Mit „Play Me“ legt Kim Gordon ihr drittes Soloalbum vor – und es ist vielleicht ihr zugänglichstes seit Jahrzehnten. Die Indie-Ikone, die 1981 gemeinsam mit Thurston Moore Sonic Youth gründete und die Independent-Szene mit Meilensteinen wie „Confusion Is Sex“ (1983), „Bad Moon Rising“ (1985) und „Daydream Nation“ (1988) nachhaltig prägte, klingt hier stellenweise so, als wäre die Zeit stehengeblieben – im besten Sinne.
Nach der Trennung von Thurston Moore und dem damit verbundenen Ende von Sonic Youth im Jahr 2011 ließ Gordon keine Zeit verstreichen: Projekte wie Free Kitten und Body/Head hielten sie künstlerisch in Bewegung, bevor 2019 mit „No Home Record“ ihr erstes Solowerk erschien. Das experimentelle, dissonante „The Collective“ (2024) wurde von der Kritik trotz seiner Sperrigkeit wohlwollend aufgenommen.
„Play Me“ schlägt nun einen anderen Weg ein. Der Sound erinnert bewusst an den rauen, feedbackgetränkten Noise-Rock der frühen Sonic-Youth-Jahre, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Gordon nutzt diese Klangsprache als Vehikel für Themen, die drängender kaum sein könnten: politische Instabilität, gesellschaftliche Banalität, die Flüchtigkeit unserer Zeit. Mit 72 Jahren zeigt sie einen Radikalismus, der sich nicht verbiegt – und ein künstlerisches Schaffen, das sich noch immer auf dem Höhepunkt befindet.
Kim Gordon – Play Me
Matador Records, 2026
- Endless Wellness – Domino Days - 19. Oktober 2026
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