aka Salamirecorder gestoßen?

Tobias: Wir haben auf Instagram begonnen über Musik zu schreiben, dann habe ich begonnen auf seine Konzerte zu gehen und dort haben wir uns dann wirklich kennengelernt.

CF: Woher kommen Lena Pöttinger und Theresa Strohmer?

Tobias: Beide aus Wien.

CF: Habt ihr euch zuvor schon gekannt?

Tobias: Lena habe ich durch Felix kennengelernt, Theresa dann durch Lena.

CF: Ist das die erste Band von Lena und Theresa?

Tobias: Theresa war schon vorher in einer Band.

CF: Ist es Zufall, das die „Quote“ bei euch stimmt? Und macht es einen Unterschied, wenn Frauen in der Band mitspielen?

Tobias: Grundsätzlich finde ich es bei Bands immer cool, wenn die Mitglieder nicht nur Männer sind. Wie bei den Talking Heads, New Order, Pixies, …, weil es dann nie so ein Burschending wird, was ich nicht so mag. Aber eigentlich habe ich nur nach Leuten gesucht die mit mir spielen wollen, und habe dabei nicht über Geschlechter nachgedacht.

CF: Gibst du die fertigen Songs aus und die Band spielt sie? Oder haben deine drei KollegInnen ein Mitspracherecht punkto Arrangements und/oder Texte?

Tobias: Die letzten Entscheidungen treffe schon ich, aber ich frage die anderen voll gerne um Rat wenn ich nicht mit einem Song weiterkomme.

CF: Hattet ihr bereits die Möglichkeit live aufzutreten?

Tobias: Nein leider nicht. Ist im Moment schwer als Band, die noch nicht live gespielt hat, gebucht zu werden.

CF: Habt ihr schon fixe Auftrittstermine für den Sommer?

Tobias: Nein, aber wir bemühen uns darum. Das Egon gibt es ja leider nicht mehr, und der Freiraum hat (glaube ich) Sommerpause.

CF: Vielen Dank für das Interview.

Werner Harauer
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Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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