Der ehemalige Punker und Skeptic-Eleptic-Frontman „Otti” startete 2021 sein Solo-Projekt als Johnny Cola. Seit dem Vorjahr steht er mit der „großen Liebe” auf der Bühne. Das Trio verbindet deutschsprachige Texte über Liebe und das Leben mit eingängigem Pop-Sound. Im Winter nimmt die Band ihre erste LP im House of Riddim Studio auf.
Johnny Cola arbeitet mit seiner neuen Band „die große Liebe” am Debütalbum
City-Flyer: Was hat dich dazu bewogen, nun mit Band weiterzumachen?
Johnny Cola: Aus meiner Skeptic-Eleptic-Zeit wusste ich schon, wie viel Spaß das mit einer Band macht und irgendwie hat mir auch ein Beat bei manchen Songs gefehlt. Und ich mag auch Bands, die wie Gangs sind und ich finde wir sind so.
CF: Du hast solo bereits drei Singles und mit Band zwei Songs veröffentlicht. Was macht für dich den großen Unterschied zwischen der Arbeit mit einer Band und dem Solo-Künstler-Dasein?
Cola: Es hat beides seinen Reiz. Aber was mir zur Zeit besser an einer Band besser gefällt, ist vor allem, dass es lauter ist. Ich mag gern wieder ein bisschen mehr Rock’n’Roll.
CF: Meiner Recherche nach hat die Band neben dir mit Tom Hornek, Joe Wannerer und Max Brustbauer begonnen. Statt Tom kam Elias Werner hinzu und nun steht ihr ohne Tom und ohne Elias auf der Bühne. Wie kam es zu dem Wandel?
Cola: Meine Songs funktionieren am besten, wenn sie auf das Nötigste reduziert sind. Von allen Konstellationen ist die jetzige die beste. Max an den Drums, Joe am Bass und ich singe und spiele Gitarre.
CF: Du hast mir zu Beginn deines „Cola-Projekts” erzählt, dass du mit deiner Musik Menschen berühren möchtest. Was braucht ein Song für dich, um dieses Ziel zu erreichen?
Cola: Ehrlichkeit, Intimität, Flow und eine schöne Melodie. Und auch Selbstbewusstsein, Liebe und Glück.
CF: Wie wichtig sind persönliche Erlebnisse für deine Texte?
Cola: Mir ist bewusst, dass ich nicht solche Lyrics schreibe wie Bob Dylan. Man muss wissen, wie seine Leistungen sind. Ich achte genau deshalb darauf, dass jeder Satz von Herzen kommt. Ich trag mein Herz so und so auf meiner Zunge.
CF: Das heißt, alle Texte stammen nach wie vor von dir?
Cola: Ich mach die Lieder zu Hause komplett in Ruhe fertig und bring sie dann zur Probe. Sie werden auch immer so wie ich sie mir vorstelle. Die Band trägt trotzdem einen wichtigen Teil bei.
CF: Ihr nehmt im Winter euer Debütalbum auf. Was denkst du, wird dabei die größte Herausforderung werden?
Cola: Wir nehmen das Album im House of Riddim Tonstudio auf. Ich habe ein gutes Gefühl, dass es uns leicht von der Hand gehen wird.
CF: Wie lange arbeitet ihr schon am Album?
Cola: Manche Lieder trage ich schon ein paar Jahre mit mir rum, manche sind neu.
CF: Was kannst du uns sonst vorab verraten?
Cola: Die LP wird rund zehn Lieder beinhalten. Es handelt von Liebe, Verlust, Schmerz und auch davon, kein Drama zu machen. Das Leben mit einem Augenzwinkern zu nehmen.
CF: Ihr bezeichnet eure deutschsprachigen Songs als Indie-Pop. Wer oder was war maßgebend dafür, genau dieses Genre zu wählen?
Cola: Es ist jedenfalls Popmusik. Neuere Songs sind ein bisschen rockiger. Musikalisch bewegen wir uns zwischen Pop, Indie-Pop und auch Rock sowie Fingerpicking-Balladen. Eine genaue Schublade zu finden, fällt mir schwer. Hauptsache die Songs sind gut.
CF: Ihr habt im Sommer einige Gigs gespielt, unter anderem beim FeSTPval am See. Worauf legt ihr bei euren Live-Auftritten besonders Wert?
Cola: Vor allem darauf, eine gute Show abzuliefern und sich so wenig wie möglich zu verspielen.
CF: Wo soll die Reise für „Johnny Cola und die große Liebe“ noch hingehen?
Cola: Ich habe vor ein paar Jahren wieder angefangen Musik zu machen, mit dem Ziel, auf großen Festivals zu spielen. Das ist meine Vision. Ich will einfach jedem zeigen, dass ich noch nicht gestorben bin.
Instagram: johnnycolamusic
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