The Attic im Finale der Planet Festival Tour?

The Attic sind Felix Buchner (Guitar & Lead Voc.), Fabio Alfery (Lead Guitar & Voc.), Elias Bichler (Schlagzeug) und Oliver Hasenzagl (E-Bass & Voc). Foto: Tobias Jungmeier, z.V.g.

Während ihre Studienkollegen voll in die Elek­tronische Musik reinkippen, treffen sich Felix, Fabio, Elias und Oliver von The Attic seit mehr als fünf Jahren regelmäßig im Proberaum und malträtierten ihre Instrumente. Mit dem ersten Longplayer in der Tasche und der Chance auf den Einzug ins Finale des größten Livemusik-Contests Österreichs ernten sie nun die Früchte.

Interview: Werner Harauer
Foto: Tobias Jungmeier

Ziehen die vier St. Pöltner Musiker von The Attic ins Finale von Österreichs größtem Livemusik-Contest ein?

City-Flyer: Ihr spielt am 8. Februar in der Szene Wien um den Einzug ins Finale der „Planet Festival Tour“. Habt ihr die Mitbewerber gecheckt? Wie sind eure Erwartungen?

Felix: Ja, ein kurzer Social Media Check gehört da natürlich dazu. Wir erwarten uns auf jeden Fall coole Konzerte, am besten ein volles Haus und einen tollen Abend mit jedem, der vorbeikommt und uns unterstützt. Der Einzug ins Finale würde dem natürlich noch die Krone aufsetzen 🙂

CF: Wie schaut eure aktuelle Besetzung aus?

Felix Buchner: Lead Vokal / Rhythm Guitar
Oliver Hasenzagl: Bass / Backing Vocal
Fabio Alfery: Lead Guitar / Backing Vocal
Elias Bichler: Drums / Backing Vocal

CF: Wann verließ Gitarrist Maximilian Mannsberger die Band? Und ist Tobias Jungmeier auch in der Band, weil er immer erwähnt wird? Oder macht er nur eure Fotos?

Felix: Max verließ die Band im Herbst 2015.
Tobias ist kein „musikalisches Mitglied“ der Band, hilft uns jedoch mit Grafiken, Fotos, Videos usw.

CF: Wann habt ihr die Band gegründet?

Felix: Das muss Anfang 2014 gewesen sein. Am 3. April 2014 hatten wir auf jeden Fall unseren ersten kleinen Gig im damaligen EGON.

CF: Hat jemand von euch zuvor in einer anderen Band gespielt?

Felix: Die gesamte Historie meiner Bandkollegen kenne ich nicht. Ich selbst hab erst nach der Gründung von The Attic bei der BORG Rockband unter der Leitung von Georg Forstreiter mitgespielt und bei ein paar anderen Cover-Projekten mitgemacht.

Elias: Fabio und ich waren einige Jahre in diversen Musikschulen tätig und haben dort auch in unterschiedlichen Band-Formationen mitgewirkt.

CF: Spielt jemand von euch im Moment in einer weiteren Band?

Elias: Nein, musikalisch konzentrieren wir uns eigentlich alle auf The Attic.

CF: Fünf Jahre nach der Bandgründung ist euer erstes Album „Welcome to the Attic“ erschienen. Ihr habt euch für das Album viel Zeit genommen. Gab es Gründe?

Felix: Ja da gab’s so einige Gründe. Vor allem weil wir zunächst nicht wussten, wo wir überhaupt anfangen sollen, was das kosten wird, mit wem wir zusammenarbeiten werden, wo wir aufnehmen, welche Songs wir aufnehmen, usw …

CF: Sind auf dem Album nur Eigenkompositionen, oder covert ihr auch Songs?

Oliver: Auf dem Album sind nur selbst komponierte Songs.

CF: Die Songs des Album sind sauber gespielt und produziert. Beim Anhören hatte ich den Eindruck, die Songs schon in den 90ern gehört zu haben. Es geht in die Richtung Fun-Punk, Skate-Punk und Melodic Hardcore. Wo seht ihr eure musikalischen Wurzeln?

Elias: Generell haben viele verschiedene musikalische Richtungen wie Funk, Rock, Metal aber auch elektronische Musik einen Einfluss auf meinen persönlichen Stil. Im Falle unsres Albums hat mir wohl Travis Barker von blink182 einiges an musikalischem Input geliefert.

Fabio: „Queen Greatest Hits“ und „Billy Talent II“ waren die ersten mp3`s, die ich hatte und die hab ich rauf und runter gehört. Durch erste Gitarrenstunden bin ich dann auf John Frusciante gestoßen. No more words needed.

Felix: Vor allem zur Zeit der Band-Gründung waren (Pop-) Punk-Rock Bands wie The Offspring, Greenday oder Sum41 täglich in meiner Playlist. Aber von den Beatles bis zu Guns n` Roses und den Foo Fighters hab ich mich an allem festgekrallt was mit oft lauten und verzerrten Gitarrenriffs zu tun hatte.

CF: Warum ist das euer Ding? Was verbindet euch mit dieser Art von Musik?

Felix: Ich würde eher sagen, dass uns diese Art von Musik verbindet. Während viele unserer Schulkollegen zu EDM, Drum and Bass oder anderen, meist elektronischen Genres gefeiert haben, sind wir der Rockmusik verfallen. Egal ob im Proberaum, Studio oder beim Konzert, es ist einfach immer etwas einzigartiges.

CF: Die oben genannten Genres waren oft auch politisch engagiert. Habt ihr einen politischen Hintergrund, eine Message?

Felix: Auch wenn wir alle politikinteressiert sind, und auch gern mal ein bisschen diskutieren, haben wir als Band keine politische Message. Klar, viele Künstler ziehen Nutzen aus politischen Provokationen, doch nur weil man eine Meinung hat, muss man sie ja nicht jedem aufs Aug drücken.

CF: Was hat es mit dem Label Bloombox Records auf sich. Ich habe im Netz nichts gefunden. Ist das euer privates Label?

Felix: Nein, Bloombox ist das Indie Label von unserem Freund Phillip Neuhauser, der es vor einigen Jahren für seine eigene Band NFMS gegründet hat. Er war der erster Ansprechpartner für meine Fragen, als wir beschlossen hatten, das Album zu produzieren. Noch bevor er unsere Songs gehört hat, hat er angeboten, dass er uns mit seinem Know-How unterstützen will, und so sind wir teil von Bloombox geworden.

CF: Das Album-Release-Konzert am 23. März vorigen Jahres im Freiraum war ein großer Erfolg. Habt ihr einen Manager, der so viele Leute mobilisieren konnte?

Elias: Nein, wir managen uns selbst. Letzten Endes haben wir uns vergangenen Frühling selbst daran gemacht die Sache zu bewerben. Unsere erste Single „Halo“ hat uns dabei wohl sehr weitergeholfen, da sie gut ankam und offenbar bei Einigen die Neugier auf mehr geweckt hat.

CF: Ihr habt als Opener der bekannten US-Band Life of Agony gespielt. Wann und in welcher Location war das?

Felix: Der Gig war am 13.November 2019 im Wiener Flex.

CF: Wie kam der Gig zustande?

Oliver: Elias hat online mitbekommen, dass die Band in jeder Stadt ihrer Welt-Tournee einen Lokalen Opener auswählt, also hat er uns beworben. Ein paar Tage später waren wir plötzlich im Mail Verteiler von Barracuda Music und den Tour Managern, haben die Zusage bekommen und uns sehr darüber gefreut – versteht sich 😉

CF: Wenn ihr an euren ersten Auftritt im Musikcafé Egon zurück denkt und mit einem jetzigen, routinierten Auftritt vergleicht: ist die (An)Spannung noch dieselbe?

Felix: Nein, dieselbe bestimmt nicht.

Elias: Glücklicherweise haben wir uns über die Jahre hinweg weiterentwickelt. Dementsprechend ist die Anspannung vor einem Gig wohl nicht mehr dieselbe, da wir gelernt haben die Spannung in Spaß und Energie umzusetzen. Man muss allerdings auch hinzufügen, dass kein Konzert gleich ist, weswegen ein gewisses Maß an Spannung immer dabei ist.

CF: Ihr gebt an, im vergangenen Jahr jedes Monat ein Live-Konzert gespielt zu haben. Seid ihr eher die Live-Band? Braucht ihr das Publikum?

Oliver: Durchschnittlich jedes Monat, Jänner und Februar haben wir uns noch auf das Release Konzert vorbereitet, dafür waren im Herbst mehrere Gigs. Insgesamt 12 Live Shows und ein paar spontane Unplugged Auftritte beim „Open Mic“ in St.Pölten.

Felix: Absolut. Live Konzerte sind immer einzigartig, spontan, man kann nie vorhersehen was passiert, egal wie sehr man es auch versucht. Ich glaube selten bin ich so im Moment gefesselt wie auf der Bühne mit meinen besten Freunden. Und ja, ohne der Interaktion mit dem Publikum wäre es ja doch nur eine Probe, oder?

CF: Gibt es genug Auftrittsmöglichkeiten für Bands, die eure Musikrichtung spielen?

Felix: Wir haben uns sehr oft die Auftrittsmöglichkeit selbst geschaffen, Veranstaltungen organisiert, wie zum Beispiel den FuhrMannsRock und uns mit anderen Bands zusammengetan. Mit genügend Engagement findet man immer eine Bühne, aber natürlich hat man es als Original Artist in dem Genre nicht so leicht.

CF: Studiert ihr alle auf der FH?

Fabio: Nein, wir sind ganz durcheinander an der WU, FH St.Pölten, TU und IMC FH Krems.

CF: Angenommen, ihr landet einen Hit, oder ihr bekommt ein Angebot, eine Amerikatour zu machen, würdet ihr das Studium schmeißen?

Felix: Puh, da spielen viele Faktoren eine Rolle, aber prinzipiell würde ich meinen Enkelkindern lieber Geschichten unserer Amerika-Tour erzählen als sie mit dem Thema meiner zukünftigen Bachelor Arbeit zu quälen 😉

CF: Wann und wo sind eure nächsten Auftritte?

Felix:
Am 8. Februar in der Szene Wien.
Am 6. März in der Stadtwerkstatt Linz mit der Band 15GB
Am 3. April im Freiraum St.Pölten – Benefiz mit der Band Rage/Aid
Am 25. Juli im Fanialive Wien

Nähere Infos findet ihr immer auf unserer Facebook– oder Instagram Seite.

CF: Gibt’s demnächst ein Video von The Attic? Neue veröffentlichte Songs?

Oliver: 2020 ist noch jung, aber man kann davon ausgehen, dass da noch etwas kommen wird 😉

CF: Vielen Dank für die vielen Infos.

Werner Harauer
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Über den Autor

Werner Harauer
Magister Phil. (Publizistik, Kunstgeschichte), City-Flyer Gründer (1997) und Herausgeber. Im Brotberuf Öffentlichkeitsarbeiter, Journalist und Grafiker, Vinyljunkie seit der Punk und Disco-Ära. Workaholic auf der Suche nach dem perfekten Popsong.

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